Bankgeschäfte lassen sich bequem per Internet oder Telefon erledigen. Themenschwerpunkt auf modern-banking.at ist der österreichische Direktbankenmarkt. Sie erhalten einen aktuellen Überblick über Zinsen und Konditionen anhand unserer Produktvergleiche zu den inländischen Direktbanken, und darüber hinaus auch zu den Anbietern aus dem Euroraum, die sich über Landesgrenzen hinweg an Kunden in Österreich richten.

24.11.2014 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

HypoVereinsbank fasst Autorisierung und Banking in einer einzigen App zusammen

Die HypoVereinsbank führte jetzt auch ein Autorisierungsverfahren ein, das auf einer Smartphone-App basiert. Jahrelang appellierten die Banken, für Auftrag und Autorisierung voneinander unabhängige Übertragungswege zu verwenden. Nun vertrauen sie zunehmend darauf, die Kanaltrennung mittels Software sicherstellen zu können. Die HypoVereinsbank hält das gar in ein und derselben App für unproblematisch. Durch ein Update in der vergangenen Woche integrierte sie in ihrer Banking-App, die es für iOS und Android gibt, eine Leiste am unteren Rand - das Menü der "HVB appTAN". HypoVereinsbank-Kunden, die mobil nach dem Einloggen nicht nur Kontostand und -umsätze einsehen, sondern auch überweisen möchten, müssen sich für dieses Verfahren freischalten lassen. Aber was ist mit der Sicherheit? Gemäß den Angaben ist die App konsequent in zwei Bereiche getrennt und für den Datenaustausch mit dem Rechenzentrum werden unterschiedliche Übermittlungswege genommen. Daneben gibt es einen Schutz über eine zusätzliche PIN. Diese PIN ist eine sechsstellige Ziffernfolge. Für ihre Eingabe wird auf dem Display ein Tastenfeld eingeblendet, die Anordnung der Tasten verändert sich von Eingabe zu Eingabe. Automatisiert will die HypoVereinsbank jede Transaktion auf Plausibilität prüfen. Für Überweisungen mit appTAN setzte sie ein Auftragslimit von standardmäßig gerade einmal EUR 1.000. Das könnte man so interpretieren, dass die Bank selbst sich auf das System weniger verlassen will als auf iTAN oder mTAN. Über den Kundenbetreuer lässt sich das Auftragslimit für appTAN ändern. Wenn Beträge das Auftragslimit übersteigen, funktioniert das Überweisen nicht mehr ausschließlich mit App. Den betreffenden Auftrag kann man zwar wie gewöhnlich im Banking-Bereich eingeben und anschließend die untere Leiste berühren, um ihm im appTAN-Bereich aufzurufen. Wegen der Betragshöhe wird mit der Eingabe der appTAN-PIN aber nicht wie gewöhnlich direkt freigegeben, stattdessen wird eine TAN angezeigt. Man muss sich parallel dazu über die Website ins Online-Banking einloggen und dort zu dem Auftrag die TAN aus der App als zusätzliche Bestätigung eingeben.

Das appTAN-Verfahren ist nach der Einrichtung für das mobile Banking und für das Online-Banking gültig. Das Umstellen von iTAN und mTAN auf appTAN kann in der Anwendung eingeleitet werden. Im Wesentlichen legt man nach dem Zustimmen zu den Nutzungsbedingungen zunächst einmalig die appTAN-PIN fest, die anschließend nicht mehr änderbar ist, und muss dann auf einen Brief mit dem Aktivierungscode warten. Diesen Aktivierungscode und den Hashwert, den die App zur Bindung an das verwendete Gerät errechnet, ist abschließend im Online-Banking einzugeben.

