Newsletter: Direktbanken.News 02/2013

Willkommen zu den monatlichen News von modern-banking.at


Themenüberblick
1. Shell plant Bargeldservice
2. Island im Icesave-Streit befreit von ausländischen Forderungen
3. Der monatliche Newsticker
4. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld
5. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen




1. Shell plant Bargeldservice
Das Mineralölunternehmen Shell will einige seiner österreichischen Tankstellen mit einem von Wincor-Nixdorf entwickelten Kassensystem ausstatten, das Bankkunden das Bargeldabheben von ihrem Konto ermöglicht. Nach einer Pilotphase im kommenden Sommer sollen bis Jahresende mindestens 125 Stationen umgestellt sein. Die easybank nimmt als Bankpartner an dem Projekt teil. easybank-Kunden können somit schon bald mittels ihrer Bank-/Kreditkarte und der dazugehörigen Geheimzahl an den Tankstellen sich mit Bargeld versorgen. Das Geld wird persönlich ausgehändigt. Der Service ist unabhängig vom Tanken oder einem Einkauf. Da die Auszahlungen mit den Tankstelleneinnahmen verrechnet werden, sorgt das System gleichzeitig für mehr Sicherheit, da es die Bargeldbestände an den Tankstellen reduziert. Das System zählt Bargeld, prüft es auf Echtheit, lagert es automatisch im Kassentresor ein und gibt Wechselgeld heraus. Die Tankstelle erfülle heute eine Nahversorgungsfunktion, erklärte Nikolas Iwan, Leiter des Tankstellengeschäfts von Shell Austria: "Unsere Kunden erwarten bei den regelmäßig nötigen Tankstopps gleich auch andere Notwendigkeiten des täglichen Lebens erledigen zu können."
In Deutschland führten Shell und Wincor-Nixdorf das Kassensystem ab 2009 ein. An mehr als 1.300 der 2.200 Stationen kann dort mittlerweile Bargeld abgehoben werden. Bankpartner ist hier die Postbank. Seit Ende der Einführungsphase können auch Kunden fremder Institute den Bargeldservice gegen Gebühr nutzen. Für Kunden von Mitgliedsinstituten des Geldautomatenverbunds Cash Group ist er gebührenfrei.

2. Island im Icesave-Streit befreit von ausländischen Forderungen
Der Gerichtshof der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) schützt Island durch seine Entscheidung vom 28.1.13 vor einer Staatshaftung nach dem Zusammenbruch von Icesave. Icesave war eine Internettochter der isländischen Privatbank Landsbanki, die in Großbritannien und den Niederlanden mit hohen Zinsen mehr als 400.000 Kunden anzog. Der Streit begann 2008, als alle drei großen Banken Islands binnen Tagen kippten und sich die Mittel des nationalen Einlagensicherungsfonds als unzureichend erwiesen. Die Regierung in Reykjavik übernahm kurzerhand die Kontrolle bei den Banken, sperrte den Anlegern den Zugriff auf ihre Konten und verschob Unternehmensteile sowie die Einlagen der inländischen Kunden zu einer "guten" Bank, der neu gegründeten staatlichen "New Landsbanki". Das ausländische Einlagengeschäft blieb im insolventen Rest-Institut, weshalb die ausländischen Anleger noch mehr im Regen standen. Um Unruhe auf den eigenen Kapitalmärkten zu vermeiden, sprangen Großbritannien und die Niederlande ein und ersetzten die Icesave-Einlagen ihrer Landsleute. Anschließend forderten beide Staaten von Island den durch den isländischen Einlagensicherungsfonds zugesicherten Betrag zurück, insgesamt rund 3,8 Milliarden Euro plus Zinsen. Zwischen Reykjavik, London und Den Haag wurden zwei Abkommen zur Begleichung der Ansprüche ausgehandelt, aber nie umgesetzt. Die Abkommen scheiterten, da Staatspräsident Olafur Grimsson seine Unterschrift verweigerte und in den darauf folgenden Volksabstimmungen über 90 Prozent dagegen votierten. Seither versuchen Großbritannien und die Niederlande, das Geld auf dem Klageweg zu bekommen. Weil Island kein EU-Mitglied ist, wohl aber Mitglied der EFTA, reichten sie Klage beim EFTA-Gerichtshof in Luxemburg ein. Neben Island sind Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein Mitglieder der EFTA. Das Gericht sieht den Staat nicht zu Entschädigungen verpflichtet, wenn ein Einlagengarantiesystem seine Verbindlichkeiten in einer systemischen Krise nicht mehr bedienen kann. Der von isländischen Banken errichtete Einlagensicherungsfonds sei keine staatliche Einrichtung. Die Regierung in Reykjavik habe nicht gegen Gesetze verstoßen, als sie es abwies, britische und niederländische Icesave-Anleger zu entschädigen. Weiter schloss das Gericht alleine wegen des Umstands, dass inländische Spargelder nach dem Zusammenbruch auf eine neu gegründete Bank transferiert wurden, nicht auf Diskriminierung ausländischer Kunden.
Das Urteil kann auf EFTA-Ebene nicht mehr angefochten werden. Die Ansprüche von Großbritannien und den Niederlanden werden nun weiterhin über die begonnenen Rückzahlungen aus der Insolvenzmasse bedient. Das Urteil rückt grenzüberschreitendes Banking in ein ungünstiges Licht. Es wird erneut deutlich, dass sich die Einlagensicherungssysteme in ihrer Leistungsfähigkeit unterscheiden. Darüber hinaus wirft es auch die beunruhigende Frage auf, ob alle Anleger tatsächlich gleichermaßen geschützt sind.

