Bankgeschäfte lassen sich bequem per Internet oder Telefon erledigen. Themenschwerpunkt auf modern-banking.at ist der österreichische Direktbankenmarkt. Sie erhalten einen aktuellen Überblick über Zinsen und Konditionen anhand unserer Produktvergleiche zu den inländischen Direktbanken, und darüber hinaus auch zu den Anbietern aus dem Euroraum, die sich über Landesgrenzen hinweg an Kunden in Österreich richten.

19.05.2016 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

Eigentümerwechsel bei net-m privatbank 1891

Die net-m privatbank 1891 steht vor dem Verkauf vom japanischen Mobilfunkkonzern NTT DoCoMo an die indische Hinduja-Gruppe. Die Verkaufsabsicht haben die bisherigen Eigentümer der BaFin angezeigt, als Aufsichtsbehörde muss sie der Transaktion noch zustimmen. Es wurde kommuniziert, dass diese Anzeige bei der BaFin erfolgte, viel mehr nicht. Die beteiligten Parteien unterschrieben am Dienstag die Vereinbarung, über die vertraglichen Details sei Stillschweigen vereinbart worden. Aufnehmende Gesellschaft aufseiten der Hinduja-Gruppe ist die Base Oil Supply Limited.

NTT DoCoMo baute die Bank ab 2012 neu auf, richtete sie auf eigentlich zurzeit häufig nachgefragte Dienste wie mobiles Payment und White-Label-Banking aus. Letzteres bringt Unternehmen ohne Banklizenz in die Lage, Bankinglösungen zu realisieren. Im eigenen Direktgeschäft ist die net-m privatbank 1891 ein Tagesgeldanbieter, noch im vergangenen Monat ist sie mit hohen Zinssätzen auch bei den Online-Festgeldanlagen eingestiegen. Eine Rentabilität war offenbar nicht absehbar. 2014, das sind die aktuellsten veröffentlichten Geschäftszahlen, betrug das Minus vor Steuern 1,516 Millionen Euro. Zwar sind das rund 439.000 Euro weniger Verlust als im Vorjahr, aber bei deutlich niedrigeren Bilanzsummen. Schon alleine aus dem Grund wird der Eigentümerwechsel zu größeren Restrukturierungen führen. Die Hinduja-Gruppe ist in mehreren Ländern und Branchen tätig, unter anderen in den Branchen Finanzen, Transport, Telekommunikation, Film und Öl. Die Gruppe gehört den Brüdern Srichand Hinduja, Gopichand Hinduja, Prakash Hinduja und Ashok Hinduja. Der 80-jährige Srichand Hinduja und der 76-jährige Gopichand Hinduja stehen in Großbritannien zusammen an zweiter Position der von Sunday Times erstellten "Rich List 2016". Die Gruppe betreibt in ihrem europäischen Finanzgeschäft mit Teams in London und Genf Investmentbanking, in der Schweiz und in Italien hat sie Banklizenzen, bietet dort die Vermögensverwaltung für private Kunden und Handelsfinanzierungen an.

