Newsletter: Direktbanken.News 07/2026

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Themenüberblick

Trade Republic: Eigenregie statt Partner-Handelsplatz
Der Newsticker
Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld
Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen


Trade Republic: Eigenregie statt Partner-Handelsplatz

Am 2.7.26, zwei Tage nach dem Auslaufen der deutschen Übergangsfrist vom EU-weiten Verbot des Payment for Order Flow (PFOF), machte Trade Republic bekannt, wie der Neobroker die Wertpapiertransaktionen ab sofort ausführen wird. Das Modell gilt auch für Kunden in Österreich. Aber nur Deutschland nutzte die nationale Übergangsausnahme, und sie erfasste ausschließlich inländische deutsche Kunden. Neu ist deshalb hierzulande nicht das Verbot, sondern der Umbau dahinter: Orderströme reicht der Neobroker nicht mehr nur weiter; beim Standardauftrag wird er selbst zur Gegenpartei; externe Börsen liefern die Referenzpreise. So zieht Trade Republic die Wertschöpfung rund um den Wertpapierhandel ins Haus – und das macht einen neuen Interessenkonflikt sichtbar, den das PFOF-Verbot in dieser Form nicht adressiert. Christian Hecker, Mitgründer und CEO des Unternehmens, stellte das System in einer Präsentation auf YouTube (www.youtube.com/watch?v=U-P7KeYP9iE) im Stil der Technologie-Giganten vor, eine Pressemitteilung folgte, beides ohne selbst den Zusammenhang mit dem PFOF-Verbot zu nennen.

Den Unterbau bereitete Trade Republic von langer Hand vor - mit erheblichen Investitionen, die ein in mehreren europäischen Ländern agierender Anbieter leichter aufbringt als kleinere Wettbewerber. Regulierungsdokumente weisen den Status als systematischen Internalisierer (SI) für Aktien und börsengehandelte Fonds aus; seit Januar 2026 hält eine Tochtergesellschaft die BaFin-Erlaubnis für ein eigenes multilaterales Handelssystem (MTF). Diese Erlaubnis wirkt über den EU-Pass auch in Österreich, wo die FMA als Aufnahmestaat-Aufsicht zuständig ist. Ein Internalisierer bedient Kundenaufträge selbst gegen das eigene Buch, ein multilaterales Handelssystem wiederum ist ein eigener, börsenähnlicher Marktplatz, der Käufer und Verkäufer zusammenführt.
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Der Newsticker

++ die Europäische Zentralbank (EZB) hob per 17.6.26 alle drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte an – die erste Änderung nach einjähriger Zinspause. Der für Sparer maßgebliche Einlagensatz stieg von 2,00% auf 2,25%, der Hauptrefinanzierungssatz von 2,15% auf 2,40%, der Spitzenrefinanzierungssatz von 2,40% auf 2,65%. Auslöser war der Inflationsschub infolge des Kriegs in Nahost: Über die Energiepreise schnellte die Teuerung im Euroraum binnen drei Monaten von 1,9% auf 3,2%. Die Währungshüter reagierten damit auf die Folgen des Kriegs in Nahost: Über die Energiepreise schnellte die Teuerung im Euroraum binnen drei Monaten von 1,9% auf 3,2% hoch. Beunruhigender noch als der Energieeffekt selbst, denn der Preisdruck setzte sich in der Breite fest. Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel zog auf 2,5% an, Dienstleistungen verteuerten sich überdurchschnittlich, und immer mehr Unternehmen kündigten in Umfragen Preiserhöhungen an. Genau solche Zweitrundeneffekte wollte der EZB-Rat nicht abwarten. Komfortabel ist die Lage nicht. Die Wirtschaft im Euroraum wächst kaum, und höhere Zinsen bremsen zusätzlich - der teure Treibstoff belastet Konjunktur und Preise gleichzeitig

Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld

Renault Bank direkt wird am 21.7.26 von 1,80% auf 2,00% anheben.

Sowohl Neu- als auch Bestandskunden profitieren: Die Santander Consumer Bank hob am 2.7.26 beim "BestFlex" beide Zinssätze an. Bestandskunden erhalten statt 1,50% nun 1,75%. Neue Tagesgeldkunden bekommen einen Sonderzins von 2,70% p. a. (vorher 2,40% p. a.) für die ersten drei Monate.

