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Themenüberblick

AutoBank: Investorensuche erfolglos, Eigentümer stimmen geordneter Abwicklung zu
Der monatliche Newsticker
Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld
Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen


AutoBank: Investorensuche erfolglos, Eigentümer stimmen geordneter Abwicklung zu

Vorstand und Aufsichtsrat der AutoBank haben in einer für den 29.1.21 angesetzten außerordentlichen Hauptversammlung den Aktionären die geordnete Abwicklung und die anschließende Rückgabe der Banklizenz vorschlagen. Auf der Hauptversammlung wurde das wie erwartet beschlossen. Das Unternehmen teilte nach der Hauptversammlung mit, der Abbauprozess werde voraussichtlich 18 bis 24 Monate dauern. Ziel sei es, "im Rahmen der geordneten Abwicklung sämtliche Verpflichtungen [...] vollständig und entsprechend den getroffenen vertraglichen Vereinbarungen zu erfüllen".

Online-Sparer aus Österreich und Deutschland unterhalten bei der AutoBank Einlagen. Zum Jahreswechsel war ein Bestand von 150 Millionen Euro auf Tagesgeldkonten und 80 Millionen Euro auf Festgeldkonten vorhanden. Die Festgeldverträge behalten laut den Angaben für beide Seiten ihre Gültigkeit, mit den ursprünglich vereinbarten Laufzeiten. Die AutoBank hatte Laufzeiten von 6 Monaten bis 4 Jahre im Programm. Die längeren gehen über den geplanten Abbauzeitraum hinaus. Denkbar wäre, dass die Bank sich von diesen Verträgen zu einem späteren Zeitpunkt trennen wird, durch Übertrag an eine andere Bank oder doch noch durch vorzeitiges Auflösen unter Zahlung einer Ausgleichszahlung. Betreffend der Sicherheit der Einlagen betonte sie, dass die Einlagensicherung im gesetzlichen Rahmen auch während der Abbauphase gegeben ist. Der Einlagekunde bauche daher keine Sorgen um sein Geld zu haben, ein kurzfristiges Abziehen von Einlagen sei nicht notwendig. Die für die Einlagensicherung zuständige Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H. weist auf ihrer Homepage mit einer Information auf die Situation bei der AutoBank hin. Sie sieht in ihr keinen Sicherungsfall, bei dem sie tätig werden müsse. Sie schreibt ebenso, dass die Sicherung der Kundeneinlagen auch während der geordneten Abwicklung besteht. Auf ihrer Internetseite informiert die AutoBank ihre Einlagekunden mittels eines Fragen-Antworten-Katalogs. Er hat den Stand 12.1.21, wodurch die Formulierungen noch so sind, als stünde die Entscheidung noch an.

Die Bank ist daran gescheitert, frisches Kapital aufzubringen. Seit Monaten bemühte sie sich, das regulatorische Kernkapital aufzustocken. Nachdem der dritte und letzte potenzielle externe Investor trotz zuvor bekundeter Absichtsvereinbarung abgesprungen war, sah das Management die von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) geforderte Kapitalzufuhr nicht mehr als realisierbar an und leitete das vorweg ein, was die auferlegte Konsequenz gewesen wäre.

Aufgrund ihrer niedrigen Eigenkapitalquote stand die AutoBank schon einige Zeit im Visier der FMA. Kernauflage war eine Kapitalerhöhung in Höhe von mindestens 12,8 Millionen Euro. Für die erste Tranche von mindestens 8,3 Millionen Euro war eine Frist bis 31.5.21 gesetzt. Im August 2020 hatte die FMA in einer ersten Interventionsmaßnahme dem Bankmanagement eine Wirtschaftsprüferin zur Seite gestellt. Sie war seitdem bei allen wesentlichen Entscheidungen eingebunden. In späteren Bescheiden ging es auch um personelle Änderungen: Eduard Unzeitig, bis dahin Vorstandsvorsitzender, sollte abgelöst werden. Und als die Bank ihn in den Aufsichtsrat wechseln ließ, verlangte die FMA sein völliges Ausscheiden aus dem Unternehmen.

