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Anbieterinformation

Information zurScalable Capital Bank GmbH, Zweig­niederlassung Österreich

neutral zusammengestellt vom Bankenvergleich modern-banking.at – diese Seite ist kein Internetauftritt der Scalable Capital Bank GmbH, Zweigniederlassung Österreich

Hausanschrift

Scalable Capital Bank GmbH
Zweigniederlassung Österreich
Praterstraße 1 / Space 23
1020 Wien

Weitere Daten

BIC
SCABDEMMXXX
Gruppe/Gesellschafter
Balderton, BlackRock, HV Capital, Noteus, Sofina, Tencent, Tengelmann Ventures
Gründungsjahr
2026
Banktyp
Online-Broker

Einlagensicherung

Neben der Pflichtmitgliedschaft zur Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (gesetzliche Einlagensicherung) besteht keine zusätzliche freiwillige Einlagensicherung. Die gesetzliche Sicherung gilt auch für Einlagen bei der Zweigniederlassung Österreich. Für jeden privaten Einleger sind Einlagen bis EUR 100.000 abgesichert.

Seit dem 8.10.26 betreibt Scalable Capital eine eigene Zweigniederlassung in Österreich, die Scalable Capital Bank GmbH Zweigniederlassung Österreich mit Sitz in der Praterstraße 1 in Wien. Neukunden mit Wohnsitz in Österreich eröffnen Konto und Depot seitdem bei der Zweigniederlassung und erhalten eine österreichische IBAN. Für sie ist Scalable steuereinfach: Die Kapitalertragsteuer (KESt) auf Kursgewinne und Ausschüttungen wird automatisch berechnet, einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Verluste werden innerhalb desselben Kalenderjahres automatisch mit Gewinnen verrechnet. Damit entfällt für die Neukunden in der Regel die Angabe der Kapitalerträge in der Einkommensteuererklärung. An den Preismodellen ändert die Umstellung nichts.

Die Zweigniederlassung ist rechtlich unselbständig, Vertragspartner ist die Scalable Capital Bank GmbH mit Hauptsitz in München, die über ihre österreichische Zweigniederlassung tätig wird. Die Zweigniederlassung ist im Firmenbuch des Handelsgerichts Wien eingetragen und unterliegt neben der Aufsicht durch BaFin und Deutsche Bundesbank auch der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA), soweit diese zuständig ist. Den Scalable Broker bietet Scalable Capital in Österreich seit Mai 2022 an, den Robo-Advisor schon länger. Die vor dem 8.10.26 eröffneten Konten laufen vorerst ohne österreichische IBAN und ohne Steuerabzug weiter. Diese Bestandskunden sollen zu einem noch nicht genannten Termin in die Zweigniederlassung wechseln können, der Wechsel setzt ihre ausdrückliche Zustimmung voraus. Bis dahin geben sie ihre Kapitalerträge weiterhin selbst in der Einkommensteuererklärung an, unterstützt durch einen nach österreichischem Steuerrecht aufbereiteten Steuerreport von KPMG. Eingehende Depotüberträge von anderen Banken nimmt die Zweigniederlassung derzeit noch nicht an.

Scalable Capital ist ein führender Robo-Advisor in Deutschland und parallel dazu auch ein Neobroker. Das Unternehmen wurde im Dezember 2014 in München mit dem deklarierten Ziel gegründet, durch moderne Technologie die Geldanlage zu verbessern. In fünf Finanzierungsrunden erhielt Scalable Capital nach eigenen Angaben EUR 470 Millionen, unter anderem von BlackRock, Tencent, HV Capital (vormals HV Holtzbrinck Ventures) und Tengelmann Ventures.

Die Vermögensverwaltung in Form des Robo-Advisors, heute unter dem Namen "Scalable Wealth", bietet Scalable Capital seit 2016 an. Das Unternehmen stellt den Kunden Portfolios aus kostengünstigen ETFs zusammen, überwacht sie laufend und passt sie bei Bedarf automatisch an. Zur Wahl stehen global gestreute Weltportfolios mit wählbarer Aktienquote, wahlweise mit ESG-Fokus, und Portfolios mit besonderem Anlagefokus wie Megatrends oder Value. Der Einstieg ist schon mit einer monatlichen Sparrate ab EUR 20,00 möglich. Die Gebühr für Verwaltung und Handel ist in drei Stufen nach dem Portfoliowert gestaffelt (bis EUR 100.000, über EUR 100.000 und über EUR 500.000), hinzu kommen die Produktkosten der ETFs.

