Die österreichischen Direktbanken im Vergleich

Direktbanken passen in eine Zeit, in der vieles schneller und einfacher gehen soll, zumal sich Bankgeschäfte bequem per Internet oder Telefon erledigen lassen. Umfragen zufolge ist Kunden dabei ein leicht zu bedienendes Online-Banking mit modernen Kontofunktionen sowie ein qualifizierter, persönlicher Service besonders wichtig. Zunehmend wollen Kunden auch per Mobile Banking auf ihre Konten zugreifen. Auf modern-banking.at finden Sie Informationen zum österreichischen Direktbankenmarkt und Produktvergleiche mit mehreren Anbietern.

09.04.2014 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|AgrarBank schließt zum Monatsende
Die AgrarBank, eine überregionale, aber wenig wahrgenommene Direktbank, wird eingestellt. Bestehende Kundenverbindungen werden an die Muttergesellschaft VR Bank HessenLand abgegeben, dort sollen sie zu den derzeitigen Konditionen weitergeführt werden. Bleibt abzuwarten, für wie lange das tatsächlich so sein wird. Über die Schließung wird auf der Internetseite mit einem Zweizeiler informiert: "Mit Wirkung vom 1.5.14 integrieren wir die Leistungen der AgrarBank in die VR Bank HessenLand eG. Sie erreichen uns künftig über www.vrbank-hessenland.de."
Gegründet wurde die AgrarBank im November 2008 und geführt als Zweigniederlassung. Die Agrar- und Ernährungsbranche ist für die alteingesessene Volks- und Raiffeisenbank, für das die Abkürzung "VR" steht, eine Kundengruppe, der man sich wegen des örtlichen Bezugs verbunden fühlt. Daher stammt der merkwürdige Name der Direktbank, ohne dass die Zugehörigkeit zu dieser Kundengruppe jemals Bedingung gewesen wäre. Das Hauptprodukt, das "GiroTagesgeld", konnte privat wie geschäftlich eröffnet werden. In der Funktion eines Girokontos ließ es lediglich Basisfunktionen zu, der Zugriff auf das Geldautomatennetz der Genossenschaftsbanken war der eigentliche Vorteil. Mit einer Verzinsung, die sich am EURIBOR orientiert, blieben die Kontoguthaben über weite Strecken knapp über null und damit nahezu unverzinst. Als Tagesgeldanlage war das zu wenig. Am ehesten stieß das Konto noch bei denjenigen auf Interesse, die ein günstiges Geschäftsgirokonto suchten. Ab Januar 2013 wurde dann allerdings der Verzicht auf eine Kontoführungspauschale von einem Durchschnittsguthaben von mindestens EUR 5.000 abhängig gemacht und die Anzahl der monatlich inbegriffenen Buchungsposten von 200 auf 50 reduziert.

03.04.2014 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|Europaparlament will günstige Kartenzahlungen
Nach dem Willen des Europaparlaments sollen die Gebühren für Kartenzahlungen reguliert werden. Die Abgeordneten stimmten am heutigen Donnerstag in Brüssel dafür. Die sogenannten Interbankenentgelte sollen demnach für Kreditkarten auf maximal 0,3 Prozent des Umsatzes begrenzt werden und für Debitkarten auf maximal 0,2 Prozent oder sieben Cent (je nachdem, welcher Betrag niedriger ist). Diese Obergrenzen sollen für nationale sowie für grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb der EU gelten. Aufschläge, die einige Einzelhändler für Kartenzahlungen erheben, wären durch die Deckelung der Interbankenentgelte nicht länger gerechtfertigt und würden untersagt werden. Interbankenentgelte legen Banken und Kartenunternehmen untereinander fest. Einzelhändler haben darüber keine Verhandlungsmacht, müssen sie aber entrichten, wenn Kunden mit Karte bezahlen, was nach Auffassung der EU wettbewerbswidrig ist. Die Pläne würden vor allem MasterCard und VISA treffen. Die Gebühren sind innerhalb der EU sehr unterschiedlich, von durchschnittlich 0,2 Prozent in den Niederlanden bis zu mehr als 1,5 Prozent in Polen. So kommt es, dass man in Schweden mit seiner Kreditkarte problemlos einen Kaffee kaufen kann, während man in Tschechien erst einen Mindestbetrag erreichen muss. Von der Regulierung sollen letztlich die Verbraucher profitieren. Denn die bislang hohen Gebühren schlagen sich in den Verbraucherpreisen nieder - für diejenigen, die mit Karte zahlen und für diejenigen, die bar zahlen. Die meisten Verbraucher sind sich darüber nicht im Klaren, durch Bonuspunkte werden sie sogar zur Kartenzahlung ermutigt, da dies für Kartenaussteller eine große Einnahmequelle ist. Da zukünftig noch mehr digital bezahlt wird, sind effiziente Zahlungssysteme ein volkswirtschaftlicher Faktor. Es ist damit zu rechnen, dass die Kartenbranche zum Ausgleich die jährlichen Kartenpreise anhebt oder Zusatzleistungen wie Versicherungen streicht. Die Pläne werden nur Gesetz, wenn das Parlament mit den EU-Staaten im Rat einen Kompromiss findet. Die Gespräche sollen im Sommer stattfinden. Entgegen dem ersten Vorschlag der Europäischen Kommission will das Europaparlament nicht nur die Vier-Parteien-Systeme (Kunde-Kundenbank-Händlerbank-Händler) reguliert sehen, wie es bei MasterCard und VISA gegeben ist, sondern auch Drei-Parteien-Systeme (Kunde-Kartengesellschaft-Händler), wie von American Express und Diners Club.