Wien ist Sitz der Bank, in Oberhaching bei München besteht eine Zweigniederlassung. Die AutoBank ist in Wien und München an der Börse notiert. Die Wiener Notierung basierte bislang auf einem Vertrag mit Lang & Schwarz, der endet aber am 26.2.21, weil Lang & Schwarz die Tätigkeit in diesem Bereich einstellt. Eine Einbeziehung an der Wiener Börse auf Grundlage eines eigenen Börsenantrags wird die AutoBank nun nicht mehr verfolgen. Vielmehr plant sie, ihre Notierung in München zeitnah ebenfalls aufzuheben. Laut Zahlen von August 2020 befinden sich 63,55 Prozent im Streubesitz, die übrigen Anteile gehören zwei deutschen Beteiligungsgesellschaften (Nörenberg Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH und P31 Management GmbH).

Im März 2019 wurde eine Neuausrichtung verkündet, mit der die Bank, die das Wort "Auto" im Namen trägt, von den Finanzierungen für Autohändler und private Autokäufer sukzessive auf die Refinanzierung von Leasinggesellschaften umsattelte. Die neuen Kreditnehmer der AutoBank sind somit Leasinggesellschaften, gleichzeitig ist sie selbst an Leasinggesellschaften beteiligt und frühere Anteilseigner sind Leasinggesellschaften. Wegen anhaltend hoher Verluste, vor allem durch die Beteiligungen, und auch die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgeerscheinungen für die Leasingbranche, verringerte sich das regulatorische Kapital zunehmend. Das neue Geschäftsmodell konnte dadurch nur noch gebremst umgesetzt werden.

Der monatliche Newsticker

++ die DKB aus Berlin nimmt zum 1.4.21 mehrere Anpassungen vor: Guthaben auf dem Kreditkartenkonto wird dann nicht mehr verzinst. Zuletzt erhielten die Kunden mit Aktivkundenstatus für die Guthabenteile bis EUR 100.000 noch 0,01%. Das angekündigte neue Tagesgeldprodukt werde als Alternative rechtzeitig bereitstehen. Des Weiteren fällt künftig beim Einzahlen von Bargeld an Geldautomaten der DKB ein Entgelt an in Höhe von 1,50% des eingezahlten Betrags, mindestens EUR 2,50 und höchstens EUR 15,00. Sofern das Konto, auf dem eingezahlt wird, einen Sollstand aufweist, beträgt das Entgelt unabhängig vom Einzahlungsbetrag EUR 2,50. Auf der Internetseite der DKB ist ein PDF zu den eigenen Geldautomaten mit Stand April 2020 abrufbar, demnach gibt es 21 eigene Geldautomaten, allesamt in Deutschland, 18 davon mit Einzahlungsfunktion. Das bereits vereinbarte Entgelt von EUR 2,95 für eine beleghafte Überweisung gelte künftig auch für alle weiteren nicht online im Banking erteilten Zahlungsaufträge. Im Preis- und Leistungsverzeichnis wurden dazu explizit das beleghafte Erfassen und Ändern eines Dauerauftrags mit der Bepreisung aufgenommen und der beleghafte Auftrag zum Übertragen von Guthaben zwischen Girokonto und Kreditkartenkonto. Zudem kündigt die DKB mit der Änderung der Vertragsbedingungen zum 1.4.21 ihre bisherige Sicherheitsgarantie beim Banking, die über den gesetzlichen Erstattungsanspruch bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen hinausging

++ die Erste Bank stattete am 1.2.21 das "Studentenkonto" nochmals mit einem Bonus für die Online-Kontoeröffnung aus: Giro-Neukunden können auf diesem Weg voraussichtlich bis 28.2.21 wieder EUR 40,00 Geldprämie erhalten. Den Betrag schreibt die Erste Bank direkt auf dem neuen Konto gut. Zuletzt gab es dieses Angebot im vergangenen Oktober

