Bankgeschäfte lassen sich bequem per Internet oder Telefon erledigen. Themenschwerpunkt auf modern-banking.at ist der österreichische Direktbankenmarkt. Sie erhalten einen aktuellen Überblick über Zinsen und Konditionen anhand unserer Produktvergleiche zu den inländischen Direktbanken, und darüber hinaus auch zu den Anbietern aus dem Euroraum, die sich über Landesgrenzen hinweg an Kunden in Österreich richten.

27.04.2015 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

Deutsche Bank verkündet Umbaubeschlüsse

Aufsichtsrat und Vorstand der Deutschen Bank legten sich nach monatelangen Debatten, auf die Schnitte fest, durch die der Konzern bis zum Jahr 2020 die Renditeschwäche überwinden soll. Immer wieder waren vertrauliche Informationen dazu vorab nach außen gelangt. Seit dem Wochenende ist klar, dass sich die kleine Lösung mit der Abspaltung der Postbank durchgesetzt hat. Am Sonntag veröffentlichte der Konzern zudem die Geschäftszahlen für das erste Quartal und heute informierte er in einer Pressekonferenz über die weiteren Details und die Beweggründe zur neuen Strategie. Die beiden Vorstände betonten den Anspruch, eine führende Universalbank zu bleiben. "Wir bleiben global, aber fokussieren uns geografisch; und wir bleiben universal, aber vermeiden, alles für jeden sein zu wollen." Deutschlands größtes Geldhaus trennt sich nach nur sieben Jahren von der Postbank. Zwischenzeitlich wurde das Szenario diskutiert, das gesamte Privatkundengeschäft abzuspalten, sodass eine Investmentbank übrig geblieben wäre. Die gelbe Tochter mit ihren rund 14 Millionen Kunden hatte sich die Deutsche Bank seinerzeit mehr als sechs Milliarden Euro kosten lassen. Gedacht war sie um ein Gleichgewicht zum Investmentbanking herzustellen und an Größe durch das Massengeschäft mit Kleinsparern zuzulegen. Sie soll bis Ende 2016 über die Börse feilgeboten werden - um zunächst unter 50 Prozent zu kommen, mittelfristig will die Deutsche Bank dann ganz aussteigen. Die verbliebenen Kleinaktionäre der Postbank (3,2 Prozent der Anteile) sollen aus dem Unternehmen gedrängt werden (Squeeze-Out). Dadurch hält sich die Deutsche Bank auch den Verkauf der Bonner Tochter an einen Wettbewerber offen, der ohne Börsennotiz leichter umsetzbar wäre. Im übrigen Geschäft wird gespart und geschrumpft: Bis zum Jahr 2017 beabsichtigt die Deutsche Bank, 200 ihrer bisher etwa 750 eigenen Filialen zu schließen. Auf der anderen Seite will sie schlagkräftiger werden, indem sie verstärkt in den Ausbau digitaler Technologien investiert. Aus sieben bis 10 Ländern zieht sie sich zurück, welche Länder das sind, wurde offen gelassen. Und selbst im Investmentbanking wird der Umbau Spuren hinterlassen, dort stehen margenarme Geschäftsfelder zur Disposition.

Trotz des Skandals um Zinsmanipulationen, der 2,5 Milliarden Dollar Strafe kostet und zusätzliche Rückstellungen notwendig machte, standen zum Jahresauftakt vor Steuern 1,5 Milliarden Euro Gewinn zu Buche. Das ist zwar zwölf Prozent weniger als im Vorjahresquartal, aber auf den ersten Blick ein ordentliches Ergebnis, sodass man sich fast schon fragen könnte, wozu die Deutsche Bank überhaupt eine neue Strategie braucht. Problemstellen sind die Kernkapitalquote von gerade einmal 3,4 Prozent und die für die immer strengeren Regulierer ebenso wichtige Verschuldungsquote, die nur knapp über der Mindestanforderung liegt. Die Bank muss einen Weg finden, ihre Bilanz zu schrumpfen, dafür soll vor allem die Trennung von der Postbank sorgen. Wenn die Beteiligung auf unter 50 Prozent sinkt, muss sie nicht mehr in der eigenen Bilanz ausgewiesen werden. Wohlgemerkt, es geht nicht darum, einen Verlustbringer loszuwerden, die Postbank ist profitabel, belastet aber vor allem durch ihr Baufinanzierungsgeschäft die Risikobewertung den Gesamtkonzern. Das Zusammenwachsen durch gemeinsame Strukturen wird sofort gestoppt, inklusive des Projekts zur IT-Plattform "Magellan". Die Privatkundensparte muss auseinander gerupft werden. Für die Postbank und ihre Beschäftigten bietet die Unabhängigkeit durchaus eine Chance. Es ist die Aussicht, sich auf die eigenen Stärken konzentrieren zu können, ohne sich fortlaufend mit Frankfurt abstimmen und ein hartes Sparprogramm absolvieren zu müssen.

23.04.2015 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

Apple Watch zeigt Finanzdaten wie die Uhrzeit an

Die Kunden von Deutsche Bank, Consorsbank und DAB bank zählen hierzulande zu den ersten, die sofern gewünscht, über eine auf die Apple Watch angepasste App ihr Konto, ihre Kreditkarte oder ihr Depot im Blick halten können. Weitere Institute werden sicherlich dem Rummel um die Uhr und andere am Körper tragbare Gadgets folgen. Rund um den Globus haben die Entwickler einiger Banken, darunter auch der drei genannten deutschen, pünktlich zur Auslieferung der ersten Exemplare ihre iOS-App weiterentwickelt. Verkaufsstart des neuen Schmuckstücks von Apple ist morgen - in den USA, Australien, China, Deutschland, Großbritannien, Hongkong, Kanada, Frankreich und Japan. Am Handgelenk werden Informationsschnipsel angezeigt, es steht nicht die ganze Bandbreite des mobilen Bankings zur Verfügung. Die Apps ermöglichen den Usern, schnell den Kontostand und die letzten Umsätze einzusehen, Depotbestand und Wertpapierkurse zu checken oder sich zur nächsten Filiale oder zum nächsten Geldautomaten lotsen zu lassen. Aber die User werden am Handgelenk keine Rechnungen bezahlen können, zumindest zum Start nicht. Oft will man lediglich in Erfahrung bringen, wie viel noch auf dem Konto ist, zum Beispiel vor einem Kauf. Mit der intelligenten Uhr, so die Denkweise, sind die Kunden viel schneller in der Lage dazu. Für die Uhr ist keine weitere App notwendig, die Unterstützung wird bei Deutsche Bank, Consorsbank und DAB bank über ein Update der gewöhnlichen iOS-Banking-App bereitgestellt. Sobald das gekoppelte iPhone erstmals mit der Apple Watch in Verbindung steht, wird die Watch-Version der App automatisch auf die Uhr geladen und kann in wenigen Schritten freigeschaltet werden. Danach hat man Zugang zum Konto ohne das Smartphone aus der Tasche holen zu müssen, ein zusätzliches Einloggen mit der Uhr ist nicht erforderlich. Die Banken sagen, ihre Watch-Apps sind sicher, weil die Informationen lediglich angezeigt und auch weil keine persönlichen Finanzdaten in der Uhr gespeichert werden. Dadurch hätten Dritte, etwa bei Verlust oder Diebstahl, keinen Zugang zu den Daten, wenn die Verbindung zum iPhone unterbrochen ist.

15.04.2015 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Savedo blickt in Richtung Österreich

Vor vier Monaten war die Savedo-Zinsplattform gestartet und seit gestern können auch Österreicher über das in Berlin-Mitte beheimate Startup anlegen. Savedo hat die Funktion eines Vermittlers. Geschäftsidee ist, eine Plattform für Festgeldanlagen zu etablieren, mit Banken aus dem europäischen Ausland die mehr Zinsen bieten als hierzulande üblich. Die fest angelegten Gelder fallen unter das Recht im Land des jeweiligen Festgeldanbieters, gesichert über die für das jeweilige Institut zuständige Einlagensicherung. Letztlich setzen Anleger, die über eine solche Plattform investieren, auf funktionierende Einlagensicherungssysteme innerhalb Europas, denn die Banken mit besonders hohen Zinssätzen sind oft auch besonders wackelig. Auf Savedo ist erst ein einziger Anbieter gelistet, die tschechisch-slowakische J&T BANKA mit sechs Laufzeitangeboten. Savedo handelt die Zinsangebote mit den Auslandsbanken aus, sorgt für die Abläufe, damit deutschen und österreichischen Kunden dort ein Konto eröffnet wird, einen deutschen Support und eine Hilfsübersetzung der Verträge. Da selbst nicht im Besitz einer Banklizenz, arbeitet Savedo mit einer Partnerbank zusammen, der biw AG aus Nordrhein-Westfalen. Bei dieser richtet der Kunde gebührenfrei zunächst ein zentrales Abwicklungskonto ein, auf das er den Einlagebetrag einzahlen kann, um ihn im Anschluss daran anlegen zu können. Das Abwicklungskonto dient darüber hinaus zur Legitimation bei den Auslandsbanken. Man muss deshalb erfreulicherweise nur einmalig ein Ident-Verfahren machen, egal wie viele Festgeldkonten es später werden. Im elektronischen Postfach dieses Kontos werden die anfallenden Dokumente wie Saldenbestätigungen, Steuerbescheinigungen und Schreiben der Auslandsbanken gebündelt hinterlegt.

In Deutschland konkurrieren mittlerweile drei solcher Zinsplattformen. WeltSparen ist der Anbieter, der das Feld als Erster absteckte. Nachdem Savedo mit einem deckungsgleichen Konzept dem Beispiel gefolgt war, überzeugte WeltSparen die J&T Banka zweigleisig zu fahren, auch über WeltSparen die Zinsangebote vermitteln zu lassen. Da dort für die Interessenten die weitaus größere Auswahl an Anlagemöglichkeiten besteht, machte dieses Manöver Savedo im Grunde überflüssig. Savedo hat nun als erste der drei Plattformen Österreich für sich entdeckt. Der Markteintritt wurde mit geringem Aufwand umgesetzt. Zwar richtete Savedo eine Telefonnummer für österreichische Kunden und eine AT-Domain ein, die Texte des Webauftritts sind jedoch nahezu identisch mit denen des DE-Webauftritts. Wo notwendig wurden das Wort Deutschland durch Österreich ersetzt und die Grafiken mit den Statistiken angepasst. Um eine österreichische Abwicklungsbank bemühte man sich nicht, so müssen Österreicher den Weg über Deutschland zu den Festgeldanbietern nehmen. Die Legitimation bei der biw Bank wird bei den Kunden aus Österreich über ein Brief.Ident durch den Postboten hereingeholt.

Zur J&T Banka sind dies die Eckpunkte: Es werden bei einer Laufzeit von 12 Monaten zurzeit 1,80% angeboten, bei 2 Jahren 2,00%, bei 3 Jahren 2,20%, bei 4 Jahren 2,30%, bei 5 Jahren 2,40% und bei 10 Jahren 2,60%. Die Mindestanlage beträgt EUR 10.000. Die Zinserträge schreibt die Bank am Laufzeitende gut, bei den mehrjährigen Laufzeiten mit eingerechnetem Zinseszinseffekt. EUR 25,00 Eröffnungsbonus spornen zum Abschluss an. Der Bonus ist erhältlich, wenn die Festgeld-Antragsstrecke bis 31.5.15 durchlaufen und währendem der Gutscheincode "AT25" eingegeben wird. Daneben muss der Anlagebetrag bis zum 15.6.15 bei der J&T Banka eingehen. Die 1998 gegründete J&T Banka hat ihren Hauptsitz im tschechischen Prag, das Zinsangebot für die Anleger stammt von ihrer slowakischen Niederlassung in Bratislava. Die J&T Banka ist ein Unternehmen der J&T Finance Group, die Beteiligungen in verschiedenen Industriezweigen hält. Die Anlagewährung ist der Euro. Sollte eine Entschädigung durch die zuständige tschechische Einlagensicherung in Anspruch genommen werden müssen, wird in Kronen zurückgezahlt. Sofern der österreichische Kunde eine vom Finanzamt ausgestellte Ansässigkeitsbescheinigung rechtzeitig vorlegt, wird der Abzug der Quellensteuer vermieden. So oder so hat der Anleger sich um die Versteuerung der Kapitalerträge in Österreich mittels der Steuererklärung zu kümmern.

06.04.2015 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Österreich will nicht mehr für Sparguthaben haften

Die bisherige staatliche Garantie für private Einlagen soll nach Plänen der österreichischen Regierung in Kürze aufgehoben werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf hat das Finanzministerium ausgearbeitet und dem Nationalrat übermittelt. In Kraft treten könnte das Gesetz bereits im Juli. Der abgesicherte Betrag wurde zum Januar 2010 EU-weit von EUR 50.000 auf EUR 100.000 je Institut und Kunde angehoben, seitdem stehen in Österreich die Banken für Einlagen bis EUR 50.000 gerade und der Staat für den Teilbetrag zwischen EUR 50.000 und EUR 100.000. Zukünftig sollen die Banken bei der Einlagensicherung auch für den bislang staatlich abgesicherten Teilbetrag aufkommen. Während die Geldhäuser nach der bestehenden Regelung erst dann verpflichtet sind, Gelder für den Schutz der Sparer aufzutreiben, wenn der Schadensfall eingetreten ist, soll nach der Reform erstmals vorab Geld bereitstehen: Aus Beiträgen ist schrittweise bis ins Jahr 2024 ein Fondsvermögen von mindestens 0,8 Prozent der gedeckten Einlagen einzurichten. Wie stark sich die Last auf die einzelnen Institute verteilt, soll sich auf Basis einer Risikoabschätzung bemessen. Insgesamt stellen die Einzahlungen einen hohen Aufwand dar, der zusätzlich zu Belastungen wie der Bankenabgabe gestemmt werden muss.

Der Rückzug des Staates sorgt im Falle Österreichs im In- und Ausland für Nervosität. In Deutschland zum Beispiel sind für die Sicherung seit jeher alleine die verbandseigenen Einrichtungen zuständig, die Wahrscheinlichkeit wird hier wohl aber höher eingeschätzt, dass einer Sicherungseinrichtung bei großen Pleiten geholfen wird. Die Rettungsaktionen der Vergangenheit für Institute wie der Hypo Alpe Adria und dem Volksbanken-Spitzeninstitut ÖVAG kosteten die Alpenrepublik viel Geld und brachten Handlungsdruck. Das Entledigen von der Haftung wird auch im Zusammenhang mit der Causa Hypo Alpe-Adria und deren Bad Bank Heta gesehen, wo Österreich nicht zimperlich mit den Gläubigern umgeht. Das Finanzministerium in Wien verwies nach einem großen Medienecho auf die Vorgaben aus Brüssel. Die Einlagensicherungsrichtlinie und die Abwicklungsrichtlinie würden die Reform notwendig machen und der Steuerzahler dürfe am Ende nicht belastet werden. Sollten die Institute in der langen Übergangsphase mit ihren erst aufzubauenden Fonds bei großen Sicherungsfällen überfordert sein, wird der Bund sie nicht hängen lassen, hieß es außerdem. Es ist vorgesehen, dass sich eine Sicherungseinrichtung notfalls Geld leihen kann. Wer den Kredit zu welchen Konditionen geben soll, ist im Gesetzesentwurf aber nicht festgelegt.

Daneben gibt es mit den neuen Vorschriften weitere Änderungen: Der betroffene Kunde soll künftig schneller zu seinem Geld kommen, die Auszahlungsfrist wird von derzeit 20 auf 7 Arbeitstage verkürzt. Und für besonders schutzwürdige Einlagen wird ein erhöhter Schutzumfang von EUR 500.000 eingeführt. Dieser greift drei Monate lang bei bestimmten Lebensereignissen, die dazu führen, dass ein Zahlungsempfänger kurzfristig einen hohen Geldbetrag bei einer Bank parkt. Für besonders schutzbedürftig hält der Gesetzgeber Beträge aus dem Verkauf einer privat genutzten Immobilie, aus Erbschaft, Mitgift oder Scheidungsvereinbarung. Dem Empfänger soll in solchen Fällen Zeit für die Entscheidung gegeben werden, wie er einen erhaltenen Betrag aufteilt und anlegt. Einen eigenen Haftungsverbund können die Sektoren weiterhin unterhalten, bislang gibt es in Österreich fünf davon (Sparkassen, Raiffeisenbanken, Volksbanken, Privatbanken und Landeshypothekenbanken). Es läuft jedoch auf ein einziges System hinaus: Ab Januar 2019 sollen die Fonds laut dem Entwurf einer allgemeinen Sicherungseinrichtung unter der Weisungsgewalt der Wirtschaftskammer unterstellt werden. Auf die Vermögen der Fonds soll die Wirtschaftskammer dabei nur in letzter Instanz Zugriff nehmen können.

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