Newsletter: Direktbanken.News 06/2014

Willkommen zu den monatlichen News von modern-banking.at


Themenüberblick
1. Renault Bank direkt in Österreich angekommen
2. hypodirekt.at visiert gesamten deutschsprachigen Raum an
3. Bearbeitungsgebühren auch in Österreich rückforderbar?
4. Der monatliche Newsticker
5. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld
6. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen




1. Renault Bank direkt in Österreich angekommen
Die seit 1979 in Wien bestehende Niederlassung der RCI Banque S. A. nahm am 15.5.14 das Einlagengeschäft nach dem Muster des deutschen Pendants auf, der Niederlassung der RCI Banque S. A. in Neuss bei Düsseldorf. Wien war bislang ausschließlich in der Autofinanzierung tätig und bietet Zinsanlegern nun über die Marke Renault Bank direkt ein Online-Tagesgeldkonto an. Mit derzeit 1,40% und einem ordentlichen Zinseszinseffekt durch monatliche Gutschrift wurde eine Kondition gewählt, die der Premiere in Österreich gerecht wird. Die Spitzenposition am Markt teilt man sich mit der Santander Consumer Bank, die gleich hoch verzinst. Das Tagesgeldkonto bei der Renault Bank direkt wird online unter Verwendung von mTANs geführt. Die Einlagen sind über den französischen Einlagensicherungsfonds, Fonds de Garantie des Dépôts, bis EUR 100.000 je Person abgesichert. Um bei der Kontoeröffnung zu vereinfachen, besteht die Besonderheit, dass die Wiener die Identifikation nach einem abgeleiteten Verfahren einholen. Die Identität prüft die Bank anhand von einzureichenden Kopien von Personalausweis und Bankomatkarte des Referenzkontos. Sind diese zusammen mit dem Antrag eingegangen, übersendet die Bank eine Willkommens-E-Mail mit IBAN und BIC des neu eröffneten Kontos. Der Kunde wird gebeten, zur Aktivierung einen Betrag von mindestens einem Euro vom Referenzkonto zu überweisen. Daraufhin werden in einer zweiten E-Mail die Login-Daten zum Online-Banking übermittelt, die PIN ist freilich mittels mTAN gleich zu ändern. Es lassen sich auch Gemeinschaftskonten für zwei Personen eröffnen, wobei beide Kontoinhaber ein gemeinsam geführtes Referenzkonto haben müssen. Konten für Minderjährige führt die Bank nicht. Im Herbst ist die Erweiterung um Festzinsanlagen mit Laufzeiten von 12 Monaten bis 5 Jahre geplant.
Die RCI Banque ist Finanztochter des Autobauers Renault. Sie hat ihren Sitz in Noisy-le-Grand, einem Vorort von Paris und unterstützt den Fahrzeugabsatz der Renault-Gruppe (Renault, Renault Samsung Motors, Dacia) durch Finanzierungslösungen für Importeure, Vertragshändler und Endkunden. In Europa, Russland sowie Südamerika ist sie ebenso Herstellerbank für die japanische Nissan-Gruppe (Nissan, Infiniti). Mit den Einlagen will die RCI Banque einen Teil der ausgelegten Kredite refinanzieren, überwiegend refinanziert sie über Anleihen und bei anderen Banken. Jan-Gerd Hillens, Generaldirektor in Wien, sieht für internetbasiertes Einlagengeschäft enorm viel Potenzial. Die Zahl der Direktanbieter in Österreich ist noch übersichtlich. In Frankreich sammelt die RCI Banque mit der Marke ZESTO seit Februar 2012 Gelder ein. Dort ist das Zinsniveau höher: Täglich fälliges Geld bezahlt ZESTO derzeit standardmäßig mit 1,80% und dazu gibt es ein Lockangebot mit 4,00% für das erste halbe Jahr. In Deutschland ist die Renault Bank direkt seit Februar 2012. Die Produktmerkmale des Tagesgeldkontos sowie die Bebilderung und die meisten Texte der DE- und der AT-Webseite sind identisch. In der Wettbewerbslage in Deutschland genügen derzeit 1,30%. Die Renault Bank direkt zählt hier beständig zur Gruppe der zinsstärksten Anbieter, was auch in Österreich das bekundete Ziel ist. Länderübergreifend sind die Zinsangebote nicht erhältlich. Renault ist der erste französische Autobauer mit Einlagenangebot. Die Idee, Kundeneinlagen im Refinanzierungsmix einzusetzen, stammt von Herstellern wie Volkswagen und BMW, die das Geschäft bereits seit den 90ern erfolgreich betreiben.

2. hypodirekt.at visiert gesamten deutschsprachigen Raum an
Die hypodirekt.at kündigt für den 11.6.14 Neuerungen an. Ab diesem Datum erscheint ihr Internetauftritt in einem neuen Layout, das sich für die Displays von Tablets und Smartphones flexibel anpasst. hypodirekt.at, eine Marke der Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank, wird künftig auch Gemeinschaftskonten führen sich für Interessenten aus Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz öffnen. Speziell beim letzten Punkt ist die Umsetzung spannend, denn solche länderübergreifenden Bankangebote sind selten. Falls die Kontoeröffnung für Auslandskunden nicht nur am Rande mitlaufen soll, sind Anpassungen für die einzelnen Länder notwendig. Neben den regulatorischen Vorgaben, die eingehalten werden müssen, bestünde die Herausforderung, die Aufmerksamkeit der Zinsanleger aus dem Ausland zu gewinnen. Es wäre zu verdeutlichen, dass diese das bislang nur unter einer AT-Internetadresse zu findende Zinsangebot nutzen können und wie die genauen Abläufe in ihrem Fall sind.

