Newsletter: Direktbanken.News 08/2014

Willkommen zu den monatlichen News von modern-banking.at


Themenüberblick
1. DAB bank und direktanlage.at gehen an Cortal-Consors-Mutter
2. direktanlage.at: SWK-Kredit mit Zinsaufpreis
3. eps und giropay kompatibel
4. Der monatliche Newsticker
5. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld
6. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen




1. DAB bank und direktanlage.at gehen an Cortal-Consors-Mutter
Die HypoVereinsbank ist sich mit der französischen Großbank BNP Paribas über den Verkauf der Online-Tochter DAB bank einig geworden. Zur DAB bank, die ihren Sitz in München hat, gehört auch der in Österreich dominierende Online-Broker direktanlage.at. BNP Paribas zahlt für den 81,4-Prozent-Anteil der HypoVereinsbank an dem börsennotierten DAB-Konzern 354 Millionen Euro, wie beide Seiten am Donnerstagabend mitteilten. Das entspricht einem Aufgeld von 16 Prozent auf den Donnerstag-Schlusskurs der Aktie. Insgesamt wird der DAB-Konzern auf dieser Basis mit 435 Millionen Euro bewertet. Wenn die Kartellbehörden das Vorhaben billigen, erhalten auch die Kleinaktionäre ein Übernahmeangebot. Die DAB bank, vor 20 Jahren gegründet, war der erste deutsche Anbieter, der den Direkthandel mit Wertpapieren per Telefon und Internet nach US-Vorbild etablierte. Mutmaßungen über einen Zusammenschluss mit Cortal Consors oder comdirect, engste Rivalen, gab es seit jeher. Jetzt kommt es wohl tatsächlich dazu. Die HypoVereinsbank hatte die DAB bank zur Disposition gestellt. Sie kontaktierte aktiv etwa zehn potenzielle Bieter, weil sie selbst ihr Filialgeschäft zugunsten des digitalen Angebots massiv umbaut, rund die Hälfte ihrer Filialen schließen will. Mit der DAB bank, die regelmäßig nur wenig Gewinn machte, wusste sie in diesem Kontext nichts mehr anzufangen. Auf einen Verkauf wollte sie sich aber bis zuletzt nicht festlegen. Société Générale, die in Deutschland nur mit der kleinen OnVista Bank vertreten ist, und BNP Paribas, die bereits Cortal Consors besitzt, zeigten das größte Kaufinteresse. comdirect winkte ab, weil ihr die Preisvorstellung der HypoVereinsbank zu hoch erschien. BNP Paribas erwarb 2002 den Nürnberger Discount-Broker Consors und legte ihn mit ihrer Direktbank Cortal zusammen. Camille Fohl, Deutschland-Chef von BNP Paribas, bezeichnete das jetzige Geschäft als "einmalige Gelegenheit, um in Deutschland weiter zu wachsen". Neue Geschäftsfelder erschließen sich die Franzosen dadurch nicht. Cortal Consors und DAB bank setzten beide lange ausschließlich auf Brokerage, haben ein ähnliches Preisniveau, werben über Zins-Lockangebote und forcieren seit dem letzten Jahr den Verkauf von Girokonten. Die Kundenzahl wird durch den Zukauf aber kräftig erhöht, die DAB bank hat 567.000 Kunden und direktanlage.at nochmals 67.000 Kunden. BNP Paribas schaffe damit auch eine Grundlage für den Ausbau des Privatkundengeschäfts der Gruppe in Österreich. Konkrete Angaben zu den Plänen machte BNP Paribas noch nicht.