22.11.2014 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

Details der Einlagensicherung ab 2015 neu geregelt

Die deutsche Bundesregierung brachte am Mittwoch einen Gesetzesentwurf zur Einlagensicherung auf den Weg. Damit wird die im April 2014 neugefasste EU-Richtlinie zu den gemeinsamen Anforderungen an die gesetzlich geregelten nationalen Einlagensicherungssysteme umgesetzt. Die Änderungen sollen ab Juni 2016 in Deutschland gelten. Das sind die Kernpunkte: Im Falle einer Bankinsolvenz sollen Kontoinhaber ihre Einlagen schneller zurückerhalten. Die Auszahlungsfrist wird von derzeit 20 auf 7 Arbeitstage verkürzt. Auf eine stufenweise Verkürzung, wie sie die EU-Richtlinie erlaubt, verzichtete die Bundesregierung. Die Entschädigung wird künftig automatisch vorgenommen, ohne dass es eines Antrags bedarf. Bislang wurde der Kunde im ersten Schritt angeschrieben, auch um gegebenenfalls unvollständige Daten zu klären. Ein beigefügtes Formular musste bei diesem Verfahren unterschrieben zurückgesandt werden. Um die knappe Auszahlungsfrist nicht zu überschreiten, kann die Unterrichtung der Kunden künftig zeitgleich mit der Auszahlung erfolgen. Außerdem neu: Die Ansprüche der Kunden verjähren erst nach zehn statt bislang fünf Jahren. Die Deckungssumme beträgt unverändert EUR 100.000 je Privatperson und Kreditinstitut. Nach den neuen Vorschriften wird für besonders schutzwürdige Einlagen ein erhöhter Schutzumfang von EUR 500.000 eingeführt. Dieser greift sechs Monate lang bei bestimmten Lebensereignissen, die dazu führen, dass ein Einleger kurzfristig einen hohen Geldbetrag bei einer Bank parkt. Für besonders schutzbedürftig hält der Gesetzgeber Beträge aus dem Verkauf einer privat genutzten Immobilie und die Abfindung bei Kündigung des Arbeitsplatzes. Auch Zahlungen bei Scheidung, Renteneintritt, Ruhestand, Geburt, Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Invalidität, Behinderung und Tod fallen darunter. Dem Einleger soll in solchen Fällen Zeit für die Entscheidung gegeben werden, wie er einen erhaltenen Betrag aufteilt und anlegt. Den Banken wird eine weitere Informationspflicht auferlegt, sie müssen ihre Kunden einmal jährlich über das sie betreffende Einlagensicherungssystem informieren. Auch wird eine Zielquote für die Finanzausstattung der Entschädigungseinrichtungen vorgegeben: Aus Beiträgen der Institute ist ein Mindestvermögen von 0,8 Prozent der gedeckten Einlagen aufzubauen, um besser gerüstet zu sein.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken stehen für die Liquidität und die Solvenz jeweils im eigenen Lager gegenseitig füreinander ein. Wegen dieser sogenannten Institutshaftung waren sie bisher von der Zuordnung zu einem Einlagensicherungssystem befreit. Diese Sonderstellung entfällt. Beide Verbände können ihre gesonderten Schutzschirme zwar fortführen und von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht als gesetzliche Einlagensicherungssysteme anerkennen lassen, müssen sie aber auch binnen zehn Jahren mit genügend Kapital unterlegen. Bei den Sparkassen wird seit Monaten heiß diskutiert, wie innerhalb der Gruppe die Lastenverteilung aussehen soll. Gemäß einer Erklärung des Verbandspräsidenten Georg Fahrenschon vom Mittwoch ist man sich grundsätzlich einig darin, zunächst in einer Region füreinander einzustehen, und erst wenn dieser Topf leer ist, die anderen Verbundmitglieder aushelfen. So werde es intern elf regionale Töpfe geben, daneben ein Topf für die Landesbanken und einen für die Bausparkassen.

Auf freiwilliger Basis werden die deutschen Bankenverbände auch weiterhin für Guthabenteile darüber hinaus höhere Sicherungsgrenzen bieten. Zu Beginn des kommenden Jahres werden allerdings die privaten Banken, die im Bundesverband deutscher Banken e. V. organisiert sind, ihre Sicherungsgrenze von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals auf 20 Prozent herabsetzen. Dies wurde im Oktober 2011 beschlossen und ist seit Langem angekündigt. Weitere Herabsetzungen folgen im Januar 2020 und im Januar 2025. Für den gewöhnlichen Anleger ist das kaum von Bedeutung, denn die riesigen Beträge, die je Person und Institut zugesichert wurden, waren kaum realistisch.