3. Bearbeitungsgebühren auch in Österreich rückforderbar?
Ein Grundsatzurteil des höchsten deutschen Zivilgerichts, dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe, hat in der Finanzbranche für Aufsehen gesorgt. Die Geldhäuser, die in Darlehensverträgen mit Verbrauchern eine Bearbeitungsgebühr einseitig festsetzten, werden sich mit tausenden von Rückforderungen auseinandersetzen müssen. Bestimmungen über eine solche Gebühr wurden als unwirksam erklärt. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) prüft jetzt aus Anlass des Urteils die Rechtslage in Österreich und wird unter Umständen eine Verbandsklage anstrengen. Die Ausgangslage ist gleich. In Österreich veranschlagen die Banken nach wie vor regelmäßig Bearbeitungsgebühren in Höhe von ein bis vier Prozent der Kreditsumme. Es habe laut dem VKI aber noch niemand dagegen geklagt. Es könne in Österreich noch nicht angeraten werden, die Gebühr nun einfach von der Bank zurückzufordern. Der VKI räumt in einer ersten Analyse ein, dass die Richter des Obersten Gerichtshofs zu einem anderen Urteil kommen könnten als die des Bundesgerichtshofs. Deren zentrales Argument war, die Tätigkeiten zur Kreditbearbeitung, insbesondere die für die Bonitätsprüfung, würden die Banken in eigenem Interesse oder aufgrund bestehender Rechtspflichten erbringen und könnten daher die Kosten nicht auf die Kunden abwälzen. In Österreich ginge man dagegen davon aus, dass etwa die Bonitätsprüfung im Interesse beider Seiten vorgenommen werde. Es sei fraglich, ob die Richter die Kosten alleine den Banken aufbürden würden. Spruchpraxis sei eher, echte Kosten sehr wohl umwälzen zu lassen. Andererseits sieht der VKI eine unangemessene Benachteiligung der Kunden in der Hinsicht, dass die gleich am Vertragsbeginn verrechnete Bearbeitungsgebühr auch bei vorzeitiger Tilgung zur Gänze belastet bleibt.
In Deutschland hatten schon im Vorfeld zahlreiche untergeordnete Gerichte zugunsten der Verbraucher entschieden. Die Banken argumentierten aber, es handele sich um Einzelentscheidungen, die für sie nicht bindend seien. Durch die Arbeit von Verbraucherschutzorganisationen und durch von Anwälten organisierte Sammelklagen kam es zu einer Klagewelle. Mit der sich abzeichnenden Rechtsprechung verschwand in den letzten Monaten nahezu überall die Bearbeitungsgebühr in der Preisgestaltung des Neugeschäfts. Wenn eine Bank die Gebühr strich, blieben die im Effektivzins ausgedrückten Gesamtkosten des Kredits meist unverändert, denn die Kosten wurden stattdessen in den Sollzins eingepreist. Die Richter in Karlsruhe erlaubten das ausdrücklich.

4. Der monatliche Newsticker
++ direktanlage.at fügte am 28.5.14 ihrer Neukundenaktion einen weiteren Vorteil hinzu. Neben - jeweils befristet - den günstigeren Tradingkonditionen, den reduzierten Ausgabeaufschlägen für Fonds und der Depotpreisbefreiung ist jetzt außerdem ein Startbonus in Höhe von EUR 50,00 erhältlich. Für den Startbonus sind innerhalb der ersten drei Monate ab Depoteröffnung entweder fünf ausgeführte Wertpapiertransaktionen notwendig oder ein durch Kauf oder Übertrag aufgebauter Depotwert von mindestens EUR 5.000 ++ zu den KEPLER-Investmentfonds der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich gibt es auf boerse-live.at eine Aktion mit EUR 50,00 Gutschrift auf dem Depot-Verrechnungskonto. Um die Prämie zu erhalten, soll der Kunde bis 30.6.14 in Form einer Einmalanlage mindestens EUR 5.000 in einen beliebigen Fonds dieser Fondsgesellschaft investieren und darüber hinaus einen monatlichen Sparplan mit einer Sparrate von mindestens EUR 50,00 für einen der KEPLER-Fonds einrichten ++

5. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld


sparendirekt.at verringerte am 1.6.14 auf 0,62% (vorher 0,77%).


Advanzia Bank aus Luxemburg senkte zum 29.5.14 auf nominal 1,005% (vorher 1,203%).


Renault Bank direkt feierte am 15.5.14 Premiere auf dem österreichischen Einlagenmarkt (siehe Themenpunkt 1).

6. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen


VakifBank senkte zum 26.5.14 bei 2 bis 5 Jahren um 0,10% und bei 6 bis 10 Jahren um 0,29%. Es gelten nun für 2 Jahre 1,81%, für 3 Jahre 1,91%, für 4 Jahre 2,01% und für 5 bis 10 Jahre 2,11%.


Livebank.at kürzte am 22.5.14 bei 3 Jahren auf 1,20% (vorher 1,25%), bei 4 Jahren auf 1,45% (vorher 1,55%) und bei 5 Jahren auf 1,70% (vorher 1,90%).


easybank senkte am 20.5.14 ab 12 Monaten teilweise um bis zu 0,30%. Beispielhaft dafür ist das Angebot bei 5 Jahren, hier bietet sie für Anlagebeträge bis EUR 7.000 einen Zins von 1,40% (vorher 1,70%) und für Anlagebeträge größer EUR 7.000 bis EUR 35.000 1,70% (vorher 1,80%), aber für Anlagebeträge größer EUR 35.000 unverändert 2,00%.

Noch einen schönen Monat Juni wünscht

m o d e r n - b a n k i n g

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