Newsletter: Direktbanken.News 08/2026
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Themenüberblick
Der Newsticker
Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld
Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen
Trade Republic: Eigenregie statt Partner-Handelsplatz
Am 2.7.26, zwei Tage nach dem Auslaufen der deutschen Übergangsfrist vom EU-weiten Verbot des Payment for Order Flow (PFOF), machte Trade Republic bekannt, wie der Neobroker die Wertpapiertransaktionen ab sofort ausführen wird. Das Modell gilt auch für Kunden in Österreich. Aber nur Deutschland nutzte die nationale Übergangsausnahme, und sie erfasste ausschließlich inländische deutsche Kunden. Neu ist deshalb hierzulande nicht das Verbot, sondern der Umbau dahinter: Orderströme reicht der Neobroker nicht mehr nur weiter; beim Standardauftrag wird er selbst zur Gegenpartei; externe Börsen liefern die Referenzpreise. So zieht Trade Republic die Wertschöpfung rund um den Wertpapierhandel ins Haus – und das macht einen neuen Interessenkonflikt sichtbar, den das PFOF-Verbot in dieser Form nicht adressiert. Christian Hecker, Mitgründer und CEO des Unternehmens, stellte das System in einer Präsentation auf YouTube (www.youtube.com/watch?v=U-P7KeYP9iE) im Stil der Technologie-Giganten vor, eine Pressemitteilung folgte, beides ohne selbst den Zusammenhang mit dem PFOF-Verbot zu nennen.
Den Unterbau bereitete Trade Republic von langer Hand vor - mit erheblichen Investitionen, die ein in mehreren europäischen Ländern agierender Anbieter leichter aufbringt als kleinere Wettbewerber. Regulierungsdokumente weisen den Status als systematischen Internalisierer (SI) für Aktien und börsengehandelte Fonds aus; seit Januar 2026 hält eine Tochtergesellschaft die BaFin-Erlaubnis für ein eigenes multilaterales Handelssystem (MTF). Diese Erlaubnis wirkt über den EU-Pass auch in Österreich, wo die FMA als Aufnahmestaat-Aufsicht zuständig ist. Ein Internalisierer bedient Kundenaufträge selbst gegen das eigene Buch, ein multilaterales Handelssystem wiederum ist ein eigener, börsenähnlicher Marktplatz, der Käufer und Verkäufer zusammenführt.
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Der Newsticker
++ Scalable Capital aus München ordnet beim Scalable Broker die Preise für Wertpapierorders neu, angekündigt am 8.7.26 per Kundenanschreiben und Pressemitteilung. Bestandskunden sollen den geänderten Bedingungen im Webportal oder in der App aktiv zustimmen. Ab sofort erhebt der Neobroker für eine Order über Xetra Frankfurt pauschal nur noch EUR 1,99. Das Handelsplatzentgelt fällt nicht mehr an. Zuvor waren es EUR 3,99 zuzüglich eines Handelsplatzentgelts von 0,01% des Ordervolumens, mindestens EUR 1,50. Der Preis einer Xetra-Order sinkt also von mindestens EUR 5,49 auf EUR 1,99 und macht den Handel über den großen deutschen Börsenplatz damit hochattraktiv. Gegenläufig verteuert Scalable den Handel über gettex. Ab 1.9.26 kostet dort jede Order einheitlich EUR 1,99. Im kostenlosen Free Broker zahlten Kunden bislang EUR 0,99. Härter trifft es die Abonnenten von "Prime+": Deren Grundgebühr von EUR 4,99 monatlich deckt Orders ab EUR 250,00 Ordervolumen ab; künftig zahlen auch sie auf gettex EUR 1,99 je Order. Um weiterhin für EUR 0,99 bzw. ohne Ordergebühr zu handeln, müssen Kunden künftig auf die hauseigene European Investor Exchange (EIX) ausweichen. Einige Nutzer halten die Spreads und die Liquidität auf gettex für besser als an der EIX. Belastbare Vergleichsdaten fehlen; breitere Spreads verursachen indirekte Mehrkosten. Sparpläne bleiben unberührt - sie laufen seit Längerem schon über die EIX, weiterhin ohne Ausführungsentgelt. Der Doppelschritt vereinheitlicht die Preise beider externen Handelsplätze bei EUR 1,99 und lässt allein die EIX darunter. Scalable Capital betreibt sie seit 2024 gemeinsam mit der Börse Hannover. Die Preisstruktur lenkt die Handelsplatzwahl an jene Börse, an der der Broker selbst mitverdient. Der Ordervorteil des Abonnements schrumpft auf einen einzigen Handelsplatz. Für gettex gibt es kein Preisargument mehr, zum selben Preis erreichen Anleger den Referenzmarkt Xetra Frankfurt mit tieferem Orderbuch. Die Neuordnung folgt auf das Ende der deutschen Übergangsausnahme vom EU-Verbot des Payment for Order Flow. Mit den Rückvergütungen der Handelsplätze entfällt eine Ertragsquelle, die den Handel über sie verbilligte. Der wirtschaftliche Zusammenhang liegt nahe und auch der Zugzwang dank Trade Republic; als Grund nennt Scalable das nicht
Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld
Denzel Bank erhöhte am 3.8.26 von 1,25% auf 1,50%.
