Star-Werbung und 3,00% p. a. bei Trade Republic

In Österreich bietet Trade Republic den Neukunden, die ab 12.5.26 eröffnen, einen Sonderzins von 3,00% p. a. auf nicht investiertes Guthaben. Der Berliner Neobroker differenziert damit erstmals in der Verzinsung zwischen Neu- und Bestandskunden, setzt wie andere Girokonto- oder Depotanbieter den Neukundenzins als Akquiseinstrument ein. Eine Garantie über die Dauer fehlt; der Sonderzins gilt bis auf Weiteres. Betraglich ist das nicht begrenzt, sofern eine Trade-Republic-IBAN (AT-IBAN) genutzt wird. Wer neu eröffnet, sollte in der App unter "Cash > Zinsen" die Verzinsung aktivieren. Ohne diesen Schritt bleibt das Guthaben unverzinst - bemerkenswert bei einem als unkompliziert beworbenen Produkt.

Bestandskunden bleiben beim Standardzins von derzeit 2,00%, der an die EZB-Einlagefazilität gekoppelt ist. Eine vergleichbare Referenzbindung für den Sonderzins besteht nicht. Auf 3,00% p. a. kommen Bestandskunden nur über das derzeitige Empfehlungsprogramm: Werben sie Personen, die binnen 21 Tagen EUR 100,00 einzahlen und drei Wertpapierkäufe tätigen, gewährt der Neobroker den Sonderzins für drei Monate. Bei maximal vier Anwerbungen addiert sich die Laufzeit auf bis zu zwölf Monate.

Das Neukundenangebot läuft parallel in Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden mit denselben 3,00% p. a., in Polen mit 6,00% p. a. - dort liegt das Leitzinsniveau mit dem polnischen Zloty höher. Der deutsche Heimatmarkt ist ausgespart: Eine Unternehmenssprecherin schloss laut Platow Brief einen "Lockzins wie in Österreich" für Deutschland aus. Dort bleibt es beim Standardzins für alle Kunden. Im österreichischen Wettbewerbsumfeld setzt sich der neue Satz deutlich von den Sonderzinsangeboten für reine Tagesgeldkonten ab. Santander Consumer Bank und DADAT bieten 2,40% p. a.

Der Schauspieler Brad Pitt ist neuer Markenbotschafter für Trade Republic. Der Spot mit ihm ist im Fernsehen, auf Streaming-Plattformen und den digitalen Kanälen angelaufen. Er ist bewusst minimalistisch gehalten. Pitt betritt einen leeren schwarzen Raum, schweigt und blickt in die Kamera, während eine Off-Stimme drei Produktvorteile nennt und am Ende fragt: "Was bietet deine Bank?" Auf den Länderstartseiten wie unter traderepublic.com/de-at und traderepublic.com/de-de prangt eine Sequenz daraus im obersten Sichtbereich. Mitgründer Christian Hecker erklärte in der Pressemitteilung vom 12.5.26, dass die meisten Menschen in Europa noch bei einer Bank mit zu hohen Gebühren und zu niedrigen Zinsen seien; Trade Republic biete mehr für ihr Geld und wolle das so einfach und klar wie möglich zeigen.

Die Cash-Bestände verwahrt der Neobroker auf Treuhandsammelkonten bei sieben europäischen Partnerbanken. Eine Verwahrung in Geldmarktfonds praktiziert Trade Republic derzeit nur in Deutschland, Frankreich und Italien – nicht in Österreich. Welche konkrete Partnerbank zugeordnet wird, bestimmt Trade Republic. Die Zinsgutschrift ist monatlich.

Sonderbedingungen Österreich

Auskunft zu Zinserträgen unter https://traderepublic.com/de-at/zinsen

Sonderbedingungen Österreich

Auskunft zu Zinserträgen unter https://support.traderepublic.com/de-at/2580-What-do-I-need-to-know-about-interest

Trade Republic betreibt das Geschäft mit deutscher Vollbanklizenz unter Aufsicht durch BaFin und Deutsche Bundesbank; die österreichische Niederlassung untersteht zusätzlich der FMA. Für Neukunden in Österreich gilt Trade Republic als steuereinfach, seit das dortige Geschäft über die lokale Niederlassung läuft. Bestandsdepots wurden ab Ende April 2025 schrittweise auf diesen Status umgestellt. Zur österreichischen Steuerfrage widersprechen sich die offiziellen Aussagen des Anbieters allerdings einmal mehr. Einige Finanz-Websites berichten so, dass der Anbieter Zinserträge anders als Kapitalerträge aus Wertpapieren behandele und die Kapitalertragsteuer auf Zinsen für österreichische Anleger nicht automatisch abführe. Auf https://traderepublic.com/de-at/zinsen, der Zinsen-Seite, wo auch die 3,00% im Schaufenster stehen, erklärt Trade Republic nämlich im FAQ-Akkordeon bei "Muss ich Zinsen auf Cash versteuern?", dass für Kunden in Österreich keine Steuern auf Zinsen einbehalten würden. Die Erträge seien in der Steuererklärung anzugeben. Die österreichische Support-Seite zum selben Thema (https://support.traderepublic.com/de-at/2580-What-do-I-need-to-know-about-interest) beschreibt das Gegenteil, einen automatischen Abzug von Kapitalertragsteuer "von den Zinszahlungen" für Kunden in Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien und Italien. Für Zinsanleger in Österreich bleibt damit offen - und das ist nicht unerheblich -, welche der beiden Auskünfte tatsächlich gilt. Und auch Wertpapieranleger trifft die Unklarheit: Die Geldbuchungen aus den Wertpapiertransaktionen laufen über das Konto und erzeugen dort, sofern die Verzinsung aktiviert ist, Zinserträge - ohne automatischen Steuerabzug müssten so auch Wertpapieranlager eine Steuererklärung abgeben.