Im Juni 2020 startete Scalable Capital mit dem "Scalable Broker" auch ein kostengünstiges Brokerage für Anleger, die ihre Entscheidungen selbst treffen und auch andere Wertpapiere handeln möchten. Von Beginn an war der Handel sowohl im Browser als auch über eine Smartphone-App möglich, Scalable Capital hat sich damit als Neobroker etabliert. Heute stehen drei Handelsplätze zur Wahl: die hauseigene European Investor Exchange (EIX), gettex und Xetra Frankfurt. Es wird kein Handel über Xetra Wien angeboten. Gehandelt werden kann von Montag bis Freitag an der EIX zwischen 6:00 und 23:00 Uhr, an gettex zwischen 7:30 und 23:00 Uhr und an Xetra zwischen 9:00 und 17:30 Uhr. Die Depotführung ist kostenlos. Wählen kann man zwischen dem "Free Broker" für EUR 0,00 pro Monat und dem "PRIME+ Broker" für EUR 4,99 pro Monat. Viele Unterschiede bestehen nicht, hauptsächlich ist es der Preis von Einzelorders an der EIX: Im Free Broker kostet jede darüber ausgeführte Einzelorder unabhängig vom Ordervolumen EUR 0,99, nur ETFs der Anbieter Amundi, iShares, Vanguard und Xtrackers lassen sich dort ab EUR 250,00 Ordervolumen bis auf Weiteres ohne Orderentgelt kaufen. Das kostenpflichtige Abo ist sozusagen eine Flatrate, durch die an der EIX in unbegrenzter Anzahl ab einem Ordervolumen von EUR 250,00 ohne Orderentgelt gehandelt werden kann, darunter fallen auch hier EUR 0,99 an. PRIME+ wird monatlich im Voraus abgerechnet und ist jederzeit kündbar, ein Wechsel zwischen den Modellen wird sofort wirksam. Über gettex und Xetra Frankfurt kostet eine Order unabhängig vom Modell pauschal EUR 1,99. Für Xetra Frankfurt gilt dieser Preis seit Juli 2026, zuvor waren es EUR 3,99 zuzüglich eines Handelsplatzentgelts von 0,01% des Ordervolumens, mindestens EUR 1,50. Das macht den Handel über den größten deutschen Börsenplatz sehr attraktiv: Xetra Frankfurt ist ein ideales Backup, wenn die Spreads (Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs) an der EIX und an gettex zu groß wären, was vor allem außerhalb der Xetra-Handelszeiten vorkommen kann.

Bei Sparplänen hat Scalable Capital ein exzellentes Angebot, das schon mehrfach ausgebaut wurde: Mittlerweile sind beim österreichischen Angebot über 2.400 ETFs per Sparplan verfügbar. Von den über 8.000 handelbaren Aktien sind 4.500 sparplanfähig, Sparpläne sind auch auf Fonds möglich. Die Mindestsparrate beträgt nur EUR 1,00. Ob alle ein, zwei, drei, sechs oder zwölf Monate ausgeführt werden soll, kann der Anleger frei festlegen, und dies mit einer Wahlmöglichkeit zwischen neun Sparterminen im Monat (1., 4., 7., 10., 13., 16., 19., 22. oder 25. eines Monats). Die Sparpläne werden ohne Orderentgelt in der Regel an der EIX ausgeführt, zu einem möglichst geeigneten Zeitpunkt am Ausführungstag. Möglicherweise ist der Kurs so tendenziell etwas schlechter als zum Beispiel bei einem Online-Broker, der die Aufträge zu festen Zeiten an Xetra Frankfurt leitet. Daneben sind über 3.100 Fonds über die Börse handelbar.

Scalable Capital hat im September 2025 die Vollbanklizenz von der Europäischen Zentralbank erhalten. Die vormalige Scalable Capital GmbH firmiert seitdem als Scalable Capital Bank GmbH. Mit der Banklizenz darf der Münchner Neobroker selbst Einlagen verwahren und Kredite vergeben. Die Banklizenz war ein Meilenstein bei dem Ziel, sich frühzeitig für das Ende von Payment for Orderflow zu wappnen und nahezu die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken. So führt das Unternehmen seit Ende 2024 die Depots für Neukunden selbst und migrierte im November 2025 die Altkunden von der Baader Bank. Zudem betreibt es in Kooperation mit der Börse Hannover den Handelsplatz EIX und tritt dort als Market Maker auf.

Ein Kinderdepot wie in Deutschland ist bei Scalable in Österreich nicht erhältlich. Die Identifizierung läuft in Österreich nach der Registrierung über den Dienstleister Fourthline und lässt sich in der App oder im Browser starten, das Referenzkonto wird zusätzlich per Überweisung verifiziert.

Scalable Capital wurde von Erik Podzuweit, Florian Prucker, Adam French und Prof. Dr. Stefan Mittnik gegründet. Florian Prucker und Erik Podzuweit verbindet eine langjährige gemeinsame Tätigkeit bei Goldman Sachs. Dort verantworteten beide unter anderem den Aufbau elektronischer Handelsplattformen. Florian Prucker ist gebürtiger Innsbrucker. Dr. Stefan Mittnik ist Professor der Finanzökonometrie im Teil-Ruhestand. Er nahm in der Vergangenheit zahlreiche bedeutende Aufgaben wahr, so als Forschungsbeirat der Deutschen Bundesbank und als Forschungsdirektor des IFO-Instituts.