Festzinsanlage: SPAR-Anlage als Alternative zu den Bankangeboten

Die Zinssätze der SPAR-Anlage sind meist attraktiv, die Bedingungen der Anlage aber nicht so einfach zu überblicken, wie die klar strukturierte Internetseite zum Angebot suggerieren mag. Für den höheren Zins nimmt man ein gewisses Risiko in Kauf.

Die Aufmachung zielt auf Anleger ab, die ansonsten Festzinsangebote von Banken nutzen. Es handelt sich jedoch um ein Wertpapier, eine kurzfristige Unternehmensanleihe. Emittent und somit Schuldner ist die SPAR Österreichische Warenhandels-AG, Salzburg. Auf dem Anleihemarkt gibt es eine Vielzahl von Anlagemöglichkeiten, wobei sich die Anleihe von SPAR durch den Vertriebsweg unterscheidet. Sie wird nicht an der Börse gehandelt, sondern ausschließlich über die Internetseite sparanlage.at zur Zeichnung angeboten und über ein bei der SPAR FINANZ BANK AG geführtes Konto/Depot verwahrt. Erwerb und Verwahrung sind für den Anleger dabei spesenfrei. Da es sich um kein Bankangebot handelt, gibt es auch keine Einlagensicherung, die für die Zahlung der Zinsen sowie die Rückzahlung des angelegten Kapitals in Anspruch genommen werden könnte. Es haftet lediglich die SPAR Österreichische Warenhandels-AG mit ihrem Vermögen. Daher ist es wichtig, deren Zahlungsfähigkeit zu beurteilen, um das Verlustrisiko einzuschätzen.

Es werden Laufzeiten von einem Monat bis fünf Jahre angeboten. Die Mindestanlage liegt bei EUR 1.000, die Höchstanlage bei EUR 500.000. SPAR gibt Festzinsangebote für die nächsten fünf Bankarbeitstage an, da der jeweils gültige Zinssatz am Tag des Geldeingangs maßgebend ist. Zum unten angegebenen Aktualisierungsdatum gelten folgende Konditionen:


Laufzeit Zinssatz p. a.
1 Monat 0,60%
3 Monate 0,70%
6 Monate 0,80%
12 Monate 1,00%
2 Jahre 1,20%
(entspricht 1,193% bei jährlicher Zinsgutschrift)
3 Jahre 1,35%
(entspricht 1,332% bei jährlicher Zinsgutschrift)
5 Jahre 1,60%
(entspricht 1,563% bei jährlicher Zinsgutschrift)

Am Fälligkeitstag wird das angelegte Kapital, falls keine anderweitige Weisung vorliegt, zusammen mit den Zinsen für die gesamte Periode auf das gegenüber der SPAR FINANZ BANK AG bekannt gegebene Konto überwiesen. Ein Zinseszinseffekt entsteht während der Laufzeit nicht. Im Falle einer vorzeitigen Auflösung durch den Anleger werden 0,10% p. a. je verbleibenden Monat dem ursprünglich vereinbarten Zinssatz abgezogen. Monatsbruchteile werden anteilsmäßig berechnet. Wären beispielsweise bis zur Endfälligkeit noch fünf Monate, würde der ursprünglich geltende Zins um 0,50% (5 x 0,10%) für die gesamte Periode verringert. Sollzinsen werden jedoch keinesfalls in Rechnung gestellt. Die Kapitalerträge werden durch eine Gesetzesänderung seit 1.1.16 anders als bei Bankeinlagen mit einem besonderen Steuersatz von 27,5% statt 25,0% versteuert. Für weitere Details beachten Sie bitte auch die Anleihebedingungen.

Die Internationale SPAR-Zentrale hat ihren Sitz in Amsterdam, wo 1932 die erste SPAR-Organisation von Adriaan van Well gegründet wurde. Ziel war der Zusammenschluss von Einzelhandelskaufleuten zu einer freiwilligen Handelskette, wodurch alle Beteiligten profitieren sollten. In Österreich wurden nach diesem Vorbild zunächst unabhängig voneinander zehn Unternehmen gegründet, die sich 1970 zur SPAR Österreichischen Warenhandels-AG zusammenschlossen. Die SPAR Österreichische Warenhandels-AG ist heute die größte eigenständige SPAR-Gesellschaft weltweit. Ihr Kerngeschäft ist der Lebensmittelmarkt in Österreich (SPAR, EUROSPAR, INTERSPAR, Maximarkt). Die Standorte werden teils im Eigenbetrieb und teils von selbständigen Kaufleuten geführt. Weitere Geschäftsfelder sind die Shopping-Center, der Sportfachhandel und diverse Auslandsaktivitäten in Nachbarländern. Das Unternehmen befindet sich in einer starken Wachstumsphase. Der Emissionserlös der Anleihen dient im Wesentlichen zum weiteren Ausbau von Filialen und Shopping-Center sowie deren Modernisierung. Die Investitionen führten in den letzten Jahren zu einem Anstieg der Verschuldung. Die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens hängt von der erfolgreichen Umsetzung der Wachstumsstrategie ab. Die Aktien des Unternehmens befinden sich mittelbar über eine Verwaltungsgesellschaft und zwei Beteiligungsgesellschaften überwiegend im Eigentum jener Familien, die bei der Gründung der AG 1970 ihre Betriebe einbrachten.

aktualisiert am: 17.11.17 | 17:50 Uhr