Information zur
BAWAG P.S.K. AG

  • Hausanschrift
  • Wiener Gürtel 11
  • A-1100 Wien
  • Kontakt
  • Telefon: 059/905
  • E-Mail: kundenservice@bawagpsk.com
  • Internet:
  • weitere Daten
  • BIC: BAWAATWW
  • Gruppe/Gesellschafter: 21,8% GoldenTree Asset Management LP, 5,6% T. Rowe Price Group Inc., 4,9% Wellington Management Group LLP, 67,7% Streubesitz
  • Gründungsjahr: 2005
  • Banktyp: Multi-Channel-Bank
  • Einlagensicherung: Ist der Einlagensicherung AUSTRIA Ges.m.b.H. (gesetzliche Einlagensicherung) angeschlossen. Je Privatkunde und Kreditinstitut sind hierüber Einlagen bis EUR 100.000 abgesichert.

Die heutige BAWAG P.S.K. entstand durch Fusion zweier traditionsreicher Bankinstitute - aus der Bank für Arbeit und Wirtschaft (BAWAG) und aus der Österreichischen Postsparkasse (P.S.K.). Die BAWAG war gewerkschaftsnah, wurde 1922 vom Sozialdemokraten Dr. Karl Renner unter der Bezeichnung "Arbeiterbank" gegründet. In der nationalsozialistischen Diktatur konnte sie sich nicht halten, wurde aus rein politischen Gründen 1934 aufgelöst. 1947 der Neuanfang und 1963 umbenannt, gelang es ihr mit dichtem Filialnetz und attraktiven Produkten für Sparer und Kreditsuchende einen großen Kundenkreis aufzubauen. Die P.S.K. wurde 1882 per Gesetz gegründet, im Jahr darauf nahmen die Postämter den Postsparkassendienst auf. Die BAWAG übernahm im Jahr 2000 von der Republik Österreich zunächst 74,82 Prozent der Anteile an der P.S.K., die restlichen 25,18 Prozent in 2003. Die Fusion zur BAWAG P.S.K folgte im Oktober 2005. Zu diesem Zeitpunkt war der Österreichische Gewerkschaftsbund ÖGB Alleinaktionär.

Die Fusion stand unter keinem guten Stern, kurz darauf sind nämlich umstrittene Transferzahlungen des ÖGB zur Bank und ein als BAWAG-Affäre bezeichneter Skandal publik geworden. Bei Letzterem ging es um riskante Eigengeschäfte, die die Bank vor allem in Form von Zins- und Währungs-Swaps tätigte und über Briefkastenfirmen auf Karibikinseln verschleierte, sie verlor dabei rund 3,5 Milliarden Euro. In einer strafrechtlichen Aufarbeitung wurden neun Personen in leitenden Funktionen bei Bank und Gewerkschaftsbund angeklagt und allesamt zu Haftstrafen verurteilt. Der ÖGB stand durch das Debakel selbst vor dem Ruin, er entschied, sich vollständig von der Bank zu trennen. Es wurde ein Bieterverfahren organisiert, insgesamt ein Verkaufspreis von rund 3,2 Milliarden Euro erzielt. Den Zuschlag erhielt der US-Beteiligungsfonds Cerberus - per Mai 2007 übernahm er 90 Prozent der Anteile an der BAWAG P.S.K. Zusammen 10 Prozent gingen an die Österreichische Post, die Generali Versicherungsgruppe und Wüstenrot, diese drei versprachen sich von der Beteiligung vertrieblichen Erfolg, sowie an eine Gruppe von Personen um Hannes Androsch. Cerberus bekundete damals die Absicht, die Bank erfolgreich sanieren zu wollen, um sie nach vier bis fünf Jahren gewinnbringend abzugeben.

Unter dem Kommando von Cerberus versuchten die neuen Eigentümer zunächst einen getrennten Markenauftritt, der Vertrieb in den österreichischen Postämtern lief als "PSK Bank", parallel gab es die BAWAG mit eigenen Filialen. Aber schon 2010 kehrten sie zur Ein-Marken-Strategie zurück. Zwischenzeitlich hatte die Bankenkrise die BAWAG P.S.K. eingeholt, sie benötigte 2009 eine Finanzspritze in Höhe von 550 Millionen Euro. Im Dezember 2012 kam ein weiterer Investor an Bord, der US-Beteiligungsfonds GoldenTree übernahm von Cerberus einen 40-Prozent-Anteil an der Bank, da Cerberus als Eigenkapital ausgewiesenes Anleihekapital tauschen musste und dazu selbst nicht in der Lage war oder nicht wollte. Gleichzeitig wurde eine Kapitalaufstockung durchgeführt. Das staatliche Kapital konnte 2013 und 2014 in zwei Raten komplett zurückgezahlt werden, zudem erhielt die Republik Österreich Dividenden in Höhe von insgesamt 234 Millionen Euro, was das Image in der Öffentlichkeit nach den schlechten Jahren von 2006 bis 2010 verbesserte.

Cerberus und GoldenTree räumten konsequent auf – die BAWAG P.S.K. wurde auf ihr Kerngeschäft in Österreich ausgerichtet, immer mit Blick auf einen effizienten Kapitaleinsatz. Aus dem Eigenhandel und aus Mittel- und Osteuropa zog sie sich zurück. Ebenso verkaufte sie ihre Fondsgesellschaft, ihre Pensionskasse und viele Immobilien. Als wichtige strategische Beteiligung blieb die Direktbanktochter easybank erhalten. Kernkompetenz der BAWAG P.S.K. ist der Zahlungsverkehr für Privatkunden sowie für kleine Unternehmen. Die von der Post eigens betriebenen Postämter dienten der BAWAG P.S.K. in der Kooperation gegen Ausgleichszahlungen - wie schon seit 1883 der P.S.K. als Kontaktstellen zu den Kunden. Das heißt, die Bank erbrauchte und verkaufte ihre Dienstleistungen auch in den Postämtern, zum Teil durch die Postbedienstete. Die BAWAG P.S.K. setzt auch verstärkt auf Online-Produkte und Erklärvideos: Einen Online-Kredit gibt es bei ihr seit 2012 - zunächst in Kooperation mit der SWK-Bank, ab 2013 eigenständig. Er ist Teil der "Einfach Online"-Produktreihe, die auch Girokonten umfasst und Ende 2015 eingeführt wurde. 2015 wurde die so herausgeputzte BAWAG P.S.K. von The Banker, einem von der Financial Times herausgegebenen Bankfachmagazin, erstmals zur "Bank des Jahres" in Österreich gekürt, die Auszeichnung unterstreicht die Erfolge bei der Neuausrichtung in den letzten Jahren.

Die BAWAG Group gab bei ihrem Börsengang im Oktober 2017 bekannt, dass sie den langjährigen Kooperationsvertrag mit der Österreichische Post kündigen werde. Für die Nutzung von Filialen und für Tätigkeiten der Postmitarbeiter wie Bargeldein- und -auszahlungen stellte die Post ihrer Ansicht nach zu viel in Rechnung, sodass das Aufwand-Ertrag-Verhältnis ohne die Kooperation verbessert werden könne. Einige Bankberater arbeiteten in den Postfilialen, umgekehrt war die Post auch in einigen Filialen der Bank eingemietet. Die Verflechtung war stark, die Beziehung zwischen den beiden Unternehmen aber seit Längerem nicht mehr die beste gewesen. Die BAWAG Group einigte sich schließlich mit der Post, die Kündigungsfrist durch Abgeltung mit einer Einmalzahlung zu kürzen; Ende 2019 gehen sie getrennte Wege.

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