11.05.2016 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

HypoVereinsbank stellt auf Girokonten mit höheren Preisen um

Die HypoVereinsbank wird zum 1.7.16 drei neue Girokontenmodelle einführen und dann nur noch diese und das Jugendkonto zum Abschluss anbieten. Die Konditionen des Jugendkontos bleiben gleich, lediglich dessen Bezeichnung ändert sich leicht. Dass Änderungen bevorstehen zeigte sich nach außen weil zahlreiche Inhaber des kostenlos geführten "Konto Online" per Post ein Schreiben erhielten. Ihr Konto soll in ein "AktivKonto" umgewandelt werden - sofern sie nicht innerhalb einer Frist von zwei Monaten nach Brieferhalt widersprechen. Konto Online und AktivKonto sind beides Kontomodelle für die ausschließliche Online-Nutzung, das neue Modell kostet jedoch monatlich EUR 2,90 und die girocard EUR 5,00 pro Jahr extra. Weiterhin werden für beleghafte und per Telefon-Banking veranlasste Überweisungen jeweils EUR 2,50 anfallen, zukünftig auch am SB-Terminal, nur per Online-Banking sind sie kostenlos. Die optionale MasterCard wird zu diesem Konto EUR 30,00 statt bislang EUR 20,00 im Jahr kosten, reduziert gegebenenfalls um den Umsatzbonus. Nicht wenige der Kunden hatten schon einmal ein solches Schreiben erhalten, mit dem sie in ein neues Kontomodell gedrängt wurden. Die HypoVereinsbank überarbeitete nämlich auch im Jahr 2012 ihr Girokontoangebot grundlegend. Bei Widerspruch gegen die Umstellung können die Kunden vorerst bei dem Bisherigen bleiben. Die Bank weist dann aber darauf hin, dass die derzeitigen Konditionen in absehbarer Zeit nicht mehr angeboten werden können. Das ist unmissverständlich eine weitere Parallele zu der Vorgehensweise ab 2012, die HypoVereinsbank erklärte nach einigen Monaten den Wechselunwilligen die Kontobeziehung für beendet.

Neu sind auch das "PlusKonto" und das "ExklusivKonto", im beigelegten Flyer ist ein Weblink zu deren Konditionen genannt, über die normale Navigation des Internetauftritts ist die Seite nicht verlinkt. Beim PlusKonto sind für EUR 7,90 im Monat die girocard und alle SEPA-Überweisungen kostenfrei, unabhängig davon auf welchem Weg eingereicht. Das Modell ist dem bisherigen "Konto Komfort" sehr ähnlich, gegenüber diesem ist jedoch keine Kreditkarte mehr inbegriffen. Im neuen ExklusivKonto, für das eine Monatspauschale von EUR 14,90 genommen wird, ist eine MasterCard-Kreditkarte dagegen enthalten. Die Inhaber des ExklusivKontos heben mit der MasterCard weltweit gebührenfrei ab (eine Leistung, die es bei mehreren Direktbanken ohne Kontoführungsgebühr gibt). Bei der HypoVereinsbank haben sie daneben die Vorteile, dass sie die in Ausnahmefällen erhobenen direkten Entgelte der Geldautomatenbetreiber auf Antrag über den Kundenbetreuer erstattet bekommen und bei Reisebuchung über ein Partnerunternehmen fünf Prozent Rückvergütung auf den Reisepreis erhalten. Neukunden lässt die HypoVereinsbank übrigens derzeit noch die derzeitigen Kontomodelle abschließen, online ohne einen Hinweis darauf, dass sie bald nicht mehr aktuell sein werden.

02.05.2016 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Kurzmeldung

Ernst Huber, langjähriger Chef der in Hello bank umbenannten ehemaligen direktanlage.at, hat knapp ein Jahr nach seiner Rückkehr erneut das Unternehmen verlassen. Das wurde außergewöhnlich kurzfristig bekannt, nach einer Aufsichtsratssitzung. Es hieß, die Gründe liegen in unterschiedlichen Vorstellungen bezüglich der künftigen Ziele der Bank, er verlasse sie auf eigenen Wunsch. Huber war von 1995 bis Mitte 2012 Chef der direktanlage.at, dann drei Jahre Vorstandssprecher der damaligen Muttergesellschaft DAB Bank in München. Zurückgekehrt nach Salzburg, setzte er auch das Rebranding und das Banking-Konzept des neuen Eigentümers um, die französische BNP Paribas. Sein Nachfolger ist seit 1.5.16 der 48-jährige Gérard Derszteler. Er ist Diplom-Informatiker, war zuvor bei BNP Paribas Personal Investors in Deutschland für die Marken Consorsbank und DAB Bank tätig, verantwortlich für die Bereiche Marketing, Produktmanagement sowie Business Development.

