Newsletter: Direktbanken.News 05/2015

Willkommen zu den monatlichen News von modern-banking.at


Themenüberblick
1. Savedo blickt in Richtung Österreich
2. Republik will nicht mehr für Sparguthaben haften
3. Der monatliche Newsticker
4. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld
5. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen




1. Savedo blickt in Richtung Österreich
Im Dezember gestartet, können seit Mitte April auch Österreicher über die in Berlin-Mitte beheimate Savedo-Zinsplattform anlegen. Savedo hat die Funktion eines Vermittlers. Geschäftsidee ist, eine Plattform für Festgeldanlagen zu etablieren, mit Banken aus dem europäischen Ausland, die mehr Zinsen bieten als hierzulande üblich. Die fest angelegten Gelder fallen unter das Recht im Land des jeweiligen Festgeldanbieters, gesichert über die für das jeweilige Institut zuständige Einlagensicherung. Letztlich setzen Anleger, die über eine solche Plattform investieren, auf funktionierende Einlagensicherungssysteme innerhalb Europas, denn die Banken mit besonders hohen Zinssätzen sind oft auch besonders wackelig. Auf Savedo ist erst ein einziger Anbieter gelistet, die tschechisch-slowakische J&T Banka mit sechs Laufzeitangeboten. Savedo handelt die Zinsangebote mit den Auslandsbanken aus, sorgt für die Abläufe, damit deutschen und österreichischen Kunden dort ein Konto eröffnet wird, einen deutschen Support und eine Hilfsübersetzung der Verträge. Da selbst nicht im Besitz einer Banklizenz, arbeitet Savedo mit einer Partnerbank zusammen, der biw AG aus Nordrhein-Westfalen. Dort richtet der Kunde gebührenfrei zunächst ein zentrales Abwicklungskonto ein, auf das er den Einlagebetrag einzahlen kann, um ihn im Anschluss daran anlegen zu können. Das Abwicklungskonto dient darüber hinaus zur Legitimation bei den Auslandsbanken. Man muss deshalb erfreulicherweise nur einmalig ein Ident-Verfahren machen, egal wie viele Festgeldkonten es später werden. Im elektronischen Postfach dieses Kontos werden die anfallenden Dokumente wie Saldenbestätigungen, Steuerbescheinigungen und Schreiben der Auslandsbanken gebündelt hinterlegt.
In Deutschland konkurrieren mittlerweile drei solcher Zinsplattformen. WeltSparen ist der Anbieter, der das Feld als Erster absteckte. Nachdem Savedo mit einem deckungsgleichen Konzept dem Beispiel gefolgt war, überzeugte WeltSparen die J&T Banka zweigleisig zu fahren, auch über WeltSparen die Zinsangebote vermitteln zu lassen. Da dort für die Interessenten die weitaus größere Auswahl an Anlagemöglichkeiten besteht, machte dieses Manöver Savedo im Grunde überflüssig. Savedo hat nun als erste der drei Plattformen Österreich für sich entdeckt. Der Markteintritt wurde mit geringem Aufwand umgesetzt. Zwar richtete Savedo eine Telefonnummer für österreichische Kunden und eine AT-Domain ein, die Texte des Webauftritts sind jedoch nahezu identisch mit denen des DE-Webauftritts. Wo notwendig, wurde das Wort Deutschland durch Österreich ersetzt und die Grafiken wurden den Statistiken angepasst. Um eine österreichische Abwicklungsbank bemühte man sich nicht, so müssen Österreicher den Weg über Deutschland zu den Festgeldanbietern nehmen. Die Legitimation bei der biw Bank wird bei den Kunden aus Österreich über ein Brief.Ident durch den Postboten hereingeholt.
Zur J&T Banka sind dies die Eckpunkte: Es werden bei einer Laufzeit von 12 Monaten zurzeit 1,80% angeboten, bei 2 Jahren 2,00%, bei 3 Jahren 2,20%, bei 4 Jahren 2,30%, bei 5 Jahren 2,40% und bei 10 Jahren 2,60%. Die Mindestanlage beträgt EUR 10.000. Die Zinserträge schreibt die Bank am Laufzeitende gut, bei den mehrjährigen Laufzeiten mit eingerechnetem Zinseszinseffekt. EUR 25,00 Eröffnungsbonus spornen zum Abschluss an. Der Bonus ist erhältlich, wenn die Festgeld-Antragsstrecke bis 31.5.15 durchlaufen und währendem der Gutscheincode "AT25" eingegeben wird. Daneben muss der Anlagebetrag bis zum 15.6.15 bei der J&T Banka eingehen. Die 1998 gegründete J&T Banka hat ihren Hauptsitz im tschechischen Prag, das Zinsangebot für die Anleger stammt von ihrer slowakischen Niederlassung in Bratislava. Die J&T Banka ist ein Unternehmen der J&T Finance Group, die Beteiligungen in verschiedenen Industriezweigen hält. Die Anlagewährung ist der Euro. Sollte eine Entschädigung durch die zuständige tschechische Einlagensicherung in Anspruch genommen werden müssen, wird in Kronen zurückgezahlt. Sofern der österreichische Kunde eine vom Finanzamt ausgestellte Ansässigkeitsbescheinigung rechtzeitig vorlegt, wird der Abzug der Quellensteuer vermieden. So oder so hat der Anleger sich selbst um die Versteuerung der Kapitalerträge in Österreich mittels der Steuererklärung zu kümmern.