Um 0,20 Prozentpunkte kürzte die Advanzia Bank am 31.7.26 ihr Sonderzinsangebot, von nominal 3,90% p. a. auf 3,70% p. a., effektiv von 3,97% p. a. auf 3,76% p. a. Alles andere blieb unangetastet: Die Sonderverzinsung gilt drei Monate ab dem Zeitpunkt der ersten Einzahlung, berechtigt sind neue Tagesgeldkunden und Kontoinhaber ohne bisherige Ersteinzahlung, und Zinsen zahlt Advanzia generell nur oberhalb einer Mindestanlage von EUR 5.000.
Avida Finans aus Schweden senkte am 23.7.26 von 2,12% auf 2,07%.
Die Wüstenrot Bank hob das Sonderzinsangebot beim "FLEX Sparkonto" kräftig an: Wer ab 21.7.26 eröffnet, erhält 2,40% p. a. gesamt für die ersten sechs Monate, zuvor waren es 1,00% p. a. für drei Monate.
Die Addiko Bank hob ihr Sonderzinsangebot für Neukunden am 13.7.26 von 2,40% p. a. auf 2,70% p. a. an. Sie liegt damit nun in der nominalen Zinshöhe gleich mit Santander Consumer Bank und DADAT, bietet den Sonderzins für die ersten vier Monate, die beiden Wettbewerber nur für die ersten drei Monate.
Porsche Bank erhöhte am 8.7.26 von 1,75% auf 1,90%.
Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen
Denzel Bank wird am 13.8.26 erhöhen: bei 6 Monaten auf 2,25% (bisher 2,00%) und bei 12 Monaten bis 5 Jahren auf 2,75% (bisher 2,50% bei 12 Monaten bis 4 Jahren, 2,60% bei 5 Jahren)
CreditPlus Bank aus Deutschland erhöhte am 3.8.26 bei 3 sowie 6 Monaten auf 2,45% (vorher 2,20% und 2,40%) und bei 12 sowie 18 Monaten auf 2,65% (vorher 2,57% und 2,58%).
DenizBank erhöhte am 1.8.26 bei 12 Monaten auf 2,90% (vorher 2,50%).
Klarna Bank aus Schweden erhöhte am 31.7.26 diese Laufzeiten: bei 6 Monaten auf 2,89% (vorher 2,39%), bei 12 Monaten auf 3,00% (vorher 2,90%), bei 18 Monaten auf 3,02% (vorher 2,92%), bei 2 Jahren auf 3,05% (vorher 2,96%), bei 3 Jahren auf 3,08% (vorher 3,01%) und bei 4 Jahren auf 3,10% (vorher 3,05%)
Renault Bank direkt erhöhte am 28.7.26 jeweils um 0,15 Prozentpunkte: bei 12 Monaten auf 2,60% (vorher 2,45%), bei 2 Jahren auf 2,65% (vorher 2,50%), bei 3 Jahren auf 2,70% (vorher 2,55%), bei 4 Jahren auf 2,75% (vorher 2,60%) und bei 5 Jahren auf 2,80% (vorher 2,65%)
bundesschatz.at erhöhte am 28.7.26 zwei Laufzeiten: bei 12 Monaten auf 2,60% (vorher 2,55%) und bei 4 Jahren auf 2,70% (vorher 2,60%)
VakifBank erhöhte am 27.7.26 bei 6 Monaten auf 2,50% (vorher 2,30%), bei 9 Monaten auf 2,55% (vorher 2,35%) und bei 12 Monaten auf 2,60% (vorher 2,50%).
