Bankgeschäfte lassen sich bequem per Internet oder Telefon erledigen. Themenschwerpunkt auf modern-banking.at ist der österreichische Direktbankenmarkt. Sie erhalten einen aktuellen Überblick über Zinsen und Konditionen anhand unserer Produktvergleiche zu den inländischen Direktbanken, und darüber hinaus auch zu den Anbietern aus dem Euroraum, die sich über Landesgrenzen hinweg an Kunden in Österreich richten.

05.02.2016 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

ING-DiBa Austria: Girokonto kommt

Zum abgelaufenen Geschäftsjahr gab ING-DiBa Austria heute einige Zahlen bekannt und einen spannenden Ausblick. Die größte österreichische Direktbank kam 2015 nicht mehr wesentlich voran, zur Jahresfrist zählte sie 525.000 Kunden gegenüber 524.000 im Vorjahr. Seit Jahren besteht die Produktpalette lediglich aus Tagesgeld, Festgeld, Konsumentenkrediten und einem Fondsdepot. Doch ING-DiBa Austria wird bald nicht mehr ausschließlich Zweitbank sein. Gemäß der Ankündigung von Luc Truyens, der im September die Leitung von ING-DiBa Austria übernahm, ist ein auf die Bedürfnisse von Smartphone-Nutzern zugeschnittenes Girokonto in Vorbereitung. Es soll im ersten Halbjahr 2016 eingeführt werden und sich durch einfache und clevere Lösungen auszeichnen. Es werde nicht zig verschiedene Apps geben, aber eine PushTAN-App zur Auftragsfreigabe. Ebenfalls erfreulich, durch den Ausbau bei ING DiBa Austria werden weitere Mitarbeiter am Standort in Wien eingestellt, 2015 wurde schon von 150 auf 180 aufgestockt. Truyens sieht viel Potenzial für sein Institut, da die Wechselbereitschaft bei den Girokonten laut Umfragen mittlerweile überaus hoch sei. Sicherlich ist es zum jetzigen Zeitpunkt auch sinnvoll, sich über das Banking für die Hosentasche zu positionieren. Aus Verbrauchersicht ist mehr Wettbewerb positiv. Wer sich für ein bei einer Direktbank geführtes Girokonto interessiert, hatte im Inland bislang lediglich vier Alternativen - Hello bank, easybank, Generali Bank und bankdirekt.at. Daneben bieten sich noch Number26 und DKB an, die in Deutschland ansässig sind.

ING-DiBa Austria ist eine Niederlassung der ING-DiBa AG in Frankfurt, die parallel die Ertragszahlen für das Gesamtunternehmen heute veröffentlichte. Das abgelaufene Geschäftsjahr war das wirtschaftlich erfolgreichste in der Geschichte des Unternehmens. Diese Kernaussage trifft auf die Tochter der niederländischen Großbank ING zum dritten Mal in Folge zu. Das Besondere an den Ergebnissen von 2015: Der Gewinn vor Steuern liegt erstmals über einer Milliarde – es wurden 1,115 Milliarden Euro erwirtschaftet. 2014 waren es 888 Millionen Euro, 691 Millionen Euro in 2013. ING-DiBa arbeitete 2015 extrem effizient, hat ein Aufwand-Ertrag-Verhältnis von gerade mal 40 Prozent (Vorjahr: 44 Prozent). Das Wachstum kam im Niedrigzinsumfeld über die Girokonten, das Brokerage und die Konsumentenkredite. Auch nimmt das vor drei Jahren aufgenommene Geschäft mit den Unternehmenskunden an Bedeutung zu, es konzentriert sich auf Finanzierungsprodukte für große Unternehmen, um die Liquidität anzulegen, die über Einlagen reinkommt.

03.02.2016 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Kurzmeldung

WeltSparen will in wenigen Wochen auch in Österreich an den Start gehen. Die Zinsangebote für österreichische Anleger werden über die Domain www.weltsparen.at zu finden sein. WeltSparen ist wie Savedo ein Online-Marktplatz aus Berlin, der es einfach macht, auf Festgeldkonten im Ausland anzulegen. Die Information zur bevorstehenden Expansion nach Österreich und in weitere europäische Länder gab WeltSparen im Zusammenhang mit der Umfirmierung der Betreibergesellschaft von "SavingGlobal GmbH" in "Raisin GmbH". Raisin steht dabei für "raise your interest", was übersetzt "erhöhe Deine Zinsen" heißt.