2. Republik will nicht mehr für Sparguthaben haften
Die bisherige staatliche Garantie für private Einlagen soll nach Plänen der österreichischen Regierung in Kürze aufgehoben werden. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf hat das Finanzministerium ausgearbeitet und dem Nationalrat übermittelt. In Kraft treten könnte das Gesetz bereits im Juli. Der abgesicherte Betrag wurde zum Januar 2010 EU-weit von EUR 50.000 auf EUR 100.000 je Institut und Kunde angehoben, seitdem stehen in Österreich die Banken für Einlagen bis EUR 50.000 gerade und der Staat für den Teilbetrag zwischen EUR 50.000 und EUR 100.000. Zukünftig sollen die Banken bei der Einlagensicherung auch für den bislang staatlich abgesicherten Teilbetrag aufkommen. Während die Geldhäuser nach der bestehenden Regelung erst dann verpflichtet sind, Gelder für den Schutz der Sparer aufzutreiben, wenn der Schadensfall eingetreten ist, soll nach der Reform erstmals vorab Geld bereitstehen: Aus Beiträgen ist schrittweise bis ins Jahr 2024 ein Fondsvermögen von mindestens 0,8 Prozent der gedeckten Einlagen einzurichten. Wie stark sich die Last auf die einzelnen Institute verteilt, soll sich auf Basis einer Risikoabschätzung bemessen. Insgesamt stellen die Einzahlungen einen hohen Aufwand dar, der zusätzlich zu Belastungen wie der Bankenabgabe gestemmt werden muss.
Der Rückzug des Staates sorgt im Falle Österreichs im In- und Ausland für Nervosität. In Deutschland zum Beispiel sind für die Sicherung seit jeher alleine die verbandseigenen Einrichtungen zuständig, die Wahrscheinlichkeit wird hier wohl aber höher eingeschätzt, dass einer Sicherungseinrichtung bei großen Pleiten geholfen wird. Die Rettungsaktionen der Vergangenheit für Institute wie der Hypo Alpe Adria und dem Volksbanken-Spitzeninstitut ÖVAG kosteten die Alpenrepublik viel Geld und brachten Handlungsdruck. Das Entledigen von der Haftung wird auch im Zusammenhang mit der Causa Hypo Alpe Adria und deren Bad Bank Heta gesehen, wo Österreich nicht zimperlich mit den Gläubigern umgeht. Das Finanzministerium in Wien verwies nach einem großen Medienecho auf die Vorgaben aus Brüssel. Die Einlagensicherungsrichtlinie und die Abwicklungsrichtlinie würden die Reform notwendig machen und der Steuerzahler dürfe am Ende nicht belastet werden. Sollten die Institute in der langen Übergangsphase mit ihren erst aufzubauenden Fonds bei großen Sicherungsfällen überfordert sein, wird der Bund sie nicht hängen lassen, hieß es außerdem. Es ist vorgesehen, dass sich eine Sicherungseinrichtung notfalls Geld leihen kann. Wer den Kredit zu welchen Konditionen geben soll, ist im Gesetzesentwurf aber nicht festgelegt.
Daneben gibt es mit den neuen Vorschriften weitere Änderungen: Der betroffene Kunde soll künftig schneller zu seinem Geld kommen, die Auszahlungsfrist wird von derzeit 20 auf 7 Arbeitstage verkürzt. Und für besonders schutzwürdige Einlagen wird ein erhöhter Schutzumfang von EUR 500.000 eingeführt. Dieser greift drei Monate lang bei bestimmten Lebensereignissen, die dazu führen, dass ein Zahlungsempfänger kurzfristig einen hohen Geldbetrag bei einer Bank parkt. Für besonders schutzbedürftig hält der Gesetzgeber Beträge aus dem Verkauf einer privat genutzten Immobilie, aus Erbschaft, Mitgift oder Scheidungsvereinbarung. Dem Empfänger soll in solchen Fällen Zeit für die Entscheidung gegeben werden, wie er einen erhaltenen Betrag aufteilt und anlegt. Einen eigenen Haftungsverbund können die Sektoren weiterhin unterhalten, bislang gibt es in Österreich fünf davon (Sparkassen, Raiffeisenbanken, Volksbanken, Privatbanken und Landeshypothekenbanken). Es läuft jedoch auf ein einziges System hinaus: Ab Januar 2019 sollen die Fonds laut dem Entwurf einer allgemeinen Sicherungseinrichtung der Weisungsgewalt der Wirtschaftskammer unterstellt werden. Auf die Vermögen der Fonds soll die Wirtschaftskammer dabei nur in letzter Instanz zugreifen können.