Am 1.7.26 hob die Austrian Anadi Bank ihren Standardzins von 1,40% auf 1,50% an und erhöhte das Sonderzinsangebot für Neukunden von 1,90% p. a. auf 2,40% p. a., fest für die ersten drei Monate. In der Vergangenheit steuerte die Bank den Sonderzins meist in 0,10-Prozentpunkt-Schritten. Der jetzige Sprung um 0,50 Prozentpunkte ist ungewöhnlich groß.

DADAT erhöhte per 1.7.26 den Standardzins ihres "Sparkontos" von 1,30% auf 1,60% - der Zinssatz gilt für das gesamte Guthaben bis zur Höchsteinlage von EUR 1.000.000.

Zum 1.7.26 erhöhte die Bank Direkt die Verzinsung des "Extrakontos" von 1,25% auf 1,50%.

Avida Finans aus Schweden erhöhte am 12.6.26 von 1,97% auf 2,00%, am 24.6.26 von 2,00% auf 2,05% und am 1.7.26 von 2,05% auf 2,12%.

Bigbank zog am 19.6.26 ihr Neukundenangebot beherzt an: von 2,75% p. a. auf 3,10% p. a., bei einer garantierten Dauer von weiterhin drei Monaten. Die estnische Bank zählt zu den änderungsfreudigsten Anbietern am österreichischen Markt und justiert ihre Tagesgeld- und Festgeldzinsen oft in mehreren Schritten binnen weniger Tage. Dieses Mal änderte sie beim Tagesgeld auch den Standardzins, er stieg von 2,05% auf 2,10%. Vorangegangen war am 9.6.26 ein Erhöhen des Sonderzinses ausgehend von 2,50% p. a.

Advanzia Bank aus Luxemburg hob ihren Neukundenzins deutlich an: Seit 17.6.26 bietet sie nominal 3,90% p. a. statt zuvor 3,45% p. a. Den Sonderzins gewährt Advanzia neuen Tagesgeldkunden sowie Kunden, die bislang keine Ersteinzahlung geleistet haben, jeweils für drei Monate ab der ersten Einzahlung. Verzinst wird nur, wenn mindestens EUR 5.000 eingezahlt werden.

Erstmals seit rund zwei Jahren erhöhte die Porsche Bank ihren Tagesgeldzins wieder, und zwar zum 11.6.26 von 1,50% auf 1,75%. Zwischen September 2024 und September 2025 hatte die Bank den Zinssatz in sieben Schritten von 2,75% auf 1,50% zurückgefahren; die jetzige Anhebung ist der erste Richtungswechsel seit dem Ende dieses Senkungszyklus.

Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen

VakifBank erhöhte am 6.7.26 die Kurzläufer: bei 3 Monaten auf 2,15% (vorher 1,90%), bei 6 Monaten auf 2,30% (vorher 2,00%) und bei 9 Monaten auf 2,35% (vorher 2,05%)

Klarna Bank aus Schweden erhöhte am 3.7.26 ab der 12-monatigen Laufzeit: bei 12 Monaten auf 2,90% (vorher 2,71%), bei 18 Monaten auf 2,92% (vorher 2,61%), bei 2 Jahren auf 2,96% (vorher 2,85%), bei 3 Jahren auf 3,01% (vorher 2,90%) und bei 4 Jahren auf 3,05% (vorher 3,00%)

Younited Credit aus Frankreich erhöhte, senkte und feinjustierte mehrfach im Zeitraum seit dem letzten Newsletter. Zuletzt, am 2.7.26, erhöhte sie bei 12 Monaten auf 2,77% (vorher 2,65%) und bei 18 Monaten auf 2,81% (vorher 2,79%).

Die Kommunalkredit Invest erhöhte am 1.7.26 die Laufzeiten bis 18 Monate: Bei einem Anlagebetrag ab EUR 10.000 bietet sie für 6 Monate 2,00% (vorher 1,85%) und für 12 sowie 18 Monate jeweils 2,55% (vorher 2,45%).

