Direktbanken passen in eine Zeit, in der vieles schneller und einfacher gehen soll, zumal sich Bankgeschäfte bequem per Internet oder Telefon erledigen lassen. Umfragen zufolge ist Kunden dabei ein leicht zu bedienendes Online-Banking mit modernen Kontofunktionen sowie ein qualifizierter, persönlicher Service besonders wichtig. Zunehmend wollen Kunden auch per Mobile Banking auf ihre Konten zugreifen. Auf modern-banking.at finden Sie Informationen über den Direktbankenmarkt mit Produktvergleichen zu den österreichischen Direktbanken und zu den Anbietern aus dem Euroraum, die sich über Landesgrenzen hinweg an Kunden aus Österreich richten.

19.09.2014 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

MoneYou über Amsterdam nun in Österreich aktiv

Die niederländische Großbank ABN AMRO Bank N.V. bietet über ihre Online-Marke MoneYou seit Donnerstag auch österreichischen Kunden Tagesgeld und Festgeld an. Allerdings nahm man für den Markteintritt nicht den Aufwand einer Niederlassung im Land auf sich, sondern macht die Zinsangebote von der Zentrale in Amsterdam aus. In letzter Zeit nimmt die Anzahl der Offerten aus anderen EU-Ländern deutlich zu. Die Vorgehensweise bringt in der Regel nur schmalen Erfolg. Auf Kundenseite bestehen Hemmnisse, insbesondere da die Versteuerung der Kapitalerträge selbst vorgenommen werden muss. Wird es versäumt, die ausländischen Kapitalerträge zu deklarieren, wäre dies durch die Kontrollmitteilungen nachvollziehbar, zu denen die niederländischen Banken gegenüber den Finanzbehörden verpflichtet sind, Anonymität besteht hier nicht. Auch unterliegt die Vertragsbeziehung dem Recht am Firmensitz des Anbieters. MoneYou ist sich bewusst, dass die Zinsanlage dadurch erschwert wird, spricht das Thema Steuern auf moneyou.at gleich mehrfach an und gibt eine Anleitung, wie ganz einfach richtig zu versteuern wäre. Weil die Bank keine Niederlassung errichtete, um ihre Betriebskosten gering zu halten, ermögliche das langfristig attraktive Zinsen zu bieten. Auch soll es keine großen Werbekampagnen geben. Im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt erklärte Liesbeth Rigter, die Geschäftsführerin von MoneYou in den Niederlanden, Deutschland, Belgien und Österreich ist, dass nicht jeder Österreicher MoneYou kennen muss, sondern die Zielgruppe über fokussierte Werbung im Internet besser erreicht werden kann. 2001 hat MoneYou in den Niederlanden begonnen, ist 2011 nach Deutschland gegangen und 2012 nach Belgien. In Deutschland und Belgien bestehen Niederlassungen. Die Anzahl der Kunden ist mit insgesamt 400.000 angegeben. In der Vergangenheit war MoneYou tatsächlich regelmäßig auf den Top-Positionen zu finden. In Österreich ist der Anbieter jetzt mit einem Tagesgeldzins von 1,40% eingestiegen. Der Zins ist variabel und wird vierteljährlich gutgeschrieben. Er ist auf gleicher Höhe wie bei Renault Bank direkt, jedoch wird wohl eher den Franzosen der Vorzug gegeben, weil diese monatlich gutschreiben und in Wien vertreten sind. Für Festgeld zahlt MoneYou bei 6 Monaten 1,50% und bei 12 Monaten 1,60%, ab EUR 500,00 Mindestanlage. Das sind 0,20% (6 Monate) und 0,10% (12 Monate) mehr als bei den besten österreichischen Instituten. Positiv: Der Kunde hat bei MoneYou trotz der festen Fristen eine Option vorzeitig auszusteigen, der Zins wird dann reduziert, in beiden Fällen zeitanteilig auf 0,70%.

