Newsletter: Direktbanken.News 01/2020

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Themenüberblick

1. flatex kauft DEGIRO
2. Der monatliche Newsticker
3. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld
4. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen


1. flatex kauft DEGIRO

Der Online-Broker flatex kündigte am 16.12.19 an, den niederländischen Konkurrenten DEGIRO für 250 Millionen Euro zu übernehmen. Die Transaktion wird demnach vom DEGIRO-Management vollumfänglich unterstützt. Der Kaufpreis soll größtenteils mit eigenen Aktien bezahlt werden. Dafür ist eine Kapitalerhöhung um 190 Millionen Euro geplant, die neu geschaffenen Aktien sollen an die jetzigen DEGIRO-Gesellschafter gehen. Die Neuaktionäre werden zusammen so ein gutes Viertel am gemeinsamen Unternehmen erhalten. 60 Millionen Euro bezahlt flatex bar. Mit dem Unterzeichnen des Kaufvertrags hat sich flatex bereits 9,4 Prozent der Anteile an DEGIRO gesichert, der Erwerb der restlichen Anteile steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Behörden. flatex rechnet damit, Anfang des zweiten Quartals 2020 die Transaktion juristisch abschließen zu können.

Der Deal kam für viele überraschend. Im Juli hatte die damals noch als FinTech Group firmierende flatex AG, das ist die flatex übergeordnete Holding, bekannt gegeben, gemeinsam mit der Investmentbank Lazard strategische Optionen bezüglich ihrer zukünftigen Ausrichtung zu prüfen. Auch der Unternehmensverkauf im Ganzen oder in Teilen zählte zu den Optionen. Angeblich lagen viele Kaufangebote auf dem Tisch. Nun ist es jedoch anders gekommen. flatex entschied sich letztlich, bei der sich abzeichnenden Konsolidierungswelle unter den Online-Brokern eine aktive, weiterhin selbstbestimmte Rolle einzunehmen. Durch den Zusammenschluss, das Skalieren und Internationalisieren des Geschäftsmodells, sieht sich flatex gut gewappnet. Es werde ermöglichen, die Stückkosten für das Abwickeln von Wertpapiertransaktionen weiter zu drücken und mit der größeren Marktmacht gegenüber Emittenten bzw. Handelsplätzen höhere Provisionsanteile durchzusetzen.

Das Duo flatex/DEGIRO ergänzt sich in vielen Punkten: flatex war lange ausschließlich auf Deutschland und Österreich fokussiert und hatte gerade erst begonnen, in weitere Länder zu gehen. Kürzlich als Gratisbroker in den Niederlanden gestartet, war davon die Rede, als Gratisbroker auch nach Frankreich, Italien und Schweden zu expandieren. Dies könnte mit dem jetzigen Deal hinfällig geworden sein. DEGIRO ist bereits in 18 europäischen Ländern - der erste erfolgreiche europaweite Online-Broker. Er begann im Jahr 2013 und rollte seine Plattform in schneller Taktung auf weitere Märkte aus, wobei man dazusagen muss, dass Depots in den Niederlanden geführt werden und mehr oder weniger nur die Websites in der jeweiligen Landessprache aufgesetzt wurden. Gemessen an den von den Unternehmen angegebenen Zahlen ist DEGIRO mit fast 500.000 Kunden größer als flatex mit 300.000 Kunden, allerdings erzielt flatex die höheren Vorsteuergewinne.

DEGIRO kann bestimmte Finanzdienstleistungen nicht unmittelbar selbst anbieten. In seiner Pressemitteilung erwähnt DEGIRO offen, dass der Fokus stark auf Wachstum gelegen habe und man bei "Governance und Compliance hinterherhinkte". Nachdem die niederländische Aufsichtsbehörde die Probleme beanstandet hatte, wurde "das Team um mehr erfahrene Führungskräfte erweitert". Ins Bild passt da beispielsweise auch, dass das Handelsgericht in Wien diverse Klauseln in den Geschäftsbedingungen von DEGIRO für unzulässig erklärte. Um den Anforderungen zu entsprechen, ist eine Banklizenz hilfreich, vielleicht sogar die Rettung. Die flatex Bank mit ihrer Banklizenz soll künftig auch für DEGIRO das Regulatorische übernehmen. Frank Niehage, Chef der flatex AG, will beide Firmen und Marken, DEGIRO sowie flatex, innerhalb der Gruppe fortführen. "In Deutschland und Österreich ist der Name flatex bekannter, im europäischen Ausland DEGIRO. Es wäre schädlich, eine der beiden Marken aufzugeben", sagte er.