19.11.2014 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Geldabheben im außereuropäischen Ausland eingeschränkt

Österreichs Banken sperren ihre ausgegebenen Bankomatkarten für das Abheben von Bargeld an Bankomaten außerhalb Europas. Dies wird von sämtlichen heimischen Instituten durchgängig umgesetzt, über die neue Funktion "GeoControl". GeoControl wird zwischen dem 15.12.14 und dem 15.1.15 eingeführt, der Startzeitpunkt variiert von Bank zu Bank. Um in fernen Ländern Bargeld beheben zu können, müssen Kunden ihre Bankomatkarten künftig für die Dauer ihres Auslandsaufenthalts freischalten lassen. Das ist nicht erforderlich, um an Kassenterminals im Handel bezahlen oder generell die Kreditkarte nutzen zu können. GeoControl soll der Sicherheit dienen, vor allem dem sogenannten Skimming einen Riegel vorschieben. Denn Skimming läuft nach folgendem Muster ab: Betrüger spähen die PIN aus und kopieren den Inhalt des Magnetstreifens. Meist werden dazu eine Minikamera und ein Lesegerät versteckt am Bankomaten angebracht. Die gestohlenen Daten schicken sie an Komplizen ins Ausland, die dort Dubletten anfertigen und das Konto leer räumen. Das Plündern geschieht an Geldautomaten, die reine Magnetstreifentransaktionen zulassen, in Ländern, in denen noch nicht flächendeckend der sicherere Chip benötigt wird. Die Banken sperren nur einzelne Länder - entsprechend einer Risikobewertung. Welche das sind, kann sich jederzeit ändern. Die Banken versichern, dass das Aussetzen der Sperre kein großer Aufwand für die Kunden ist. Der Auftrag dazu ist telefonisch über die jeweilige Servicehotline möglich, persönlich in den Filialen und je nach Institut auch im Online-Banking oder via Banking-App. Sinnvollerweise kümmert man sich darum vor Reiseantritt. Aber auch aus dem Urlaubsland kann es noch veranlasst werden. Das Aussetzen ist je nach Wunsch für maximal drei Monate wirksam. Bei längerem Auslandsaufenthalt muss es nach drei Monaten erneut beauftragt werden.

Die Bankomatkartensperre sorgte für Wirbel. Die Arbeitskammer (AK) forderte die Banken gestern auf, ihre Vorgehensweise zu überdenken. Vielmehr sollten sie die Sicherheit der Karten an sich und der Geräte verbessern. Die Banken seien in erster Linie daran interessiert, ihr eigenes Schadensrisiko zu reduzieren. Dem Kunden bürdeten sie dabei einen zusätzlichen Weg auf. Jeder Konsument solle selbst entscheiden können, ob er die Sperre haben möchte oder nicht. Die AK sieht zudem darin eine wesentliche einseitige Vertragsänderung, die deshalb zwei Monate vor ihrer Gültigkeit schriftlich und mit dem Hinweis auf das Widerspruchsrecht dem Kunden mitgeteilt werden müsse. Bislang seien der AK keine Schreiben bekannt, mit denen die Zustimmung der Bankkunden eingeholt wurde.

Unter anderem Deutschland, die Schweiz, die Niederlande und Schweden haben bereits ähnliche Systeme zur Betrugsbekämpfung. In Deutschland ist die Umsetzung nicht gleichgeordnet wie in Österreich, weshalb man sich hier im Grunde bei jedem Institut informieren muss, welche Regelung besteht. Die deutschen Banken setzen eher auf niedrige Limits für die Transaktionen im außereuropäischen Ausland, sofern sie diese beschränken. Die dortigen Auslandslimits sind individuell und lassen sich ebenfalls temporär für den Reisezeitraum anpassen, sie erstrecken sich in der Regel auch auf die Zahlungen im Handel.