2. direktanlage.at: SWK-Kredit mit Zinsaufpreis
Bei der direktanlage.at kann man neuerdings online ein Darlehen beantragen. Sie baute dafür keine eigenen Strukturen auf, vermittelt lediglich an die SWK-Bank. Die SWK-Bank hat ihren Sitz in Bingen am Rhein, Deutschland. Die Zinskonditionen sind sowohl beim Angebot über direktanlage.at als auch direkt über die AT-Website der SWK-Bank abhängig von der individuellen Bonität, jedoch beim direktanlage.at-Angebot etwas schlechter. So reicht der effektive Jahreszins hier bei den verfügbaren Laufzeiten (24 bis 84 Monate) jeweils von 3,70% p. a. bis 8,86% p. a., während die Spanne bei der SWK-Bank selbst 3,70% p. a. bis 8,10% p. a. beträgt. Noch deutlicher ist die Angabe des repräsentativen Kreditbeispiels: Bei einem Nettodarlehensbetrag von EUR 10.000 und einer Laufzeit von 36 Monaten erhalten zwei Drittel aller über direktanlage.at kommenden Kunden einen effektiven Jahreszins von 6,93% p. a. oder günstiger, bei der SWK-Bank 5,25% p. a. oder günstiger. Der Kredit ist für Beträge von EUR 2.500 bis EUR 50.000 bestimmt. Die Antragsstrecke der SWK-Bank ist auf den Seiten der direktanlage.at integriert. In einer Pressemitteilung erklärt Paul Reitinger, Vorstandsmitglied der direktanlage.at: "Mit dem neuen Ratenkredit ergänzen wir unser Dienstleistungsangebot um einen wichtigen Baustein und entwickeln uns damit endgültig zur primären Bankverbindung für unsere Kunden."
Auch bankdirekt.at wirbt seit Kurzem für einen externen Ratenkredit. Ihr Kooperationspartner ist wie bei vielen Genossenschaftsbanken die TeamBank. bankdirekt.at leitet über einen Button auf die Internetseite der TeamBank, Unterschiede bei den Kreditkonditionen gibt es keine.

3. eps und giropay kompatibel
Die Bezahlverfahren eps Online-Überweisung aus Österreich und giropay aus Deutschland haben ihre beiden Systeme miteinander verbunden. Dadurch können Kunden auf die bekannte Weise per Online-Banking auch in Shops aus dem jeweiligen Nachbarland einkaufen und bezahlen. Händler, die eine der beiden Bezahloptionen anbieten, erweitern automatisch ihren potenziellen Kundenkreis, können ohne technischen Mehraufwand Transaktionen mit dem Nachbarland abwickeln. Zurzeit befinden sich eps und giropay im Rollout, der im Herbst abgeschlossen sein soll. Die Allianz wurde bereits im Oktober 2012 eingegangen. Die IT-Spezifikationen für die Umsetzung wurden 2013 definiert, mit dem Ziel, dass sich die gewohnten Prozesse weder für Kunden noch für Händler verändern. Robert Reiger, Geschäftsführer des eps-Betreiberunternehmens STUZZA erklärte, dass die wirtschaftliche Vernetzung zwischen Österreich und Deutschland überaus intensiv ist und etwa die Hälfte der österreichischen Online-Bestellungen im Ausland platziert werden. Eine Kooperation habe daher nahe gelegen. Über die bilaterale Kooperation hinaus will man die Schnittstelle für weitere europäische Online-Überweisungsverfahren offenhalten.
eps oder giropay erfordern keine zusätzliche Registrierung. Bezahlt wird vom eigenen Bankkonto. Man wird auf eine gesicherte Banking-Seite seiner Bank geleitet. Hier findet man eine vorausgefüllte und nicht mehr veränderbare Überweisung vor, die alle Details des Kaufs enthält, wie Rechnungsbetrag, Verwendungszweck und Bankverbindung des Verkäufers. Durch Einloggen und Eingabe einer TAN autorisiert man die Überweisung, die über die normalen Clearingwege abgewickelt wird. Das Besondere dabei: Der Verkäufer erhält unmittelbar eine Zahlungsbestätigung und kann folglich sofort und ohne Zahlungsausfallrisiko die Ware verschicken. Sämtliche Banken in Österreich arbeiten mit eps zusammen. An giropay nehmen die Postbank, fast alle deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken, viele PSD-Banken, comdirect und die DKB teil. giropay können Kunden nutzen, die ein Girokonto bei einer der teilnehmenden Banken haben.