2. Der monatliche Newsticker

++ die Hello bank bietet seit 20.12.19 auch ein Geschäftsgirokonto für Selbständige und Freiberufler an. Nur wenige der österreichischen Direktbanken haben Konten für die geschäftliche Nutzung im Programm. Das Konto der Hello bank kostet EUR 9,90 pro Monat. Wird auch ein Depot bei der Hello bank geführt und ein Depotbestand von mindestens EUR 10.000 am Stichtag erreicht oder ein Wertpapiersparplan monatlich bespart, entfällt diese Kontoführungspauschale - genau wie beim Girokonto für die private Nutzung. Inbegriffen sind Kontoführung, Bankomatkarte, alle Buchungsposten und das Geldabheben im Euroraum

++ die DADAT führt seit 9.12.19 auch ein "U28-Konto" in ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis auf. Es ist ein Girokontomodell, das jungen Erwachsenen entgegenkommt, die unter 28 Jahre sind. Das Konto hat dieselben Konditionen wie das "Gehalts-/Pensionskonto", jedoch ist lediglich ein monatlicher Gehaltseingang ab EUR 300,00 statt eines monatlichen Gehalts- oder Pensionseingangs ab EUR 1.000 notwendig, damit die Kontoführung kostenlos ist und nicht auf das Kontomodell "Girokonto" (ohne Eingang) umgestellt wird. Der Geldeingang muss vom Arbeitgeber stammen. Andere Quellen, etwa regelmäßige Zuwendungen der Eltern, berücksichtigt die DADAT hierbei nicht. Vollendet der Kontoinhaber das 28. Lebensjahr wird das U28-Konto als Gehalts-/Pensionskonto fortgeführt

++ beim Brokerage können Kunden der Hello bank durch eine engere Partnerschaft mit der Tradegate Exchange seit Dezember deutlich günstiger in Deutschland handeln. Die Hello bank strich nämlich in ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis den zu Tradegate unter fremde Spesen aufgeführten Provisionssatz und dessen Mindestpreis (vorher 0,015%, mindestens EUR 1,95 und maximal EUR 20,00). Stattdessen fällt an fremden Spesen lediglich EUR 0,75 Settlementgebühr an. Die Gebührberechnung für Orders über Tradegate lautet somit im Gesamten: EUR 7,95 Grundgebühr plus 0,175% vom Kurswert (Grundgebühr und Orderprovision zusammen max. EUR 69,95) plus EUR 0,75 Fremdspesen

3. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld

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4. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen

Addiko Bank wird am 7.1.20 bei 12 Monaten auf 0,70% (bisher 0,80%) verringern.

Die AutoBank senkte am 27.12.19 bei 12 Monaten auf 0,10% (vorher 0,30%), bei 2 Jahren auf 0,20% (vorher 0,40%), bei 3 Jahren auf 0,25% (vorher 0,50%) und bei 4 Jahren auf 0,30% (vorher 0,60%).

Crédit Agricole Consumer Finance aus Frankreich senkte am 19.12.19 auf dem österreichischen Markt erneut, und zwar bei den Laufzeiten ab 2 Jahren um jeweils 0,10 Prozentpunkte. Ihre Sätze: 2 Jahre - 0,61% (vorher 0,71%), 3 Jahre - 0,71% (vorher 0,81%), 4 Jahre - 0,81% (vorher 0,91%), 5 Jahre - 0,91% (vorher 1,01%), 6 Jahre - 1,01% (vorher 1,11%), 7 Jahre - 1,11% (vorher 1,21%). Vorangegangen war am 11.12.19 eine Senkung um 0,29 bis 0,50 Prozentpunkte.

Die Kommunalkredit Invest erhöhte am 16.12.19 ab der 3-jährigen Laufzeit auf Bestwerte: So bietet sie auf dem österreichischen Markt anders als noch vor Kurzem über eine Geldprämie nun direkt über den Zins attraktive Konditionen, und zwar ab einem Anlagebetrag von EUR 10.000 bei 3 Jahren 1,01% (vorher 0,90%), bei 5 Jahren 1,20% (vorher 1,01%), bei 8 Jahren 1,40% (vorher 1,10%) und bei 10 Jahren 1,60% (vorher 1,30%).

Die DenizBank senkte am 6.12.19 die Laufzeiten von 9 Monaten bis 2 Jahren um 0,05 Prozentpunkte und die Laufzeiten darüber um 0,10 Prozentpunkte. Es gelten bei 9 Monaten 0,30% (vorher 0,35%), bei 12 Monaten 0,35% (vorher 0,40%), bei 2 Jahren 0,45% (vorher 0,50%), bei 3 Jahren 0,50% (vorher 0,60%), bei 4 Jahren 0,60% (vorher 0,70%), bei 5 Jahren 0,70% (vorher 0,80%), bei 6 Jahren 0,80% (vorher 0,90%), bei 7 Jahren 0,85% (vorher 0,95%), bei 8 Jahren 0,90% (vorher 1,00%), bei 9 Jahren 0,95% (vorher 1,05%) und bei 10 Jahren 1,00% (vorher 1,10%).

Noch einen schönen Monat Januar wünscht

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