Am Anfang steht die Eröffnung des Tagesgeldkontos, auch wenn man fest anlegen möchte. Der neue Kunde ist direkt nachdem er online das Tagesgeldkonto beantragt, in der Lage, sich einzuloggen und einzuzahlen. Es müssen keine unterschriebenen Eröffnungsunterlagen übermittelt werden, denn MoneYou wickelt nahezu alle Vorgänge papierlos ab. Bis zur vollständigen Legitimation bleibt das Konto für Auszahlungen aber zunächst gesperrt. Es wird eine abgeleitete Identifikation hereingenommen: Während des Antrags kann der Antragsteller eine Kopie seines Ausweises online hochladen oder entscheiden, sie später zu übermitteln. Die Meldeadresse ist wahlweise mit einem aktuellen Meldezettel nachzuweisen, einem Bankkontoauszug oder einer Rechnung zu Gas, Wasser, Strom, Telefon oder Handy. Der Antragsteller muss als Referenzkonto über ein österreichisches Girokonto verfügen und von diesem die erste Einzahlung vornehmen. Nach Vorliegen der Nachweise und Eingang der Ersteinzahlung wird MoneYou freischalten. Zum Tagesgeldkonto lassen sich bis zu fünf Unterkonten einrichten, was ein übersichtliches Ansparen für unterschiedliche Ziele ermöglichen soll. Die Unterkonten können passend zum Sparziel mit individuellen Namen benannt und mit einem Foto versehen werden. Die aufgelaufenen, noch nicht gutgeschriebenen Zinsen werden tagesaktuell angezeigt. Telefonisch ist die Bank unter einer für die Anrufer kostenfreien Telefonnummer erreichbar. Für Einlagen bei MoneYou gilt die Einlagensicherung der Niederländischen Zentralbank, die je Privatkunde und Kreditinstitut bis EUR 100.000 greift.

12.09.2014 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

giropay stellt Eingabehilfe für das Bezahlen von Rechnungen

Das Online-Bezahlverfahren giropay dringt in neue Anwendungsbereiche vor: Ab Oktober 2014 wird das Logo von giropay nicht nur wie gewohnt in Online-Shops zu finden sein, sondern immer mehr auch auf papierhaften und digitalen Rechnungen. Auf einer Marketingmesse in Köln wurde das Produkt nun vorgestellt. Das Logo ist dann entweder zusammen mit einem QR-Code aufgedruckt, oder bei digitalen Rechnungen als Button "giropay - Jetzt online überweisen" integriert. Das macht ein fehleranfälliges Unterfangen überflüssig, die Zahlungsdaten wie IBAN und BIC vom Zahlungsempfänger, Verwendungszweck und Rechnungsbetrag händisch einzugeben. QR-Code und giropay-Bezahlbutton transportieren nämlich die eingebetteten Informationen in ein Online-Zahlungsformular. Der zahlende Kunde hat den Vorteil, so komfortabel innerhalb von Sekunden die Zahlung erledigen zu können. Der Händler profitiert davon, dass sich die Eingänge problemlos zuordnen lassen, weil die Angaben vollständig und ohne Tippfehler sind. Er muss dadurch keine Zeit in eine Nachbearbeitung investieren. Er erhält zudem eine Rückmeldung, sobald die Überweisung eingereicht wurde. giropay können Kunden nutzen, die ein Girokonto bei einer der teilnehmenden Banken haben. An giropay nehmen die Postbank, fast alle deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken, viele PSD-Banken, comdirect und die DKB teil. Fotografiert der Kunde den QR-Code mittels einer beliebigen QR-Software und der Kamera seines Smartphones oder Computers bzw. klickt er online auf den Button, landet er auf einer Internetseite, wo er seine Bank auswählt. Die eigentliche Überweisung findet auf einer gesicherten Banking-Seite der eigenen Bank statt. Der Kunde wird dorthin geleitet, loggt sich ein, und erhält eine Überweisung vorgelegt, die mit den Daten der Rechnung vorausgefüllt ist. Durch eine TAN autorisiert er sie.

Wenn Händler bei ihren Rechnungen die Zahlungsmöglichkeit anbieten möchten, ist zunächst ein giropay-Akzeptanzvertrag mit der GiroSolution AG notwendig. Die Firma vertreibt dieses Produkt derzeit exklusiv. Eine Einbindung über einen anderen der giropay-Servicepartner, zu dem gegebenenfalls bereits eine Vertragsbeziehung für den Online-Shop besteht, ist nicht möglich. Der Händler hat die Kosten zu tragen. Da bei diesem Produkt keine Zahlungsgarantie notwendig ist, fallen keine umsatzabhängigen Entgelte an, aber bis zu 19 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer fix pro Transaktion, eine monatliche Pauschale und ein einmaliges Einrichtungsentgelt. Die Preise werden mit den Händlern individuell verhandelt.

Im Nachbarland Österreich sind QR-Codes im Zahlungsverkehr schon selbstverständlich. Das System ist weit verbreitet und kostenfrei. Die Schwarz-Weiß-Mosaike werden auf vielen Rechnungen oder direkt auf den Zahlscheinen angebracht. Die Grundlage bildet eine Norm der europäischen Finanzindustrie, welche auf den Vorarbeiten der STUZZA beruht. In der STUZZA sind alle österreichischen Kreditinstitute und die österreichische Notenbank vertreten. Sie ist auch die Betreibergesellschaft von eps Online-Überweisung, dem Pendant zu giropay. Der Standard für den Einsatz sowie die Regeln für den Druck der QR-Codes auf Zahlscheinen und Rechnungen werden von ihr festgelegt. Zahlreiche Banken haben in ihren Apps und an den Selbstbedienungsterminals in den Foyers eine Funktion integriert, um die Mosaike auszulesen. Einen QR-Code mit Zahlungsdaten kann in Österreich jeder einfach erstellen, zum Beispiel über den Codegenerator auf der STUZZA-Internetseite, mit einem entsprechenden Buchhaltungssystem oder - für Privatpersonen ideal – mit einigen der Banking-Apps.

09.09.2014 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

ING-DiBa: Zum Nachweis der Identität mit Videoübertragung anrufen

ING-DiBa setzt ab sofort als erste der großen Banken die Kommunikation per Videotelefonie ein, um die im Geldwäschegesetz vorgeschriebene Identitätsprüfung hereinzunehmen. Neukunden, die ein Konto eröffnen wollen, können dadurch direkt vor der Webcam ihres Computers, Tablets oder Smartphones einem Servicemitarbeiter versichern, dass sie tatsächlich die im Kontoantrag angegebene Person sind. Die auf Ratenkredite spezialisierte Süd-West-Kreditbank machte im April dieses Jahres den Anfang mit der neuen Technik. Wie bei der Süd-West-Kreditbank ist bei ING-DiBa die Berliner WebID Solutions GmbH der externe Dienstleister, der diesen Service bereitstellt - für ING-DiBa täglich in der Zeit von 7:00 bis 22:00 Uhr, auch an den Wochenenden. Eine zusätzliche Telefonie-Software wie etwa Skype wird nicht mehr unbedingt benötigt, der Anruf kann mittlerweile über den Browser laufen, wenn eine aktuelle Version von Firefox, Chrome oder Opera verwendet wird. Es basiert auf einer WebRTC-Funktionalität, die bei den genannten Browsern integriert ist. Vorerst ist die neue Art der Legitimation lediglich für diejenigen mit deutschem Ausweis und ausschließlich beim Tagesgeldkonto der ING-DiBa verfügbar. Eine Ausweitung auf die Prüfung der Sicherheitsmerkmale von Ausweisen verschiedener anderer Länder und die Freischaltung für weitere Produkte der ING-DiBa seien in Planung.

Beantragt man online das Tagesgeldkonto, sendet ING-DiBa die ausgefüllten Eröffnungsunterlagen auf dem Postweg zu. Neukunden können dann wählen, ob sie sich mit beigefügtem PostIdent-Coupon in einer Postfiliale legitimieren oder vor der Webcam. Für Letzteres geht man auf eine Website der WebID Solutions und gibt dort seine persönlichen Daten aus dem Ausweis und eine Referenznummer ein, die in den Unterlagen genannt ist. Die Verbindung wird mit einem Klick aufgebaut und ein Mitarbeiter führt durch die weiteren Schritte. Man wird angewiesen, vor der Kamera den Ausweis mehrfach zu kippen und zu bewegen, sodass die Sicherheitsmerkmale geprüft werden können. Zusätzlich werden von der Person und dem Ausweis Screenshots gemacht und der Ton des Gesprächs aufgezeichnet. Abschließend erhält man eine TAN per E-Mail oder SMS, die zum systemseitigen Abgleich während des Gesprächs online einzugeben ist.

Wenn der Gang zur Postfiliale wegfällt, ist das bequem und zeitsparend, vor allem für Personen eine Erleichterung, die sich temporär im Ausland befinden oder weit weg von der nächsten Postfiliale leben. Erst seit März ist es den Banken überhaupt erlaubt, sich per Videotelefonie von den Angaben zu überzeugen. Damals veröffentlichte die deutsche Finanzdienstleistungsaufsicht ein Rundschreiben, in dem über die Neuauslegung des entsprechenden Geldwäschegesetz-Paragrafens durch das Bundesministerium der Finanzen informiert und der Ablauf exakt erklärt wurde. Bei der Süd-West-Kreditbank ist die bisherige Nutzung des Videoverfahrens aufgrund seiner noch geringen Bekanntheit offenbar eher ernüchternd. Geschäftsführer Alfred Geiz sprach gemäß einem Zeitungsartikel bei "Die Welt" von einem niedrigen zweistelligen Prozentsatz unter den Antragstellern, die sich dafür entscheiden. Weitere große Geldhäuser wollen die Video-Identifizierung bald anbieten. Die DKB wird sie nach eigenen Angaben im vierten Quartal online haben, comdirect bis Ende des Jahres.

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