++ die DKB aus Berlin räumt Neukunden den Aktivkundenstatus beim Girokonto seit 29.1.21 nur noch für die ersten sechs Monate ab Kontoeröffnung bedingungslos ein, zuvor für die ersten zwölf Monate. Im Anschluss behält man den Status weiterhin, wenn monatlich mindestens EUR 700,00 auf dem Girokonto eingehen. Mit dem Status ist der Dispozins etwas niedriger als ohne ihn und das Auslandsentgelt von 2,20% fällt dann weder beim Geldabheben noch bei der Kartenzahlung an. Bei Verlust/Diebstahl der Karte erhalten Aktivkunden auf Wunsch gebührenfrei eine Notfallkreditkarte und Notfallbargeld per Kurier an den Aufenthaltsort geschickt. Zudem können Aktivkunden gelegentlich kostenlos Eintrittskarten für Sporthighlights, Kino oder Kulturevents erhalten

++ alle Bankomaten der Ersten Bank und der Sparkassen sollen bis Ende April 2021 eine neue Benutzeroberfläche erhalten, die im Design an der Banking-Plattform George angelehnt ist, und dann das per NFC kontaktlos eingeleitete Geldabheben unterstützen. Dies hat die Bankengruppe gegenüber futurzone.at erklärt. So muss nicht mehr zwingend gesteckt werden, um den Auszahlungsvorgang zu beginnen. Eine Kontaktlos-Karte, egal ob physisch oder digital auf dem Smartphone, und egal ob bankeigen oder von einem anderen Kartenaussteller, hält man dann einfach an das Gerät. Ebenso sollen viele Standorte dieses Jahr am Eingang zum Foyer mit einem NFC-Leser ausgestattet werden, damit auch das Betreten außerhalb der Öffnungszeiten kontaktlos möglich ist

++ DADAT informierte ihre Depotkunden, dass sie von nun an zwei Entgelte jährlich zum 1.4. um die Teuerungsrate erhöhen wird, und zwar bei der Depotführung den Mindestpreis pro Wertpapierposten und die Kontoführungsgebühr für das Depot-Verrechnungskonto. Sie wird dazu die Entwicklung des Verbraucherpreisindex 2015 jeweils im Vergleich von Oktober zum Oktober des vorangegangenen Jahres heranziehen. Der Mindestpreis pro Posten wird deshalb am 1.4.21 inklusive Mehrwertsteuer von EUR 3,00 auf EUR 3,04 steigen und die Kontoführungsgebühr von EUR 10,00 auf EUR 10,12 pro Jahr. Jährlich an die Teuerungsrate passt auch bankdirekt.at an

++ bei bankdirekt.at ist das Angebot für Depot-Neukunden im Eröffnungszeitraum 1.2.21 bis 31.3.21 weniger gut als im zweimonatigen Zeitraum davor. Bei der Geldprämie, die sie im Monat nach der Depoteröffnung gutschreibt, ging bankdirekt.at von EUR 100,00 zurück auf EUR 50,00 und bei der Befreiung von der Depotgebühr um einen Monat, statt bis Ende Januar 2022 gibt sie nun bis Ende Dezember 2021 an

Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld

Avida Finans aus Schweden verringerte am 28.1.21 von 0,25% auf 0,23%.

Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen

Die Austrian Anadi Bank nahm am 27.1.21 die 6-monatige Laufzeit wieder in ihr Programm auf, zu 0,35%.

VakifBank erhöhte am 11.1.21 bei 3 bis 5 Jahren um 0,05 Prozentpunkte und ab 6 Jahren um 0,10 Prozentpunkte. Sie bietet für 3 Jahre 0,40% (vorher 0,35%), für 4 Jahre 0,50% (vorher 0,45%), für 5 Jahre 0,55% (vorher 0,50%), für 6 Jahre 0,65% (vorher 0,55%), für 7 Jahre 0,70% (vorher 0,60%), für 8 Jahre 0,75% (vorher 0,65%), für 9 Jahre 0,80% (vorher 0,70%) und für 10 Jahre 0,85% (vorher 0,75%).

Noch einen schönen Monat Februar wünscht

m o d e r n - b a n k i n g

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