30.04.2016 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Bearbeitungsgebühr in Österreich nicht richterlich beseitigt

Der Oberste Gerichtshof (OGH) widersprach bei der umstrittenen Bearbeitungsgebühr in Darlehensverträgen den beiden Unterinstanzen, die sie zuvor für gesetzwidrig erklärt hatten. Das teilte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) am Mittwoch in einer Aussendung mit. Damit hat Österreichs höchstes Zivilgericht auch anders entschieden als sein deutsches Pendant. Grundlage der Klärung der hiesigen Rechtslage war eine Musterklage des VKI gegen die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV), die 2,50 Prozent Bearbeitungsgebühr für Konsumkredite und 1,00 Prozent für hypothekarisch besicherte Verbraucherkredite berechnete. Laut OGH handelt es sich bei der Kreditbearbeitungsgebühr um eine zu vereinbarende Hauptleistung, sie könne daher inhaltlich nicht geprüft werden. Aber auch wenn man sie inhaltlich prüfen würde, geht der OGH nicht davon aus, dass sie den Kreditnehmer gröblich benachteiligt, sondern sie dem Schutz des einzelnen Kreditnehmers dient. Auch sei zulässig, sie prozentual vom Nettodarlehensbetrag festzulegen, da sich eine vergleichbare Gestaltung von Gebühren vielfach in der österreichischen Rechtsordnung findet, etwa bei Maklern und Rechtsanwälten. Hätte der OGH die Bearbeitungsgebühr nachträglich für unzulässig erklärt, wäre die Folge gewesen, dass die Kreditnehmer ihren Kredit zu einem niedrigeren Entgelt erhielten als ursprünglich im vereinbarten Effektivzins ausgedrückt. Die Experten beim VKI wollen die Entscheidung nicht als Endresultat ansehen. Sie hoffen darauf, dass in einem zweiten Musterprozess, den sie parallel angestrengt hatten, diese Frage gegebenenfalls von einem anderen Senat des OGHs doch noch zugunsten der Verbraucher beurteilt wird.

In Deutschland hatte der Bundesgerichtshof im Mai und Oktober 2014 in insgesamt vier Fällen die Gebühr für unzulässig erklärt. Der Aufwand bei der Bonitätsprüfung, als zentraler Aspekt dabei angesehen, sei im eigenen Interesse der Kreditinstitute und aufgrund bestehender Rechtspflichten zu erbringen, dafür dürfe nicht extra kassiert werden. Hunderttausende von Kunden forderten daraufhin mit Musterbriefen die gezahlten Gebühren zurück, und schalteten teilweise Ombudsleute oder Rechtsanwälte ein, um die Verjährung ihrer Forderung zu stoppen. Die Banken und Ombudsleute arbeiteten die gewaltige Menge an Erstattungsanträgen ab. Nach Schätzungen sind über eine Milliarde Euro an die Kreditnehmer zurückgeflossen, was sich in den Bankbilanzen widerspiegelt. Motiviert durch die Entscheidung im Nachbarland und im Auftrag der Arbeiterkammer Vorarlberg entschloss sich der VKI daraufhin, zwei Musterklagen anzustrengen. Die Ausgangslage war ähnlich, deshalb verschwand die Gebühr in den letzten Monaten vorsorglich bei nahezu allen österreichischen Banken im Neugeschäft. Der VKI räumte aber schon bei seinen damaligen Vorüberlegungen ein, dass es fraglich sei, ob die obersten Richter in Wien die Kosten der Bonitätsprüfung alleine den Banken aufbürden würden, oder sie nicht eher im Interesse beider Seiten durchgeführt werde.

Neues aus den Produktbereichen

Newsletter

Unser Newsletter informiert jeweils zu Monatsbeginn über aktuelle Zins-/Konditionsänderungen und Neuigkeiten zum österreichischen Direktbankenmarkt. Sie können die bisherigen Ausgaben im Newsletter-Archiv aufrufen oder sich nachfolgend direkt anmelden: