Bankgeschäfte lassen sich bequem per Internet oder Telefon erledigen. Themenschwerpunkt auf modern-banking.at ist der österreichische Direktbankenmarkt. Sie erhalten einen aktuellen Überblick über Zinsen und Konditionen anhand unserer Produktvergleiche zu den inländischen Direktbanken, und darüber hinaus auch zu den Anbietern aus dem Euroraum, die sich über Landesgrenzen hinweg an Kunden in Österreich richten.

31.07.2015 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

Postbank-Girokonto bedingungslos kostenlos und mit bis zu EUR 250,00 Prämie

Die Postbank sorgt mit einer Neukundenaktion wieder für Furore. Je einen Amazon-Gutschein über EUR 50,00 teilt sie zu für die Kontoeröffnung, Nutzung als Gehaltskonto, Bewegung auf dem Konto und 12-monatige Treue. Zusätzlich sind EUR 50,00 in bar mit einer Freundschaftswerbung erhältlich. Mit den in der Summe vier Amazon-Gutscheinen a EUR 50,00 und den zusätzlichen EUR 50,00 befeuert die Postbank den Absatz des Kontomodells "Giro plus". 18- bis 21-Jährige beantragen das "Giro start direkt", die Aktion gilt ebenso für dieses. Sehr viel als Eröffnungsanreiz, zumal für das über diese Aktion eröffnete Girokonto dauerhaft keine Gebühr für die Kontoführung anfällt. Normalerweise ist beim "Giro plus" der Postbank ein monatlicher Geldeingang von mindestens EUR 1.000 für die kostenlose Kontoführung notwendig, im Rahmen dieses Angebot nicht. Im Einzelnen ist der Aufbau der Folgende: Den ersten Gutschein über EUR 50,00 gibt es von der Postbank, wenn der Antrag für die Kontoeröffnung innerhalb von vier Wochen nach Antragerstellung eingesendet wird. Er muss vollständig sein und der Vertrag zustande kommen. Einen zweiten Gutschein erhält, wer das in den erstellten Unterlagen enthaltene Formular "Gehalts-und Bezugsüberweisung" einreicht, um seinen Einkommenseingang umzuleiten. Dann geht es darum, das Konto wirklich aktiv zu nutzen. Den Gutschein dafür bekommt der Teilnehmer, wenn er innerhalb eines Jahres nach Eröffnung in mindestens drei aufeinanderfolgenden Monaten sechs Abbuchungen pro Monat hat. Es zählen Überweisungen, Lastschriften und Daueraufträge. Kartenzahlungen und Barabhebungen zählen dagegen nicht. Und wer das Konto aktiv nutzt und ihm zwölf Monate treu bleibt, erhält noch einen Gutschein. In der Aktion führt die Postbank auch ihre ständig betriebene Freundschaftswerbung auf, was die Prämiensumme so riesig erscheinen lässt. Zur Freundschaftswerbung gibt es online im allgemein zugänglichen Bereich ein Empfehlungsformular, durch das der werbende Bestandskunde als auch die geworbene Person jeweils EUR 50,00 in bar bekommen. Die Bedingungen für Kontoeröffnung, Bewegung auf dem Konto und Treue sind relativ leicht zu erfüllen, was schon mal EUR 150,00 wären. Wer tatsächlich auch sein Gehalt umleiten will und erfolgreich weiterempfiehlt, kann eben bis zur maximalen Prämie kommen.

Der Kontoabschluss zu den Konditionen muss über die Aktionsseite erfolgen. Das Angebot gilt für kurze Zeit, auf bestimmte Stunden am Tag ist es nicht limitiert. Die erstellten Unterlagen müssen bis 15.1.16 vorliegen. Neukunde ist, wer in den letzten zwölf Monaten kein privates Girokonto bei der Postbank unterhielt. Der Gutschein wird jeweils spätestens drei Monate, nachdem eine Bedingung erfüllt ist, in die Postbox im Online-Banking eingestellt. Sobald das Konto gekündigt wird, besteht kein Anspruch mehr auf noch nicht geleistete Prämien.

29.07.2015 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

HKB Bank geht Wiederanfang nach aufgehobenem BaFin-Verbot an

Die HKB Bank mit Sitz in Frankfurt am Main nahm gestern mit überraschend hohen Zinssätzen das Einlagengeschäft wieder auf. Zuvor pausierte es über viele Monate. Eingestellt hatte die Bank das Neugeschäft in diesem Bereich im April 2012, begründet mit der damaligen Markt- und Wettbewerbssituation, die es ihr unmöglich mache, attraktive Anlageprodukte anzubieten. Einer der Hintergründe war aber, dass für die geplante Aufnahme des Baufinanzierungsgeschäfts ihre Risikotragfähigkeit nicht genügte. Die Bank musste die Einlagen deshalb ersatzweise in Anleihen und Schuldverschreibungen investieren. Die HKB Bank wurde in dieser Zeit von der Bankenaufsicht BaFin stärker unter Beobachtung genommen. Mit Schreiben vom November 2012 untersagte die BaFin der HKB Bank schließlich Kredite auszureichen und weitere Einlagen anzunehmen. Mit Schreiben vom Januar 2013 avisierte die BaFin zudem, dass sie den Entzug der Banklizenz in Erwägung zieht. Die Gründe dafür waren insbesondere die geringe Kapitalausstattung bei anhaltenden Verlusten, ein damaliger Gesellschafter wurde von der BaFin als unzuverlässig und finanziell nicht solide eingestuft, die legale Herkunft der von diesem zugeführten Eigenmittel angezweifelt und auch die Geschäftsorganisation der Bank bemängelt. Die HKB Bank musste in der Folge regelmäßig Abwicklungspläne für eine mögliche Liquidation erstellen. Die HKB Bank, in einer nahezu aussichtslosen Situation, arbeitete daran, die von den Aufsichtsbehörden erlassenen Auflagen und Voraussetzungen doch noch zu erfüllen. Unter anderem wurden die Gesellschafter ausgetauscht, die neuen Gesellschafter zahlten Eigenmittel ein und stille Teilhaber führten zusätzliches Kernkapital zu. In der Phase konnten keine Erträge aus dem Bankgeschäft erwirtschaftet werden und der Kreditbestand baute sich nach und nach ab. Zur Senkung der laufenden Kosten reduzierte die Bank Personal und vermietete die Räumlichkeiten unter.

Nachdem das BaFin-Verbot nun aufgehoben ist, sind Tagesgeld und Festzinsanlage der HKB Bank wieder verfügbar. Einleger sind über die Pflichtmitgliedschaft zur Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH bis EUR 100.000 abgesichert. Allerdings beträgt die Höchsteinlage für die Summe aller Konten eines Kunden seitens der HKB Bank zurzeit gerade einmal EUR 10.000. Auch bei Gemeinschaftskonten ist die Anlage in dieser Höhe begrenzt. Geldeingänge darüber wird die HKB Bank abweisen, davon ausgenommen sind die Zinsen, die gutgeschrieben und mitverzinst werden. Sie wolle den Kunden absolute Investitionssicherheit und dennoch hoch attraktive Anlageprodukte bieten, habe deshalb in der Produktgestaltung Wert auf diese Begrenzung gelegt. Beim Tagesgeld werden Neukunden 1,22% p. a. für sechs Monate garantiert. Die Zinsen schreibt sie monatlich gut, bei dem Produkt vor drei Jahren fand die Zinsgutschrift jährlich statt. Die Festgeldzinsen liegen bei 1,60% für 12 Monate, 1,70% für 2 Jahre, 1,75% für 3 Jahre, 1,80% für 4 Jahre und 1,90% für 5 Jahre. Damit überragt sie die inländischen Wettbewerber bei 12 Monaten um 0,25 Prozentpunkte, ICICI Bank folgt als Zweitplatzierter mit 1,35%. Bei 2 Jahren sind 0,15 Prozentpunkte zwischen ihr und der DenizBank auf Platz zwei mit 1,55%. Neben der genannten Höchsteinlage gibt es bei der Anlage zu festen Zinsen auch eine Mindesteinlage von EUR 2.500. Zur Kontoeröffnung stellt die HKB Bank ein Blankoformular bereit, das nach Angabe von Vor- und Nachname heruntergeladen werden kann. An einem elektronischen Kontoeröffnungsprozess arbeite sie mit Hochdruck. Der Nutzer könne bald, wie er es von anderen Banken kennt, seine Daten online in ein Formular eingeben, um im Anschluss daran einen ausgefüllten Antrag zu erhalten.

20.07.2015 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

direktanlage.at meldet sich mit Hello

Die direktanlage.at, vor 20 Jahren gegründet und Pionier beim Online-Brokerage in Österreich, wurde am Wochenende zu "Hello bank". Es ist ein neues Kapitel in der Firmengeschichte. Damit verbunden sind neben einem neuen Layout, ein auf die digitale Generation und mobile Nutzung zugeschnittenes Konzept und eine entsprechende Unternehmenskultur. Der französischen Eigner, die BNP Paribas Gruppe, reagierte bereits 2013 auf den Wandel bei den Konsumentenerwartungen, die auch das Bankgeschäft betreffen, und setzte die Hello Bank in Frankreich, Belgien, Italien und teilweise in Deutschland um. In Österreich soll ab sofort die direktanlage.at so auftreten und die Eigenschaften ausstrahlen, eine Übergangsphase mit doppeltem Branding gibt es nicht. Die direktanlage.at kam im Dezember 2014 zur BNP Paribas Gruppe, da BNP Paribas zu diesem Zeitpunkt die DAB bank übernahm, deren Tochter direktanlage.at ist. Die Besucher werden auf die neue Domain hellobank.at umgeleitet, wo optisch kaum noch etwas an die direktanlage.at erinnert. Das Logo ist eine blaue Sprechblase mit weißer Aufschrift. "Hellobank BNP Paribas Austria AG" ist die Firmierung, weiterhin mit österreichischer Banklizenz. Hello Bank wird eine breitere Zielgruppe ansprechen. In nur fünf Jahren soll sich die Kundenzahl von heute 70.000 mehr als verdoppeln, das ambitionierte Ziel verkündete der zurückgekehrte Vorstandschef Ernst Huber. Gelegen dürfte dabei kommen, dass der Konkurrent Brokerjet vergangene Woche seinen 37.000 Kunden gekündigt hat. Aber auch gegenüber der easybank wird man mit modernen Girokontofunktionen wohl Boden gutmachen können.

Hello Bank soll auch für Kommunikation auf Augenhöhe stehen: Es wurde ein Unternehmensblog mit Kommentarfunktion eingerichtet. Außerdem werden bis Ende September zehn so bezeichnete "Hello Experten" gesucht, deren Auswahl nach Alter, Beruf, Wohnort und Lebensphase einen Querschnitt der Bevölkerung bilden soll. Der Vorstand will mindestens einmal pro Jahr mit diesen zu einem Ideen- und Erfahrungsworkshop zusammenkommen, um Lösungen zu finden, die Banking einfacher, transparenter und kundenorientierter machen. Die Produkte und Konditionen sowie Kontonummern und Bankleitzahl sind unverändert. Bankomat- und Kreditkarten werden erst zum Ende des auf den Karten eingeprägten Gültigkeitsdatums gegen solche im neuen Design ausgetauscht, auf expliziten Wunsch kann man sie schon vorher tauschen. Trading und Banking sind nun in einem einzigen Zugang vereint. Die Kunden haben deswegen einen Brief mit neuer Zugangsnummer bekommen. Die Darstellung passt sich unabhängig vom verwendeten Betriebssystem der Bildschirmgröße an. Zudem ist eine neue App verfügbar, die zum Börsengeschehen Markt- und Kursinformationen aufbereitet und einen einfachen Zugriff auf die Webanwendung für Trading und Banking verspricht. Die Filialen wurden von acht auf fünf reduziert und die verbliebenen in Salzburg, Graz, Innsbruck, Linz und Wien renoviert.