Die Oldenburgische Landesbank aus Deutschland erhöhte am 23.7.26 bei 9 Monaten auf 2,36% (vorher 1,95%) und bei 12 Monaten auf 2,46% (vorher 1,96%).
Addiko Bank hob am 23.7.26 bei der 6-monatigen Laufzeit leicht an, auf 2,30% (vorher 2,25%).
DADAT fügte dem Sortiment am 22.7.26 die 6-monatige Laufzeit zu 2,00% hinzu.
Wüstenrot Bank erhöhte am 21.7.26 bei 6 Monaten auf 2,15% (vorher 2,00%), bei 12 sowie 18 Monaten auf 2,45% (vorher 2,40% und 2,42%) und bei 2 Jahren auf 2,48% (vorher 2,45%).
Younited Credit aus Frankreich senkte am 16.7.26 um 0,50 bis 0,70 Prozentpunkte: bei 12 Monaten auf 2,20% (vorher 2,90%), bei 18 Monaten auf 2,25% (vorher 2,92%), bei 2 Jahren auf 2,30% (vorher 2,94%), bei 3 Jahren auf 2,35% (vorher 3,00%), bei 4 Jahren auf 2,40% (vorher 3,00%) und bei 5 Jahren auf 2,50% (vorher 3,00%). Vorangegangen war am 9.7.26 ein Erhöhen bei 12 Monaten ausgehend von 2,77%.
Santander Consumer Bank erhöhte am 16.7.26 um 0,05 bis 0,20 Prozentpunkte: bei 3 Monaten auf 1,90% (vorher 1,70%), bei 6 Monaten auf 2,20% (vorher 2,00%), bei 9 Monaten auf 2,40% (vorher 2,20%), bei 12 sowie 18 Monaten auf 2,50% (vorher 2,40%) und bei 2 sowie 3 Jahren auf 2,55% (vorher 2,40% und 2,50%)
Kommunalkredit Invest erhöhte am 13.7.26 ab der 12-monatigen Laufzeit: Für Anlagebeträge ab EUR 10.000 bietet sie bei 12 sowie 18 Monaten 2,80% (vorher 2,55%) und bei 2, 3, 5, 8 sowie 10 Jahren 3,00% (vorher 2,75%). Bei allen genannten Laufzeiten außer der 12-monatigen liegt sie mit diesen Zinssätzen unter den Inlandsanbietern derzeit an erster Position im Vergleich.
Banque Wormser Frères aus Frankreich senkte am 13.7.26 jeweils um 0,10 Prozentpunkte: bei 6 Monaten auf 1,55% (vorher 1,65%), bei 9 Monaten auf 1,70% (vorher 1,80%), bei 12 Monaten auf 1,90% (vorher 2,00%), bei 18 Monaten auf 1,95% (vorher 2,05%), bei 2 Jahren auf 2,00% (vorher 2,10%), bei 3 Jahren auf 2,05% (vorher 2,15%), bei 4 Jahren auf 2,10% (vorher 2,20%) und bei 5 Jahren auf 2,15% (vorher 2,25%)
CreditPlus Bank aus Deutschland erhöhte am 9.7.26 bei 7 Jahren auf 2,70% (vorher 2,60%) und bei 10 Jahren auf 2,75% (vorher 2,65%).
Die Raiffeisenbank Inneres Salzkammergut bietet seit 8.7.26 eine 5-jährige Laufzeit zu 2,75% neu an.
Porsche Bank erhöhte am 8.7.26 bei 6 Monaten auf 2,10% (vorher 2,00%), bei 12 Monaten auf 2,50% (vorher 2,20%), bei 2 Jahren auf 2,60% (vorher 2,30%) und bei 3 Jahren auf 2,70% (vorher 2,40%).
Noch einen schönen August wünscht
m o d e r n - b a n k i n g
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