22.01.2016 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

Zinspilot-Modul zuerst bei flatex integriert

Die Kunden des Online-Brokers flatex in Deutschland können seit Mitte des Monats über ihr bereits vorhandenes Depot-Verrechnungskonto nicht nur Wertpapiere handeln, sondern auch auf Tages- und Festgeldkonten von Drittbanken anlegen. Das basiert auf einer Kooperation mit Zinspilot, einem Anlegerservice für Zinsanlagen, der Bequemlichkeit und Zeitersparnis in den Mittelpunkt stellt. Bei flatex.at, dem österreichischen Online-Broker, sind die Zinsanlagen nicht verfügbar. Über Zinspilot kann bei einigen deutschen Banken und einigen Banken im EU-Ausland angelegt werden, zurzeit aber erst bei der CreditPlus Bank und der Hanseatic Bank (beide aus Deutschland), der Austrian Anadi Bank (Österreich) und der FIMBank (Malta). Die bei Zinspilot verfügbaren Konten wurden über ein Modul bei flatex in das Online-Banking eingebaut. Dort genügen für den Produktabschluss bei der jeweiligen Anlagebank ein paar Klicks. Abschließend ist wie bei Überweisungen oder Wertpapieraufträgen der Auftrag zur Anlage mit dem bei flatex verwendeten iTAN-Verfahren freizugeben. Gegenüber dem Weg über zinspilot.de entfallen das Eröffnen eines Zinspilot-Abwicklungskontos und das dafür notwendige PostIdent. Zinspilot propagiert das eigene Angebot als eine Ein-Konto-Lösung. Das ist jedoch nicht ganz zutreffend, zwar steuert der Anleger die verschiedenen Anlagen von nur einem Ort und muss nur ein einziges Mal zum PostIdent, mehrere Bankverbindungen entstehen aber dennoch. Und die Auslandsanlagen führen wegen der ohne Abzug von deutscher Abgeltungssteuer ausgezahlten Zinserträge zu dem unbeliebten Mehraufwand bei der Einkommensteuererklärung.

flatex fügte so das Segment Tages- und Festgeld zu, ohne selbst ein Angebot an Einlageprodukten aufzubauen. Und Zinspilot fand eine Gelegenheit, durch den Zugang zu einem großen Kundenstamm potenziell schnell und effizient zu wachsen. Da flatex das Depot-Verrechnungskonto wie Zinspilot das Abwicklungskonto von der biw Bank führen lässt, werden bei dieser Kooperation im Grunde zwei Konten hausintern zusammengelegt. Zinspilot hofft, das fertige Modul zu den Anlagekonten aber auch bei weiteren Banken und Online-Brokern unterbringen zu können. Ein solches Partnermodell, bei dem statt hauseigener Produkte eine Auswahl an Fremdprodukten unterbreitet wird, ist aus vielen anderen Bankbereichen bekannt, zum Beispiel bei Baufinanzierungen oder Ratenkrediten. Für das Einlagengeschäft gab es das bislang noch nicht.

21.01.2016 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Einlagensicherungsfonds verlassen: flatex.at und andere biw-Partner bieten keinen erweiterten Schutz mehr

Die biw Bank für Investments und Wertpapiere hat ihre Mitgliedschaft im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken e. V. zum 31.12.15 gekündigt. Darüber informierte sie nachträglich in einer Pressemitteilung und teilte in dieser auch die Information mit, dass es zum Jahresende eine Kapitalerhöhung um 15 Millionen Euro auf rund 35 Millionen Euro gegeben hat. Die biw Bank hat ihren Sitz im nordrhein-westfälischen Willich. Sie führt mit ihrer Vollbanklizenz die Kundenkonten für den Online-Broker flatex.at, die Zinsplattform Savedo.at sowie weitere Anbieter, die aber vorwiegend in Deutschland aktiv sind. Die Einlagen sind nach dem Austritt nur noch im Rahmen der europaweit gesetzlich vorgeschriebenen EUR 100.000 je Einleger geschützt, zuvor bis 3,752 Millionen Euro. Es greift eine Übergangsbestimmung, wonach noch einen Monat ab Veröffentlichung des Austritts im Bundesanzeiger im Insolvenzfall bis zu dem Millionenbetrag ersetzt würde. Der Austritt wurde am 11.1.16 dort veröffentlicht, sodass die Sicherungsgrenze nach dem 11.2.16 sinkt. Warum der Austritt? Die Mitgliedschaft im freiwilligen Sicherungsfonds war für die biw Bank mit erheblichen Kosten verbunden. Die FinTech Group, zu der sowohl die Bank als auch flatex gehören, sieht die Mitgliedschaft als entbehrlich an, weil die Einlagen der weitaus meisten Kunden der biw Bank unterhalb der Grenze von EUR 100.000 liegen. Sie hat deshalb entschieden, die biw Bank herauszunehmen. Der ungewöhnliche Schritt spart die jährlichen Beiträge und weitere Belastungen, die zuletzt stark zunahmen, da ein Großteil der Einlagen sehr konservativ angelegt werden musste, etwa zu den derzeitigen Negativzinsen bei der EZB. In einem Zeitungsinterview räumte FinTech-Chef Frank Niehage ein, dass die schwache Eigenkapitalausstattung der Bank seit Jahren ein Streitpunkt zwischen Bank und Fonds war und deshalb entsprechende Auflagen des Fonds bezüglich der Anlage bestanden.

Wer die genannte Zinsplattform nutzt, für den ist die neue Sicherungsgrenze für Gelder auf dem Abwicklungskonto relevant. Und wer ein Depot bei flatex.at hat, sollte auf dem Depot-Verrechnungskonto keine Beträge größer EUR 100.000 liegen lassen. Wichtig: Die Sicherungsgrenze gilt je Kunde und Bankinstitut – und das Bankinstitut ist die biw Bank. Die über die Partner zugeführten Einlagen sind somit gedanklich zu addieren, um nicht ungesichert anzulegen. Für die Wertpapiere im Depot greift keine Einlagensicherung, sondern es existieren gesetzliche Aussonderungsrechte, sodass die Wertpapiere jederzeit Eigentum der Kunden bleiben.