3. Der monatliche Newsticker
++ bankdirekt.at bietet im gesamten Monat Mai - exakt wie im Vorjahr - drei Sonderkonditionen im Handel, die für alle gelten: Erstens können außerbörslich alle Produkte der Raiffeisen Centrobank und der BNP Paribas ohne Orderspesen gehandelt werden. Zweitens erhält man bei Käufen und Verkäufen über die Wiener Börse eine Ermäßigung von 50 Prozent auf die Orderspesen der bankdirekt.at, die sich aus einer Grundgebühr und einer prozentualen Gebühr auf den Kurswert zusammensetzen. Und drittens schreibt bankdirekt.at für im Mai abgerechnete Kaufaufträge von KEPLER-Fonds im Gegenwert von mindestens EUR 5.000 einen Bonus von EUR 50,00 gut. Dasselbe Angebot gilt für Lyxor-ETFs, sodass insgesamt ein Bonus von EUR 100,00 möglich ist. Pro Depot wird der Bonus für KEPLER-Fonds bzw. Lyxor-ETFs jeweils nur einmal gewährt. Aus der Produktpalette der beiden Fondsgesellschaften kann frei gewählt werden, der Betrag sich auch auf mehrere Fonds bzw. ETFs verteilen ++ bei bankdirekt.at lohnt es sich, für den Fondserwerb auf einen anstehenden Aktionstag zu warten: Am 20.5.15 verzichtet sie wieder bei online erteilten Fondsaufträgen über uneingeschränkt alle Fondsgesellschaften auf die Ausgabeaufschläge. Bei der Auftragserteilung ist als Ausführungsort der Eintrag "Fondsgesellschaft" auszuwählen. Zur Angabe des ungefähren Kurswerts rechnet bankdirekt.at mit dem normalen Ausgabeaufschlag, genauso wie sie auf der Auftragsbestätigung den normalen Ausgabeaufschlag ausweist, tatsächlich abgerechnet wird aber mit null Prozent Ausgabeaufschlag ++

4. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld


Die Denzel Bank senkte zum 1.5.15 auf 0,75% (vorher 0,85%).


Die Porsche Bank kürzte am 23.4.15 auf 0,65% (vorher 0,75%).


Die Amsterdam Trade Bank mit Sitz in der niederländischen Hauptstadt kürzte am 20.4.15 auf 1,00% (vorher 1,05%).

5. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen


Die Denzel Bank wird zum 18.5.15 um 0,10 bis 0,25 Prozentpunkte senken, die neuen Sätze lauten: 6 Monate - 1,00% (bisher 1,10%), 12 Monate - 1,10% (bisher 1,20%), 2 Jahre - 1,20% (bisher 1,30%), 3 Jahre - 1,30% (bisher 1,45%), 4 Jahre - 1,40% (bisher 1,65%), 5 Jahre - 1,50% (bisher 1,75%)


Die DenizBank, der insgesamt gesehen zurzeit wohl zinsstärkste Anbieter, wird am 15.5.15 durchgängig um 0,05 Prozentpunkte absenken. Das werden die neuen Zinssätze sein: 6 Monate - 1,15%, 9 Monate - 1,25%, 12 Monate - 1,35%, 2 Jahre - 1,65%, 3 Jahre - 1,75%, 4 Jahre - 1,85%, 5 Jahre - 1,95%, 6 Jahre - 2,00%, 7 Jahre - 2,05%, 8 Jahre - 2,10%, 9 Jahre - 2,15%, 10 Jahre - 2,20%


Die Porsche Bank senkte am 23.4.15 bei 6 Monaten auf 0,75% (vorher 0,85%) und bei 12 Monaten auf 0,80% (vorher 1,00%).


Die AutoBank senkte am 20.4.15 um 0,16 bis 0,49 Prozentpunkte, am stärksten bei 4 Jahren auf 1,41% (vorher 1,77%), bei 5 Jahren auf 1,51% (vorher 2,00%) und bei 8 Jahren auf 1,61% (vorher 2,10%).


Die Amsterdam Trade Bank aus den Niederlanden verringerte am 20.4.15 bei 6 sowie 9 Monaten auf 1,00% (vorher 1,25%) und bei 12 Monaten auf 1,30% (vorher 1,45%).


VakifBank erhöhte am 13.4.15 bei 3 Jahren um 0,10 Prozentpunkte und senkte ab 5 Jahren um 0,06 bis 0,16 Prozentpunkte. Nachfolgend die Laufzeiten, deren Zinssätze sich änderten: 3 Jahre - 1,75% (vorher 1,65%), 5 Jahre - 1,90% (vorher 2,01%), 6 bis 10 Jahre - 1,95% (vorher 2,01% bei 6 bis 8 Jahren und 2,11% bei 9 bis 10 Jahren)

Noch einen schönen Monat Mai wünscht

m o d e r n - b a n k i n g

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