Newsletter: Direktbanken.News 12/2019

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Themenüberblick

1. Anglo Austrian Bank: Lizenzentzug und dessen vorläufige Aufhebung
2. Der monatliche Newsticker
3. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld
4. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen


1. Anglo Austrian Bank: Lizenzentzug und dessen vorläufige Aufhebung

Der Anglo Austrian Bank, sie hat ihren Sitz in Wien und hieß bis Juni 2019 noch Meinl Bank, entzogen die Bankenaufseher der EZB die Banklizenz. Die Entscheidung der EZB vom 14.11.19 wurde mit der Zustellung am 15.11.19 wirksam. Nach dem Bekanntwerden lösten zahlreiche Geschäftspartner die Geschäftsverbindung sofort auf, denn ohne Lizenz ist kein Bankgeschäft mehr zu machen. Eine Woche später, am 21.11.19, eine Wendung: Die Anglo Austrian Bank teilt per Pressemitteilung mit, sie sei wieder eine Bank. Das Gericht der Europäischen Union (EuG) hob die Entscheidung der EZB nämlich auf, zumindest vorläufig. Die Bank und ihre Eigentümer hatten über ihre Anwälte Rechtsmittel eingelegt, das Gericht gestand ihnen aufschiebende Wirkung zu, weil sonst unmittelbar die wirtschaftliche Existenz vernichtet würde. Ob die EZB-Entscheidung nichtig ist, wird aber erst später entschieden. Die Bank habe den Ansturm der vergangenen Tage gut überlebt, "trotz einer minutiös orchestrierten Medienkampagne", wie sie in ihrer Pressemitteilung schreibt und damit unterschwellig abermals eine große Verschwörung gegen sich unterstellt. Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde konterte, indem sie am 22.11.19 dem Bankvorstand mit sofortiger Wirkung einen Wirtschaftsprüfer als Aufpasser zur Seite stellte. Er kann mitunter Geschäfte untersagen. Diesen Schritt erlaubt der Behörde Paragraf 70 des Bankwesengesetzes. Demnach kann sie zum Schutz der Gläubigerinteressen und der Vermögenswerte befristete Maßnahmen durch Bescheid anordnen. Wie es nun weitergeht, ist nicht abzusehen.

Die Anglo Austrian Bank hatte über die WeltSparen-Plattform in Österreich und Deutschland auch Festgelder angeboten. WeltSparen musste die Vermarktung einstellen als die Lizenz entzogen wurde. Die Einlagen sind durch die österreichische Einlagensicherung bis EUR 100.000 je Einleger geschützt.

Im Frühjahr dieses Jahres hatten die Bankenaufseher der EZB auf Initiative der österreichischen Finanzmarktaufsicht das Prüfungsverfahren zum Konzessionsentzug formell eingeleitet und die damals noch als Meinl Bank firmierende Bank darüber informiert. Der Bank bzw. auch ihre Chefs waren wiederholt mit Geldwäschevorwürfen konfrontiert gewesen. Um den Verlust der Lizenz zu verhindern, lieferte die Bank im Laufe des Verfahrens mehrere Stellungnahmen in Frankfurt ab, die belegen sollten, dass die Fälle weit in der Vergangenheit liegen und sie mittlerweile einen anderen geschäftlichen Fokus hat. Gegen Ende des Verfahrens vermeldete die Bank den radikalen Umbau ihrer selbst. Die Beziehungen zu Kunden aus Osteuropa bzw. Kunden, die ausschließlich Zahlungsverkehr über sie abwickeln, wollte sie einschränken, und aus dem Kreditgeschäft gänzlich aussteigen. Es sind Schritte, sich aus dem konzessionspflichtigen Geschäft geordnet zurückzuziehen. Sie werde sich fortan auf Beratung und das Investmentbanking fokussieren, hieß es.

Recherchen von Journalisten renommierter österreichischer Medien deckten auf, wie die kleine Bank aus Wien den Argwohn der Bankenaufsicht weckte. Demnach stand sie über Jahre im Zentrum einer dubiosen Finanzstruktur, durch welche osteuropäische Geschäftsleute Hunderte Millionen Euro schleusten. Das Geld kam von vor dem Konkurs stehenden Privatbanken aus der Ukraine, aus Litauen und aus Lettland und landete bei Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen. Nachdem die nationalen Aufsichtsbehörden bei den notleidenden Banken einschritten, zeigte sich jeweils, dass ihre Guthaben nur noch auf dem Papier bestanden. Tatsächlich hatten diese als Sicherheiten für Kredite gedient, die die Meinl Bank an eine Offshore-Firma vergeben hatte, hinter der wiederum ein osteuropäischer Geschäftsmann stand. Die Meinl Bank hatte die Sicherheiten in zeitlicher Nähe zum Einschreiten eingezogen – angeblich deshalb, weil der Kreditnehmer seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen war.