01.04.2014 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|Generali Bank nennt neue Spesensätze
Zum Anpassungstermin 1.7. wird Generali Bank wieder die Gebühren für zahlreiche Leistungen anheben. Dieses Jahr fällt das im Gegensatz zum Vorjahr moderat aus. Beim Online-Brokerage ändern sich einige Mindestgebühren. Die Orderprovision für den Börsenhandel in Wien, auf Xetra Frankfurt, den Parkettbörsen in Deutschland sowie Paris, Mailand, Amsterdam, Madrid, Brüssel, Helsinki, Lissabon und New York wird mindestens EUR 22,54 (bisher EUR 22,10) betragen. Für die Ausübung von Bezugsrechten werden mindestens EUR 2,85 (bisher EUR 2,80) fällig. Der Mindestdepotpreis pro Wertpapier steigt inklusive Mehrwertsteuer auf EUR 7,37 (bisher EUR 7,25), während der Mindestpreis pro Depot unverändert bleibt. Fondsverkäufe sind mit pauschal EUR 22,54 (bisher EUR 22,10) kostenpflichtig. Daneben wird es teurer, die Bank zu verlassen: Den ausgehenden Übertrag von Papieren inländischer Emittenten belastet sie künftig mit EUR 34,75 (bisher EUR 34,08) pro Position und die Schließung von Depot bzw. Konto mit EUR 15,24 (bisher EUR 14,94). Bei den Girokonten steigen die auf den Monat umgerechneten Kontoführungspauschalen je nach Kontomodell auf EUR 3,11, EUR 5,32, EUR 8,87 oder EUR 14,23 (bisher EUR 3,05, EUR 5,22, EUR 8,70 oder EUR 13,95). Maestrokarten haben beim Kontomodell "ModulKonto" und allgemein als Zusatzkarte einen Jahrespreis von EUR 18,58 (bisher EUR 16,90). Das Anlegen, Ändern und Streichen von Daueraufträgen mittels schriftlichem Auftrag ist mit EUR 2,04 (bisher EUR 2,00) in der aktuellen Konditionenübersicht ausgewiesen, ausgenommen ist das Anlegen von Daueraufträgen unmittelbar mit der Kontoeröffnung. Barauszahlungen kosten EUR 1,02 (bisher EUR 1,00), Bareinzahlungen auf das eigene Konto EUR 0,61 (bisher EUR 0,60), beides ist an einem einzigen Standort in Wien möglich. Unter anderem muss auch mehr gezahlt werden für beleghafte Überweisungen, Rücklastschriften, Scheckeinreichungen, Auslandsüberweisungen (die nicht als SEPA-Überweisung ausgeführt werden) und die Devisenkonvertierung.

01.04.2014 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|Zencap: Das Lendico für Mittelständler
Die Startup-Schmiede Rocket Internet setzt weiter auf Kreditmarktplätze, nach Lendico starteten die Berliner am Sonntag in einem ähnlichen Webdesign Zencap, wo Darlehen an mittelständische Unternehmen vermittelt werden. Zielgruppe von Zencap sind Unternehmen, die mindestens zwei Jahre alt sind und einen jährlichen Umsatz zwischen EUR 100.000 und fünf Millionen Euro haben. Lendico hingegen ging im vergangenen Dezember online, ist Mittler zwischen Privatleuten und neuerdings auch in Österreich aktiv. Die Geldgeber für die auf Zencap beschriebenen Projekte sind ebenfalls Privatleute. Sie investieren und nehmen damit das Ausfallrisiko in Kauf, um eine von der Risikoklasse abhängige Rendite zu erzielen. Mittelstandskredite sollen durch den Marktplatz schneller und unbürokratischer als bei Banken zu bekommen sein, denn die Banken seien angesichts der verschärften Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen der Basel-III-Regeln bei der Kreditvergabe schwerfällig. Vermittelt werden Kredite zwischen EUR 10.000 und EUR 150.000 Euro über eine Laufzeit von 6 bis 60 Monaten.

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