4. Der monatliche Newsticker
++ direktanlage.at senkte am 10.7.14 den Guthabenzins beim Girokonto auf 0,10% (vorher 0,25%) ++ die Erste Bank hat sich entschieden, ihre bislang rechtlich selbständige Tochter Brokerjet Bank AG und damit deren Brokerage-Angebot Brokerjet zum 1.9.14 einzugliedern. Letzteres soll als Marke unter der Bezeichnung "Brokerjet - der Online Broker der Erste Bank" fortgeführt werden ++ bankdirekt.at verzichtet im Zeitraum 22.7.14 bis 22.8.14 bei online erteilten Fondsaufträgen über uneingeschränkt alle Fondsgesellschaften vollständig auf den Ausgabeaufschlag. Bei der Auftragserteilung sollte darauf geachtet werden, dass als Ausführungsort der Eintrag "Fondsgesellschaft" ausgewählt wird. Zur Angabe des ungefähren Kurswerts rechnet die Bank auch in der Aktionszeit mit dem normalen Ausgabeaufschlag, genauso wie sie auf der Auftragsbestätigung den normalen Ausgabeaufschlag ausweist, die tatsächliche Abrechnung erfolgt aber mit null Prozent Ausgabeaufschlag. Von bankdirekt.at gab es im Mai schon einmal dieses Angebot, damals jedoch nur für einen einzigen Tag ++ direktanlage.at bietet in der Zeit vom 7.7.14 bis zum 29.8.14 bei einer Auswahl von Fonds volumenunabhängig einen Rabatt von 80% auf den Ausgabeaufschlag. Die Auswahl umfasst insgesamt 32 Fonds von fünf Fondsgesellschaften (DWS, Franklin Templeton, M&G Investments, Pioneer Funds, UBS) ++ die russische Sberbank ist parallel zu den von der Europäische Union beschlossenen Finanzsanktionen gegen Russland auf dem deutschen Einlagenmarkt eingestiegen. Mit der österreichischen Bankkonzession und unter der Marke Sberbank Direct wird zunächst ausschließlich ein online geführtes Tagesgeldkonto angeboten. Für die Einlagensicherung ist die Banken & Bankiers GmbH in Österreich zuständig. Das Tagesgeldangebot stammt von der Frankfurter Zweigniederlassung der Sberbank Europe. Die Sberbank Europe hat in Wien ihr Hauptquartier. Sie steuert die zentral- und osteuropäischen Aktivitäten der Gruppe, die zugekauft sind. Im Februar 2012 erwarb die Sberbank nämlich die Auslandstöchter des österreichischen Volksbanken-Spitzeninstituts ÖVAG. Auf dem österreichischen Markt gibt es die Sberbank Direct nicht, hier haben sich die Russen entschieden, im Geschäft mit Privatkunden die DenizBank auszubauen. Seit Oktober 2012 gehört die DenizBank fast zu 100 Prozent der Sberbank, die Anteile wurden von der angeschlagenen belgisch-französischen Dexia-Gruppe übernommen ++

5. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld


DenizBank senkt am 11.8.14 um 0,05% auf 1,10%.


Die Porsche Bank senkt am 7.8.14 auf 0,85% (bisher 1,00%).


ING-DiBa Austria, mit 521.000 Kunden größte Direktbank Österreichs, passte zum 1.8.14 beim Kernprodukt "Direkt-Sparen" von 1,00% auf 0,80% an. Die Zinsänderung davor liegt bei ING-DiBa Austria schon etwas länger zurück, sie war im März 2013.


Die Santander Consumer Bank senkte erstmals seit Produkteinführung im Oktober vergangenen Jahres ihren Tagesgeldzins. Seit 15.7.14 lautet er auf 1,20% (vorher 1,40%). Zinssenkungen muss die Bank gemäß ihren Vertragsbedingungen zwei Monate vor dem geplanten Zeitpunkt schriftlich ankündigen. Aus diesem Grund erhalten bestehende Kunden die vorangegangenen 1,40% abweichend davon noch bis zum 15.9.14.