2. Der monatliche Newsticker

++ bankdirekt.at erhöhte für Depot-Neukunden im Eröffnungszeitraum 1.12.19 bis 31.1.20 die ausgelobte Geldprämie von EUR 50,00 auf EUR 100,00. Sie wird, ohne weitere Bedingungen erfüllen zu müssen, im Monat nach der Eröffnung gutgeschrieben

++ Hello bank wechselte bei den Neukundenvorteilen für die Depoteröffnung ab 29.11.19 die zehn Freetrades gegen einen Freiflug aus. Der Freiflug ist hin und zurück für eine Person bzw. pro Depot. Er beinhaltet alle Steuern und Gebühren, aber nur Handgepäck. Er geht wahlweise nach Amsterdam, Barcelona, Berlin, Budapest, Lissabon, London, Rom, Mailand oder Madrid. Mögliche Abflughäfen sind Wien, Graz, Klagenfurt, Linz, Innsbruck und Salzburg. In der Antragsstrecke zum Depot ist der Code "#HELLOFREIFLUG" einzugeben, um die Prämie zu bekommen; der Teilnehmer muss volljährig sein. Die Hello bank sendet daraufhin einen Gutscheincode per Post zu, damit muss man sich ab 30 Tage nach der Depoteröffnung, aber spätestens bis 30.4.20, auf der Internetseite hellofreiflug.at registrieren. Die Einlösung wickelt ein Reisevermittler ab (TLC Marketing, Promotion und Incentive GmbH). Der Gutschein berechtigt nicht dazu, an einem bestimmten Tag auf einer bestimmten Reisestrecke zu reisen, gegebenenfalls kann auch ein Zwischenstopp oder Umsteigen notwendig sein. In der auf die Registrierung folgenden Korrespondenz mit dem Reisevermittler sind drei verschiedene Wunschdestinationen und drei mögliche Reisezeiträume anzugeben. Der Reisevermittler unterbreitet anschließend in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit ein Reiseangebot. Für die Antworten gelten jeweils Fristen und die Übermittlungswege sind ebenfalls vorgegeben. Letztmöglicher Abflugtermin ist der 9.4.21. Gepäck und Plätze für Mitreisende lassen sich kostenpflichtig hinzubuchen

++ die DADAT erhebt seit 1.11.19 beim Wertpapierhandel an den deutschen Börsenplätzen eine Grundgebühr von EUR 3,70 statt zuvor EUR 2,70. Beim Handel an den US-Börsen ist bei der Grundgebühr ein Zuschlag von USD 1,10 pro Geschäft hinzugekommen. Und für das zur DADAT eingehende Übertragen von Wertpapieren belastet die DADAT bei in Deutschland verwahrten Titeln pro Position Fremdspesen in Höhe von EUR 2,25 statt zuvor EUR 1,50

++ ING erhöhte am 2.12.19 bei den Kreditprodukten "Ratenkredit", "Autokredit" und "Wohnkredit" den angebotenen effektiven Jahreszins in der fixen Variante auf 4,10% p. a. (vorher 3,90% p. a.) und in der variablen Variante auf 3,90% p. a. (vorher 3,40% p. a.)

3. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld

Die Amsterdam Trade Bank aus den Niederlanden kürzte am 2.12.19 von 0,10% auf 0,05%.

Advanzia Bank aus Luxemburg senkte am 29.11.19 von nominal 0,399% auf 0,299%.

ING kürzte ihr Neukundenangebot für Eröffnungen ab 18.11.19, von äußerst hohen 1,40% p. a. auf nur noch 0,25% p. a. Den Sonderzins richtet sie weiterhin für Guthabenteile bis EUR 25.000 ein, für die ersten vier Monate.

Die DADAT verringerte am 18.11.19 den Sonderzins, zu dem Neukunden abschließen, von 1,20% auf 1,00% p. a., sie räumt ihn nun allerdings für die ersten vier statt für die ersten drei Monate ein. Betraglich gilt das neue Angebot weiterhin für Guthabenteile bis EUR 75.000.

Die Denzel Bank senkte per 12.11.19 von 0,35% auf 0,25%.

Die Allianz Investmentbank bietet seit 8.11.19 ihr "Top Cash" nicht mehr zum Abschluss an, bestehenden Kunden kündigte sie zum 31.12.19 - sie nimmt das Tagesgeldprodukt aus dem Sortiment. Seit Dezember 2016 war es unverzinst. Aber insbesondere in den Jahren 2007 und 2008 setzte die Allianz Investmentbank darauf, überbot Direktbanken wie ING und easybank, in der Spitze mit einem Zinssatz von 4,25%. Die strategische Überlegung war damals unter anderem, den Kunden einer Kapital-Lebensversicherung nach deren Auszahlung die Möglichkeit zu geben, das Geld bei der Allianz zu belassen, bevor sie sich ohne Zeitdruck für eine mittel- oder langfristige Lösung entscheiden.

4. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen

Crédit Agricole Consumer Finance aus Frankreich verringert am 11.12.19 um 0,29 bis 0,50 Prozentpunkte. Für 6 Monate werden es 0,31% (bisher 0,65%) sein, für 12 Monate 0,51% (bisher 1,01%), für 2 Jahre 0,71% (bisher 1,10%), für 3 Jahre 0,81% (bisher 1,20%), für 4 Jahre 0,91% (bisher 1,31%), für 5 Jahre 1,01% (bisher 1,40%), für 6 Jahre 1,11% (bisher 1,45%) und für 7 Jahre 1,21% (bisher 1,50%). Die aktuellen, attraktiven Zinssätze kann man sich aber noch bequem sichern, da sie bei Generieren des Antrags mit einem mehrwöchigen Zeitfenster für das Überweisen des Anlagebetrags festgehalten werden.

Younited Credit aus Frankreich senkte am 25.11.19 bei 2 Jahren auf 0,60% (vorher 0,80%) und bei 3 Jahren auf 0,70% (vorher 0,90%).

Noch eine schöne Adventszeit wünscht

m o d e r n - b a n k i n g

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