Denzel Bank erhöhte am 1.7.26 ab der 12-monatigen Laufzeit: bei 12 Monaten bis 4 Jahren auf 2,50% (vorher 2,25% bei 12 Monaten, 2,35% bei 2 Jahren, 2,40% bei 3 Jahren, 2,45% bei 4 Jahren) und bei 5 Jahren auf 2,60% (vorher 2,50%)

CreditPlus Bank aus Deutschland erhöhte am 29.6.26 bei 9 Monaten auf 2,45% (vorher 2,35%), bei 12 Monaten auf 2,57% (vorher 2,45%), bei 18 Monaten auf 2,58% (vorher 2,50%), bei 2 bis 5 Jahren auf 2,65% (vorher 2,56% bei 2 Jahren, 2,57% bei 3 bis 5 Jahren) und bei 6 Jahren auf 2,66% (vorher 2,57%).

Addiko Bank erhöhte am 26.6.26 bei den Kurzläufern: bei 3 Monaten auf 2,15% (vorher 2,10%) und bei 6 Monaten auf 2,25% (vorher 2,10%). Vorangegangen war am 9.6.26 ein Anheben im Bereich von 3 bis 18 Monaten um 0,05 bis 0,10 Prozentpunkte.

Bank Direkt erhöhte am 23.6.26 bei 6 Monaten auf 2,00% (vorher 1,75%), bei 12 Monaten auf 2,50% (vorher 2,25%) und bei 2 sowie 5 Jahren auf 2,75% (vorher 2,50% und 2,60%).

DADAT erhöhte am 22.6.26 bei 12 Monaten auf 2,50% (vorher 1,75%).

VakifBank erhöhte am 19.6.26 ab der 2-jährigen Laufzeit um 0,10 bis 0,20 Prozentpunkte, und zwar bei 2 Jahren auf 2,75% (vorher 2,60%) und bei 3 bis 5 Jahren auf 2,80% (vorher 2,60% bei 3 Jahren, 2,65% bei 4 Jahren, 2,70% bei 5 Jahren).

Klarna Bank aus Schweden erhöhte am 19.6.26 diese drei Laufzeiten: bei 6 Monaten auf 2,39% (vorher 1,89%), bei 9 Monaten auf 2,46% (vorher 2,23%) und bei 18 Monaten zunächst auf 2,61% (vorher 2,11%)

bank99 erhöhte am 18.6.26 um 0,15 bis 0,20 Prozentpunkte, und zwar bei 6 Monaten auf 2,05% (vorher 1,90%), bei 9 Monaten auf 2,15% (vorher 1,95%), bei 12 Monaten auf 2,30% (vorher 2,10%), bei 2 Jahren auf 2,35% (vorher 2,20%) und bei 3 Jahren auf 2,45% (vorher 2,30%).

HYPO Salzburg erhöhte am 18.6.26 bei 12 Monaten auf 1,50% (vorher 1,25%) und bei 2 Jahren auf 1,75% (vorher 1,625%).

bundesschatz.at erhöhte per 16.6.26 folgende Laufzeitangebote: Bei 1 Monat gelten 2,20% (vorher 1,95%), bei 6 Monaten 2,40% (vorher 2,20%) und bei 12 Monaten 2,55% (vorher 2,45%).

Die Wiener Privatbank erhöhte am 15.6.26 bei 6 Monaten auf 2,05% (vorher 2,00%), bei 12 Monaten auf 2,45% (vorher 2,25%) und bei 2 sowie 3 Jahren auf 2,50% (vorher 2,30%).

Austrian Anadi Bank erhöhte am 12.6.26 bei 3 Monaten auf 2,15% (vorher 1,91%), bei 6 Monaten auf 2,25% (vorher 2,06%) und bei 12 Monaten sowie 2 Jahren auf 2,50% (vorher 2,25% und 2,30%).

Renault Bank direkt erhöhte am 11.6.26 um 0,20 Prozentpunkte: bei 12 Monaten auf 2,45% (vorher 2,25%), bei 2 Jahren auf 2,50% (vorher 2,30%), bei 3 Jahren auf 2,55% (vorher 2,35%), bei 4 Jahren auf 2,60% (vorher 2,40%) und bei 5 Jahren auf 2,65% (vorher 2,45%)

Porsche Bank erhöhte am 11.6.26 um 0,20 Prozentpunkte: bei 6 Monaten auf 2,00% (vorher 1,80%), bei 12 Monaten auf 2,20% (vorher 2,00%), bei 2 Jahren auf 2,30% (vorher 2,10%) und bei 3 Jahren auf 2,40% (vorher 2,20%)

Noch einen schönen Juli wünscht

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