3. Der monatliche Newsticker
++ bankdirekt.at bietet auch im Zeitraum vom 1.2.13 bis zum 30.4.13 ihre Brokerage-Aktion mit Sonderzins auf dem Verrechnungskonto an. Allerdings beträgt der Sonderzins jetzt 2,30% p. a. statt zuvor 2,50% p. a., er kommt für Guthabenteile bis EUR 50.000 zur Anwendung. Das Enddatum der Zinsgarantie wurde nicht weiter nach hinten gesetzt, es ist unverändert der 30.6.13 ++

4. Die Zinsentwicklung beim Tagesgeld


DenizBank kürzt am 11.2.13 um 0,10% auf 1,40%.


hypodirekt.at legte für Eröffnungen ab 1.2.13 ein Angebot mit 1,25% auf. Zuvor wurde mit 1,32% eingeworben. Für bestehenden Kunden änderte sich nichts.


Bei ING-DiBa Austria beträgt der Sonderzins, der Neukunden in den ersten sechs Monate eingeräumt wird, ab Eröffnungsdatum 1.2.13 nur noch 1,85% p. a. (vorher 2,00% p. a.).


bankdirekt.at verringerte am 1.2.13 beim "Extrakonto" nochmals um 0,10%, verzinst jetzt mit 1,00%.


Denzel Bank setzte am 1.2.13 von 1,35% auf 1,25% herab.


Die Porsche Bank senkte am 24.1.13 von 1,30% auf 1,20%.


Amsterdam Trade Bank mit Sitz in den Niederlanden verringerte am 24.1.13 von 1,75% auf 1,50%.


direktanlage.at senkte am 8.1.13 den Standardzins von 1,40% auf 1,30%.

5. Die Zinsentwicklung bei den Festzinsanlagen

Die Denzel Bank kündigte an, am 15.2.13 um 0,10% bis 0,25% zurückzunehmen. Es gelten dann für 6 Monate 1,40% (bisher 1,50%), für 12 Monate 1,45% (bisher 1,65%), für 2 Jahre 1,55% (bisher 1,75%), für 3 Jahre 1,75% (bisher 2,00%), für 4 Jahre 1,85% (bisher 2,10%) und für 5 Jahre 2,00% (bisher 2,20%).


Livebank.at senkte am 1.2.13 bei 6 Monaten auf 1,00% (vorher 1,25%) und bei 2 Jahren auf 1,55% (vorher 1,60%), erhöhte aber auch bei 5 Jahren auf 2,10% (vorher 2,00%).


ING-DiBa Austria nahm am 1.2.13 bei 6 Monaten um 0,10% und bei 12 Monaten um 0,20% zurück. Für beide Laufzeiten gelten bei einem Anlagebetrag unter EUR 25.000 1,20% (vorher 1,30% bzw. 1,40%), bei einem Anlagebetrag ab EUR 25.000 bis unter EUR 50.000 1,30% (vorher 1,40% bzw. 1,50%) und ab einem Anlagebetrag von EUR 50.000 1,40% (vorher 1,50% bzw. 1,60%).


Die Porsche Bank kürzte am 24.1.13 bei 6 Monaten auf 1,30% (vorher 1,45%) und bei 12 Monaten auf 1,55% (vorher 1,75%).


Die Amsterdam Trade Bank senkte am 24.1.13 bei den Laufzeiten bis 9 Monate um 0,25% und bei den Laufzeiten darüber um 0,20%. Es gelten zum Beispiel für 2 Jahre 1,90% (vorher 2,10%), für 4 Jahre 2,20% (vorher 2,40%) und für 5 Jahre 2,30% (vorher 2,50%).


VakifBank erhöhte zum 23.1.13 bei 2 Jahren von 1,875% auf 2,00%.


bankdirekt.at senkte am 18.1.13 bei der verbliebenen 12-monatigen Laufzeit von 1,30% auf 1,15%.


Die Denzel Bank verringerte am 15.1.13 ab 12 Monaten um 0,10% bis 0,30%. Es gelten für 12 Monate 1,65% (vorher 1,75%), für 2 Jahre 1,75% (vorher 2,00%), für 3 Jahre 2,00% (vorher 2,25%), für 4 Jahre 2,10% (vorher 2,375%) und für 5 Jahre 2,20% (vorher 2,50%).

Noch einen schönen Monat Februar wünscht

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