Die Allianz Investmentbank ist offenbar nicht mehr an Tagesgeldeinlagen interessiert, sie senkte am 14.7.14 von 0,125% auf mikroskopisch kleine 0,05%. Im Vergleich ist sie Schlusslicht.

6. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen


Die Porsche Bank senkt am 7.8.14 bei 6 Monaten auf 0,95% (bisher 1,15%) und bei 12 Monaten auf 1,00% (bisher 1,20%).


VakifBank änderte am 4.8.14 bei 9 Monaten auf 1,40% (vorher 1,30%) und bei 12 Monaten auf 1,51% (vorher 1,61%). Vorangegangen war am 25.7.14 eine Senkung bei 2 bis 8 Jahren überwiegend um 0,10%.


DenizBank, die bei sehr vielen Laufzeiten vorne lag, teilweise auch jetzt noch vorne liegt, senkte zum 1.8.14 in allen um 0,10%. Es gelten für 6 Monate 1,30%, für 9 Monate 1,40%, für 12 Monate 1,50%, für 2 Jahre 1,80%, für 3 Jahre 1,90%, für 4 Jahre 2,00%, für 5 Jahre 2,10%, für 6 Jahre 2,20%, für 7 Jahre 2,30%, für 8 Jahre 2,40%, für 9 Jahre 2,50% und für 10 Jahre 2,60%.


Die Denzel Bank erhöhte am 31.7.14 befristet bei 6 Monaten auf 1,35% (vorher 1,20%) und bei 12 Monaten auf 1,45% (vorher 1,30%). Ab 1.9.14 sollen wieder die vorangegangenen Zinssätze gelten.


Die Amsterdam Trade Bank aus den Niederlanden erhöhte am 30.7.14 ab 6 Monaten um 0,10% bis 0,15%. Ihre Zinssätze lauten: 6 sowie 9 Monate - 1,25% (vorher 1,15%), 12 Monate - 1,45% (vorher 1,30%), 2 Jahre - 1,55% (vorher 1,40%), 3 Jahre - 1,70% (vorher 1,60%), 4 Jahre - 1,80% (vorher 1,70%), 5 Jahre - 1,90% (vorher 1,80%)


BIGBANK aus Estland erhöhte am 21.7.14 bei 12 Monaten um 0,05%, die weiteren Laufzeiten senkte sie jedoch, und zwar die 2-jährige Laufzeit um 0,05% und die darüber um 0,15%. Zum Beispiel gelten bei 5, 6, 7 und 10 Jahren und Anlagebeträgen unter EUR 10.000 2,05% (vorher 2,20%) bzw. bei Anlagebeträgen ab EUR 10.000 2,10% (vorher 2,25%).


easybank senkte am 18.7.14, insbesondere bei 5 Jahren, wo jetzt für Anlagebeträge bis EUR 7.000 1,20% (vorher 1,40%) angeboten werden, für Anlagebeträge größer EUR 7.000 bis EUR 35.000 1,30% (vorher 1,70%) und für Anlagebeträge größer EUR 35.000 1,50% (vorher 2,00%).


Livebank.at verringerte per 16.7.14 um jeweils 0,10%. Sie verzinst nun bei 12 Monaten mit 0,75%, bei 2 Jahren mit 0,95%, bei 3 Jahren mit 1,10%, bei 4 Jahren mit 1,35% und bei 5 Jahren mit 1,60%.


Die Santander Consumer Bank senkte am 15.7.14 um 0,15% bis 0,30%. Es gelten bei 6 Monaten 1,25% (vorher 1,40%), bei 9 Monaten 1,35% (vorher 1,50%), bei 12 Monaten 1,45% (vorher 1,625%), bei 2 Jahren 1,70% (vorher 2,00%) und bei 3 Jahren 1,80% (vorher 2,10%).


Generali Bank senkte am 14.7.14 bei 9 Monaten auf 0,625% (vorher 0,75%), bei 12 Monaten auf 0,80% (vorher 1,00%) und bei 2 Jahren auf 1,10% (vorher 1,20%).

Noch einen schönen Monat August wünscht

m o d e r n - b a n k i n g

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