14.07.2015 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Brokerjet wird eingestellt

Die Erste Bank schließt ihren im vergangenen September eingegliederten Online-Broker Brokerjet zum 30.11.15. Brokerjet war 14 Jahre am Markt und gut etabliert. Die 37.000 Kunden müssen sich kurzfristig entscheiden, wohin sie ihre Wertpapiere übertragen, oder ob sie in der verbleibenden Zeit alle Positionen selbst verkaufen möchten. Über die Schließung und die damit verbundene bankseitige Kündigung wurden die Kunden am Montag per E-Mail informiert, die Erste Bank informierte gleichzeitig mit einer Pressemitteilung. In den letzten Monaten hätten sich wesentliche rechtliche Rahmenbedingungen geändert. Diese würden umfassende und teure Investitionen im System erfordern. Die Strategie sei, alle Innovationsschritte in die Banking-Plattform George zu integrieren, doppelte Investitionen wolle man vermeiden, so die Mitteilung. Die Erste fährt George als moderne Bedienoberfläche für PC bis Smartphone mit viel Marketingunterstützung hoch. Über George wird man bald auch Wertpapieraufträge erteilen können, noch ist es aber nicht so weit. Die Erste kann den von der Schließung überraschten Kunden nur eine Zwischenlösung präsentieren. Bis die Wertpapierfunktionen über George genutzt werden können, bietet sie bei internem Depotübertrag die aktuell verwendete Plattform "netbanking" an. Das Preismodell für Aufträge über das Internet ohne Beratung ist dabei das Modell "Self Directed Investor". Auch besteht die Option, stattdessen ein Konditionsmodell mit Beratung zu wählen, oder den Depotbestand an eine andere Bank zu übertragen. Für den internen Übertrag oder den Übertrag zu einer Sparkasse verrechnet die Erste aufgrund der Sondersituation keine Gebühren. Geht der Übertrag allerdings zu einem anderen Bankinstitut, stellt sie inklusive Mehrwertsteuer EUR 15,32 pro Position in Rechnung, dies seien lediglich die Fremdkosten, normalerweise fallen gemäß dem brokerjet-Preismodell EUR 36,00 an. Der Fahrplan für die Schließung enthält unterschiedliche Fristen: Ab 13.9.15 werden Wertpapiersparpläne nicht mehr ausgeführt. Käufe per Einmalanlage sind bis 30.9.15 möglich, offene Orders zu Käufen werden anschließend automatisch gelöscht. Wenn sich zum 30.9.15 kein Bestand mehr im Depot befindet, wird das Depot gemeinsam mit dem Verrechnungskonto automatisch aufgelöst. Andernfalls sind Verkäufe noch bis 12.11.15 möglich. In der Nacht vom 30.11.15 wird das Brokerjet-System abgeschaltet, dann besteht für die Kunden der letzten Stunde auch kein Zugriff mehr auf die Postbox mit Kontoauszügen und Abrechnungen. Viele der Angeschriebenen ärgern sich, weil die Zwischenlösung für sie nicht akzeptabel ist und sie dennoch, wenn sie sich für eine andere Bank entscheiden, die Kosten von EUR 15,32 pro Position tragen sollen.

Mit dem Self-Directed-Investor-Preismodell würden die Orderkosten durch eine prozentuale Gebühr von 0,20 Prozent vom Kurswert, mindestens EUR 8,95, für die meisten Ordergrößen deutlich günstiger. Auch würde die monatliche Gebühr für das TAN-Verfahren entfallen. Andererseits explodieren dann die Kosten für die Depot- und Kontoführung: Während bei brokerjet die Depot- und Kontoführung kostenfrei waren, wenn mindestens ein Trade pro Quartal ausgeführt wurde, kostet das Self-Directed-Investor-Depot jährlich bei Sammelverwahrung 0,2792568 Prozent und bei Verwahrung im Ausland 0,6346752 Prozent vom Depotvolumen, jeweils inklusive Mehrwertsteuer und berechnet auf Basis der effektiven Haltedauer bei einem Mindestpreis von EUR 4,61 pro Posten und EUR 18,43 pro Depot. Für das Verrechnungskonto kommen jährlich EUR 62,48 hinzu, wobei das im ersten Jahr entfällt. Zu alle dem werden im netbanking der Handel mit ETFs und der außerbörsliche Direkthandel voraussichtlich erst im Oktober unterstützt.